Teil 21

Erwischt

Ich wache auf. Wo bin ich? Ich sehe zur Seite. Phil liegt neben mir und grinst mich an. „Guten Morgen?“ „Guten Morgen Phil. Wie spät ist es denn?“ Er sieht auf die Uhr. „Gleich sieben Uhr.“ „Was haben wir gemacht?“ „Weisst Du das denn nicht mehr. „ „Doch. Wir haben uns geküsst und ich wollte Dich ausziehen. Du hast dann auf Stopp gedrückt.“ „Das weisst Du noch.“ „Ja. Dann haben wir noch gekuschelt bis wir eingeschlafen sind.“ „Bereust Du es?“ „Was?“ „Das Du mich geküsst hast?“ Ich überlege. „Du überlegst aber lange.“ „Nein, ich bereue es nicht. Aber Danke.“ „Wofür?“ „Das Du auf Stopp gedrückt hast. Ich hätte es vielleicht bereut.“ Philipp grinst mich an. „Sage ich doch. Lass es uns langsam angehen. Wir haben alle Zeit der Welt.“ Er beugt sich zu mir und küsst mich. Ich bekomme wieder dieses Kribbeln und küsse ihn zurück. Dann ziehe ich mich zurück. „Lass uns doch erst näher kennenlernen.“ Ich sehe ihn an und stehe auf. Phil zieht mich zurück ins Bett. „Bist Du Dir da sicher.“ „Ja, ganz sicher.“ „Okay. Vielleicht ist es besser, wenn Du jetzt gehst.“ Ich sehe ihn verdutzt an. Philipp sieht es und grinst. „Nicht das deine Kollegen denken, Du hättest was mit dem Chef. Wenn ich wieder in Hamburg bin, fangen wir langsam an. Dann bin ich dein Chef nicht mehr.“ „Du hast Recht.“ Ich gehe zur Tür und sehe nach, ob jemand auf den Flur ist. Wie eine Verbrecherin schlüpfe ich aus dem Zimmer. Zum Glück ist keiner auf den Flur. Meine Kollegen sind alle im anderen Stockwerk untergebracht. Ich setze mich in Bewegung und klopfe an mein Zimmer an. Jörn kommt um die Ecke und sieht mich verdutzt an. „Wo kommst Du denn so früh her oder so spät? Du hast die Kleidung von gestern noch an. Warum klopfst Du bei Euch an.“ Verdammt. Was soll ich sagen. „Ich habe woanders übernachtet. Marlene hat gestern noch jemand abgeschleppt und ich wollte nicht stören. Deshalb habe ich mir ein anderes Hotelzimmer genommen. Das Hotel liegt direkt an der Alster. Wenn ich zuhause bin, renne ich ab und zu um den Block. Das wollte ich auch hier. Ich musste den Kopf frei bekommen.“ „Hätte Marlene kein anderes Zimmer nehmen können?“ „Nein, glaube ich nicht. Ole meint, wir sollten es ihr gönnen.“ „Du warst aber nicht beim Chef?“ „Wie kommst Du denn darauf?“ „Er war gestern im Restaurant. Kurze Zeit später ist Ole aufgetaucht.“ „So ein Quatsch. Ich war mit meinen Freund zusammen.“ Ole kommt um die Ecke. „Na. Alles klar bei Dir? Ich habe Dich eben gesucht.“ „Wie Du warst doch mit Juliane die Nacht zusammen?“ „Ja, aber eben hat sie noch einen Lauf an der Alster gemacht. Danach habe ich sie nicht mehr gesehen. Ich mag, das Joggen nicht.“ „Ich auch nicht. Euch noch einen schönen Tag.“ Marlene öffnet die Tür. „Kommt rein.“ Max ist angezogen und steht am Fenster. „Wie Du hast bei deinen Freund übernachtet?“, fragt mich jetzt Marlene. „Lange Geschichte. Kann ich mich jetzt duschen und umziehen.“ Max sieht mich an und geht mit Ole raus. „Was ist passiert? Spuck aus Juliane.“ „Nichts besonders. Wegen Dir musste ich bei Phil übernachten.“ „Und?“ „Erst habe ich Sekt getrunken. Ole war sauer auf mich. Irgendwann tauchte Phil auf und er meinte, dass er mit trinken wollte. Jedenfalls hat er noch Sekt bestellt.“ „Spann nicht auf die Folter.“ „Wir haben uns irgendwann geküsst und geredet.“ „Nur geküsst und geredet?“ „Ja, wir wollen es langsam angehen lassen.“ „Vernünftig.“ Ich gehe duschen und als ich aus dem Badezimmer rauskomme, ist Marlene verschwunden. Schnell ziehe ich mich an. Es klopft an der Tür. Ich gehe an die Tür und öffne sie. Marie steht vor der Tür. „Sag mal, hast Du schon auf die Uhr gesehen? Willst Du noch frühstücken?“ „Wieso, ich habe eben nur schnell geduscht.“ „Schnell nennst Du es. Du musst mindestens eine halbe Stunde unter der Dusche gewesen sein. Marlene ist schon seit fünfzehn Minuten unten.“ Ich sehe auf die Uhr. Verdammt. Geht jetzt alles schief. „Ich beeile mich.“ „Ich warte.“ Dann ziehe ich schnell meine Schuhe an. „Wir können los.“ Marie scheucht mich. Als ich unten ankomme, verschlägt es mir die Sprache. Phil im Arm einer Anderen. Er dreht sich um und hebt die Schultern. „Wer ist das?“, frage ich Marie. „Eine alte Freundin. Denkt Dir nichts dabei. Sie versucht schon seit Jahren Phil zu angeln, aber Phil geht nie drauf ein bis jetzt.“ Wir sehen beide in die Richtung. Die Frau küsst Phil. „Sorry Marie. Ich muss hier weg.“ „Verständlich.“ Marie und ich sehen nicht, dass Phil sie zurück stößt und er uns hinter her sieht.

Teil 20

Die erste Nacht im Hamburg

„Wer hat sich den Blödsinn eigentlich ausgedacht?“, frage ich. „Marie.“, erwidert mein Bruder. „Und Phil macht bei diesen Blödsinn mit?“ „Schwester. Begreifst Du es immer noch nicht. Phil würde alles für Dich tun.“ „Was soll jetzt wieder heissen.“ „Du bist echt schwer von Begriff. Jedenfalls hat Max ihn um einen Gefallen gebeten. Er wusste ja nicht, dass ich mit Phil mit komme. Eigentlich solltest Du bei Marie übernachten. Meine Freundin und ich möchten aber lieber Zeit miteinander verbringen. Phil meinte nur, dann könntet ihr mit einander reden.“ Ich sehe mich um. Da ist eine Minibar und steuere drauf zu. „Was hast Du vor Schwesterherz?“ „Also wenn ihr mich in so eine Lage bringt, dann will ich auch Spaß haben.“ „Juliane. Du besäufst Dich jetzt doch nicht.“ „Nein. Sekt ist aber drin. Das müsst Ihr mir zugestehen.“ „Okay. Ein Glas ist okay.“ Pah ein Glas. Gleich die ganze Flasche. Phil soll nur sehen, dass ich es nur mit ihm ertragen kann, wenn ich was getrunken habe. Erst ein Glas, dann das zweite. „Juliane Pauline. Es reicht.“ Ich sehe ihn an. „Nein, der schmeckt sehr gut.“ Ruckzuck ist die Flasche leer. Jetzt fange ich die zweite Flasche an. „Juli es reicht.“ „Was reicht?“, fragt eine andere Stimme. Wir drehen uns um. „Meine Schwester hat schon eine Flasche Sekt hinter sich. Sie meint, wenn wir sie schon in so eine Lage bringen, müsste sie sich betäuben.“ „Ole, wenn sie meint. Deine Schwester weisst bestimmt was sie tut. Du kannst rüber gehen. Die Luft ist rein.“ „Danke.“ Mein Bruder geht aus dem Zimmer. „Juli. Darf ich mitmachen?“ Ich sehe ihn an. „Nicht nur Du findet es nicht so prickelnd. Marie bezahlt den Sekt.“ Dann kichere ich und gebe ihn ein Glas. „Wollen wir uns auf den Bett gemütlich machen?“, frage ich dann. „Bist Du sicher?“ „Ja, da kann man besser Fernsehen.“ Phil gibt mir die Hand und wir gehen zum Bett. Ich setze mich drauf. „Und Du?“ „Ich hole nur noch den Sekt.“ „Da waren nur zwei drin.“ „Echt. Dann bestelle ich noch welchen. Ich muss mir ja auch den Abend schön trinken. Wenn ich so eine Kratzbürste beherbergen muss.“ „Ich bin keine Kratzbürste.“ Phil lacht und geht zum Telefon. Er bestellt noch zwei Flaschen Sekt. Mittlerweise habe ich mich an das Bettende gesetzt. Das ist richtig bequem. Jetzt setzt sich Phil neben mich. „Sag mal Phil. Darf Dich die Kratzbürste was fragen?“ „Ja. Du darfst.“ „Was ist auf Sylt passiert?“ „Wie meinst Du das?“ „Als ich bei Dir im Bett aufgewacht bin.“ „Gar nichts. Nur das wir uns zwischendurch geküsst haben, rein gar nichts. Mehr ist wirklich nicht passiert.“ „Bin ich wirklich so eine Kratzbürste?“ Phil sieht mich an. „Nein. Eigentlich nicht. Nur eine Katze, die ihre Krallen ausfährt. Hast Du jemand in deinen Krallen lässt Du ihn nicht wieder los.“ „Fahre ich denn meine Krallen aus?“ „Öfters.“ Wir sehen uns in die Augen. Unsere Köpfe kommen sich immer näher und dann küssen wir uns. Es zaghaft und dann immer leidenschaftlicher. Es klopft. Phil löst sich von mir. „Ich muss dahin. Unser Sekt.“ „Brauchen wir den noch?“, frage ich außer Atem. „Eigentlich nicht. Sieht aber blöd aus. Erst bestellen und dann die Tür nicht öffnen. Bin gleich wieder da.“ Phil springt auf und nimmt den Sekt an der Tür entgegen. Anschließend kommt er zu mir zurück. Irgendwie ist die Stimmung hin. „Ich glaube, wir brauchen ein Glas Sekt. Ich hätte nicht aufstehen sollen.“ „Stimmt.“ Phil setzt sich neben mich. Wir berühren uns. Dann drehe ich mich zu Phil um und küsse ihn. Er sieht mich verdattert an und steigt dann mit ein. Ich versuche ihn seine Kleidung auszuziehen. Phil hält inne. „Das ist nicht richtig Juliane. Du bist nicht nüchtern. Ich will nicht, das Du es bereust.“ „Warum? Bist Du ein Player?“ „Nicht wirklich. Aber bei Dir ist es mir wichtig, dass Du es auch möchtest. Nicht weil Du so viel Alkohol getrunken hast.“ „Macht Dir keinen Kopf. Ich will das jetzt.“ „Aber ich nicht.“, sagt er energisch. „Also nur küssen?“ „Erstmal. Lasst es uns langsam angehen. Erst bist Du immer abweisend und dann ist es Dir egal.“ „Du weisst doch. Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit.“ „Kann sein. Wenn Du es morgen immer noch möchtest, dann können wir darüber reden.“ Verdammt. Warum ist er so abweisend. Dann küsst mich Phil. „Lass uns einfach kuscheln.“ Ich kuschle mich in seine Arme. Phil küsst mich immer wieder und ich ihn bis wir einschlafen. Schön jemand zu haben, den man liebt.

Teil 19

Der erste Tag im Hamburg

Eine Stunde später warten wir Mädels auf die Jungs in Foyer. Jörn kommt mit seinen Zimmernachbarn an. „Darf ich Euch Niklas vorstellen? Das sind Janne, Marlene und Juliane. Die vierte in Bunde kenne ich nicht. Wie heisst Du?“ „Ich heiße Caroline und Du?“ „Jörn.“ Wir geben uns die Hand und schon starten wir. Niklas ist öfters mal mit Freunden in Hamburg erfahren wir von ihm. Wir gehen in schönes Restaurant. Caroline und Jörn verstehen sich auf Anhieb super gut. Nach dem Essen erklären die Beiden uns, das sie ins Museum wollen. „Euch Beiden schönen Tag im Museum.“, sage ich zu den Beiden. Und weg sind die Beiden. „Caroline und Jörn verstehen sich echt gut.“, meint Niklas. „Finde ich auch.“, stimmt Janne ein. Marlene und ich nicken. Niklas sieht mich an. „Du warst eben gar nicht begeistert.“, sagt Niklas zu mir. „Wie meinst Du das?“ „Shoppen ist nicht dein Ding?“ „Doch schon. Aber momentan würde mich Hamburg mehr interessieren.“ Plötzlich taucht mein Bruder auf. „Was machst Du hier Ole?“, frage ich ihn. „Dich entführen.“, erwidert er auf meine Frage. „Ihr habt doch nichts dagegen, dass ich mir meine Freundin mal ausborge?“ „Wie jetzt. Du bist Julianes Freund?“, will Niklas wissen. Mein Bruder sieht ihn an und nickt. „Sorry. Markus sagte, sie hätte keinen Freund.“ „Hat sich wieder geändert.“, gibt mein Bruder ihn als Antwort. „Geht ruhig.“, sagt Marlene jetzt. „Viel Spaß Euch beiden.“ Ole sieht Marlene an. „Du wirst ….“ „Was Ole?“ „Viel Spaß haben.“ Meine Freundin schüttelt den Kopf und geht mit den Beiden von dannen. „Ole was machst Du hier?“ „Dich retten.“, erwidert er. „Woher wusstest Du denn, dass Du mich retten musst.“ „Von mir.“, sagt jetzt eine bekannte Stimme. Ich drehe mich um und sehe die Beiden dort stehen. Marie und Phil. „Phil ich muss nicht gerettet werden.“ „Bist Du Dir sicher?“ „Ja.“ „Okay. Ole. Marie. Segeltour?“ „Wie Du nimmst mich nicht mit?“, frage ich ihn. „Du musst ja nicht gerettet werden.“ „Auf eine Segeltour würde ich trotzdem gerne mitkommen.“ „Dann komm.“ Phil und ich gehen voran. Marie und Ole folgen. „Ich glaube, wir sollten die Plätze tauschen.“, sagt Marie. „Da hast Du recht.“, sagt Ole. Jetzt gehen Ole und ich hinter den Beiden her. Am Segelschiff angekommen, hilft mir Phil aufs Schiff. „Willkommen am Bord.“, sagt Phil lachend. Dann starten wir unsere Segeltour. Wir fahren Richtung Meer. „Wieso fahren wir nicht durch Hamburg?“ „Mit den anderen Boot gerne. Aber nicht mit den Segelschiff.“, sagt Phil dann. Ole und Marie gehen zusammen nach vorne. „Dein Segelboot ist ganz schön groß.“, stelle ich fest. „Da kannst Du Recht haben. Man kann auch mal auf den Boot übernachten.“ „Machst Du das denn?“ „Ab und zu.“ Ich sehe aufs Meer. „Da bekommt man Sehnsucht.“ „Wo nach?“, fragt mich Phil hinter mir. Ich drehe mich um. So nah war er eben doch nicht, oder? „Sehnsucht nach dem Meer. Sich einfach treiben lassen und sehen wo hin der Weg geht.“ „Genauso ist es mit Gefühlen. Erst ist die Sehnsucht da und dann muss man sich drauf einlassen. In den Moment sieht man auch wohin der Weg geht.“ „Phil was soll das heissen?“ „Was es heissen soll?“ „Na, Ihr Beiden.“, sagt Ole. Wir starren Ole an. „Habe ich was falsches gesagt?“, erkundigt sich mein Bruder jetzt bei uns. Wir beiden schütteln den Kopf. „Deine Schwester hat nur gesagt, dass man sich treiben lassen soll auf dem Meer. Nicht zu wissen wohin der Weg führt.“ „Genauso wie die Liebe. Wenn man immer alles analysiert, dann kann nie wissen ob es richtig ist. Wenn man seinen Gefühlen nicht zuhört und einen falschen Weg einschlägt.“ Momentmal haben die Beiden sich gegen mich verschworen. „Ich gehe zu Marie. Klärt das unter Euch. Ich weiss was ich will.“, sage ich gehen zu Ihnen. Ich höre nur wie Ole zu Phil sagt. „Sie ist stur oder sie will es nicht sehen.“ Was soll ich nicht sehen. Mittlerweile bin ich bei Marie angekommen. „Na. Marie. Ole lästig geworden.“ „Nein. Er wollte nur sehen, was ihr so treibt.“ „Super Idee gewesen. Beide wollen mir einreden meinen Gefühlen zu folgen.“ „Was ist daran so falsch?“ „Weil ich eine klare Meinung dazu habe. Ich will mich nicht in Idioten verlieben.“ „Ist Phil ein Idiot?“ „Nein ein Player.“ „Wer sagt das?“ „Jemand hat mich gefragt, ob Phil ein Player ist? Ich sagte nur, frage ihn selber.“ „Du denkst, Du bist ein Spielzeug für ihn.“ „Keine Ahnung. Phil ist ganz in Ordnung. Aber nur als guter Freund. Mehr nicht. Das ist mir auf der Flucht von Sylt klar geworden.“ „Okay. Setz Dich.“ Dann unterhalten wir uns über alles Mögliche. Ole bleibt bei Phil. Nach einiger Zeit sehen wir, dass wir wieder in den Hafen laufen. „Marie.“ „Ja, Juli.“ „Habt Ihr das geplant?“ „Nein. Phil hat gesehen, wie der Typ Dich an geklotzt hat. Das hat ihm nicht gepasst. Daraufhin hat er bei mir angerufen, ob Ole kommen könnte.“ „Wieso Ole? Ist Ole denn da gewesen?“ „Ja, er ist mit Phil gekommen. Mein Cousin hat ihn bei mir abgeladen und ist dann ins Restaurant gefahren. Sein Vater wollte mit ihn sprechen. Dann hat er Euch gesehen. Er konnte schlecht zu Euch rüber gehen. Mein Onkel hätte dann gefragt, wer Du bist. Solange Phil nicht weisst, was Du für ihn bist, geht er solche Diskussionen mit seinen Vater aus dem Weg. Phil hat sogar von der Toilette angerufen.“ „Echt?“ „Warum passt es ihn denn nicht?“ „Merkst Du es nicht?“ „Was?“ „Phil ist total verknallt in Dich. Erst wollte er nicht mit. Aber als die Sache mit Susanne und Markus war, wollte er Dich nicht aus den Augen lassen. Mein Vater war nicht begeistert. Übrigens. Max will auch kommen und Marlene in euren Zimmer überraschen?“ „Und wo soll ich dann hin.“ „Du gehst mit Ole in Phils Zimmer. Phil kommt zu mir. Wenn es ruhiger wird, kommt Ole zu mir und Phil zu Dir?“ „Wollt ihr mich verkuppeln.“ „Nein. Phil hat vorgeschlagen auf dem Sofa zu übernachten. Du kannst das Bett haben. Bloß dann hat er ein Auge auf Dich. Nicht das der Typ Dich noch anbaggert.“ „Lass das nur meine Sorge sein.“ Ole kommt zu uns. „Hast Du den Plan erklärt?“ Marie nickt. „So lass uns Essen gehen und auf unsere Zimmer verschwinden.“ Mir wird ganz mulmig. Eine Nacht mit Phil im Zimmer. Das kann nicht gut gehen. Wir gehen vom Bord und gehen in ein kleines Restaurant. Plötzlich stehen Janne und Niklas da. „Schönen Abend.“, sagen sie zu uns. „Euch auch einen schönen Abend. Setz Euch zu uns.“ Wir machen Platz zwischen mir und Phil. Es soll ja nicht auffliegen, dass Ole mein Bruder ist. Sie setzen sich zu uns. Es wird ein netter Abend. Niklas beobachtet mich. Ich drehe mich zu meinen Bruder um und gebe ihn einem Kuss. „Ihr seid ja ein Herz und eine Seele.“, sagt Janne. Wir sehen uns an und nicken. Marie und Phil grinsen. Phil gibt dann Marie einen Kuss auf die Stirn. „Ihr beide auch.“, sagt Niklas. „Wollen wir gehen?“, fragt Marie. „Ja, wir müssen auf die Rechnung noch warten.“, erwidert Niklas. „Ihr seid eingeladen. Als Chef mache ich das mal. So kann ich meine Angestellten besser kennenlernen.“ „Danke.“, sagen Niklas, ich und Janne. Anschließend nimmt mich Ole an die Hand. Wir verschwinden in Oles Zimmer und Marie mit Phil ins andere Zimmer.

Teil 18

Ankunft in Hamburg im Hotel

Marlene weckt mich auf. „Sag mal hast Du geschlafen? Wir sind gleich da Juli.“ „Wie schon da? Wir waren eben doch erst in Soltau. Vielleicht hast Du Recht. Ich bin wohl ein bisschen eingenickt. Aber geschlafen habe ich nicht.“, erwidere ich. „Wer hat gestern Nacht nicht geschlafen? Ich oder Du?“, fragt sie mich. „Ich weiss nicht, ob Du geschlafen hast. Mein Schlaf war gut.“ Die Frage ist berechtigt. Eigentlich habe ich gestern Nacht kaum geschlafen. Mir sind so viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Die meisten Gedanken drehten sich immer wieder um Phil. Was war das auf Sylt? Ole hatte mich damals vor ihn gewarnt und jetzt stellt er ihn anders da. Ich frage mich jetzt ehrlich, was hat Phil gesagt, dass mein Bruder jetzt so über ihn denkt. Für Phil bin ich bestimmt nur ein Spielzeug. Wenn er es bekommen hat, schmeißt er mich in die Ecke. „Juliane.“, spricht mich jemand an und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich sehe nach oben. „Marie. Was gibt es denn?“ „Du bist ebenso in Gedanken vertieft gewesen. Marlene ist schon raus.“ Stimmt Marlene sitzt nicht mehr neben mir. In Soltau hatten wir die Plätze getauscht. Meine Freundin wollte sich mit Tobias unterhalten. Erst habe ich noch zugehört, irgendwann habe ich dann aus dem Fenster gesehen und meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Da muss ich wohl eingenickt sein. „Sorry. Marie.“ „Du hast wohl über jemand nachgedacht. Ganz ehrlich. Wenn Du denkst, Du wärst ein Spielzeug für ihn, dann muss ich Dich enttäuschen.“ „Wie kommst Du darauf?“ Marie grinst. „Erkläre ich Dir ein anderes Mal. Jetzt komm.“ Ich stehe auf und folge Marie. Marie verteilt die Zimmer. Ich und Marlene bekommen ein Zimmer. Janne und Caroline bekommen zusammen ein Zimmer. Janne und Caroline verstehen sich auch in der Firma ganz gut. Jörn wird mit einem Typen einquartiert, den ich nur von Sehen her kenne. „So, die Zimmer sind verteilt. Sagt mir Bescheid, wenn irgendwas mit der Zusammensetzung nicht passt. Wir haben versucht so gut wie möglich eine Lösung zu finden.“ Alle nicken und gehen dann auf ihre Zimmer. Marie ruft noch hinterher, das heute für alle der Tag zur eigenen Verfügung steht. Morgen früh um neun würde dann das Seminar anfangen. „Marlene was machen wir mit dem restlichen Tag.“ „Shoppen gehen.“ „Du schon wieder.“ „Die Idee ist nicht schlecht.“, sagt jemand hinter uns. Wir drehen uns um. Janne und Caroline gehen hinter uns. „Janne hat Recht.“, sagt Caroline. „Okay, wollen wir erst was essen?“, frage ich sie dann. Alle drei nicken. „Können wir mit?“, fragt jetzt Jörn. „Ja, klar.“, sagt Janne. Wir abreden uns dann. In einer Stunde unten in Foyer.

Teil 17

Der nächste Tag

Ich und Marlene stehen am nächsten Morgen auf. Wir sehen auf die Uhr. „Wir müssen uns beeilen.“, sagt Marlene zu mir. „Ja. Du hast Recht. Geh Du erst mal duschen und ich mache das Frühstück.“ „Okay. Du bist schneller unter der Dusche fertig. Wie schaffst Du das nur Juli?“ „Keine Ahnung. Du weisst doch es muss immer schnell gehen bei mir.“ „Ja, aber nicht bei Jungs.“, kichert meine Freundin und geht ins Bad. Ich mache mich in der Küche zu schaffen. Stelle den Kaffee an, decke den Tisch und backe die Brötchen auf, die wir eigentlich nur sonntags machen. In der Woche gehen wir meistens beim Bäcker vorbei und holen uns was. Coffee to go. Aber heute gönnen wir uns das mal zu Hause zu starten. In einer Stunde werden wir lt. Plan abgeholt. Plötzlich klingelt es an der Tür. Ich gehe zur Tür und Janne steht da. „Morgen Janne. Was machst Du hier?“ „Morgen Juli. Ich konnte nicht schlafen. Dann habe ich Marie angerufen und ihr gesagt, dass ich bei Euch mit einsteige. Können wir zusammen frühstücken.“ „Ja, klar. Setz Dich. Wir haben nicht viel, aber es reicht auch für drei.“ Janne setzt sich. „Kann ich Dir helfen Juli?“ „Nein. Bleib einfach sitzen.“ Der Kaffee ist fertig und gebe sie in die Tasse rein. Wir fangen schon mal an. Marlene braucht sehr lange. Plötzlich erscheint Maximilian in der Tür. „Morgen Max.“, sage ich zu ihm. Janne sieht ihn an. „Was macht der Typ hier.“ „Ich bin ein Freund von den Beiden. Was dagegen? Es ist gestern Abend mit meinen Freunden spät geworden. Da habe ich Marlene an getickert, ob ich bei den Beiden übernachten kann.“ Ich stehe auf und hole noch eine Tasse. „Möchtest Du Kaffee Max?“, frage ich. Maximilian nickt. „Dann setz Dich.“ „Ich hoffe, Du bist nicht böse, dass ich bei Euch übernachtet habe. Marlene sagte, Du schläfst so fest. Sie bekommt Dich nicht wach.“ „Warum hat sie mich nicht heute Morgen informiert.“ Marlene kommt rein. „Max hat auf dem Sofa geschlafen. Ich habe es total vergessen. Sorry.“ „Schon gut. Ich gehe jetzt duschen.“ „Wie kein Frühstück?“ „Ich habe schon gefrühstückt. Du hast Dir Zeit gelassen.“ Dann zwinkere ich ihr zu. Sie kann mir viel erzählen, das Max auf den Sofa gepennt ab. Ich gehe unter die Dusche und höre das Klingeln nicht. Dann gehe ich im mein Zimmer und ziehe mich um. Plötzlich klopft es. „Marlene komm rein. Sind sie schon da?“ „Ich bin nicht Marlene.“ Jetzt drehe ich mich um und Marie steht da. „Morgen Marie.“ „Morgen Juli. Ich habe meinen Sachen schon den Reisebus übergeben. Er holt die Anderen erst ab. Max hat mich angerufen, weil Janne hier ist. Er hat behauptet, er hätte auf den Sofa übernachtet.“ „Ja, hat er.“ „Du weisst bestimmt, dass es nicht so ist.“ „Konnte ich mir schon vorstellen. Sie hat mich auch nicht geweckt, oder?“ „Nein. Max war gestern so betrunken. Er hat mit Phil diskusstiert. Dann hat Alfred Phil angerufen und er musste zu ihm. Irgendwann rief mich Ole an, das Max und er zu viel getrunken haben. Ich fragte wieso. Ole meinte, Max hatte Stress mit Lene. Da habe ich bei Marlene angerufen. Wir drei sind dann zu Euch gefahren. Ole wollte Dich wecken, aber ich habe ihn davon abgeraten. Jedenfalls ist es nicht Max ´s Schuld sondern meine Schuld.“ „Ach Marie. Ist schon gut.“ „Kommst Du? Der Bus muss gleich da sein.“ Ich folge Marie in Wohnzimmer. Ole kommt auf mich zu. „Ich habe Dich lieb meine Süße.“, flüstert er zu mir. In Flüsterton antworte ich ihn. „Ich Dich auch.“ „Du bist nicht böse?“ „Nein.“ „Ich muss Dir was sagen, können wir kurz reden.“ „Ihr entschuldigt uns.“ Dann geben mein Bruder und ich wieder in mein Zimmer. „Phil.“, fängt er an zu reden. „Was ist mit Phil?“ „Warum machst Du ihn das so schwer?“ „Was mache ich?“ „Du magst ihn.“ „Ja, nur als Freund. Mehr nicht. Das Thema ist erledigt.“ „Juliane Pauline.“ So nenn mein Bruder mich nur, wenn er sauer auf mich ist. „Was?“ „Du machst einem Fehler. Er hat gestern mit Max und mir über Dich geredet. Meinst Du warum die Beiden so betrunken waren. Max hatte Stress mit Marlene, wegen Euch Beiden. Marlene sagt, Phil sollte Dich in Ruhe lassen. Phil versteht es nicht. Es tut mir leid, was ich auf Sylt gesagt habe.“ „ Schon gut. Ole.“ Plötzlich klopft es. „Kommt Ihr beide?“, fragt Marlene. „Ja, wir kommen.“, sage ich zu ihr und dann zu Ole: „Das Thema ist erledigt.“ „Du bist stur.“, erwidert mein Bruder. Wir gehen ins Wohnzimmer. Es klingelt an der Tür. Marlene geht hin. „Moin.“, sagt sie. „Moin.“, antwortet eine bekannte Stimme. Dann steht er im Zimmer. „Moin alle zusammen. Marie. Wir telefonieren.“ „Ja, mache ich Philipp.“ Janne sieht uns alle an. „Der Chef persönlich.“ Phil wendet sich zu ihr. „Ja, Marie ist meine Freundin. Sie muss mit mir noch telefonieren, weil mein Onkel noch etwas geplant hat. Es soll eine Überraschung sein.“ „Okay. Chef.“, sagt Janne. „Ich wollte auch sagen, der Bus ist da.“ Sie gehen vor mir raus Außer Marie und Phil. „Phil kommst Du denn jetzt nicht mit?“, fragt Marie. „Noch nicht. Ich komme nach.“ Dann sieht er mich an. Ich zeige keine Regung. „Schöne Fahrt.“, sagt er zu uns und verschwindet. Marie sieht mich unverständlich an. „Komm wir gehen.“, sagt sie. Ich folge ihr. Dann setzen wir uns in den Bus. Wer alles mitfährt? Einige kenne ich nur von sehen. Ich setze mich neben Marlene und flüstere ihr ins Ohr. „Du brauchst Dich nicht wegen mir mit Max zu streiten.“ „Woher weisst Du das?“ „Ole.“ Marlene schüttelt den Kopf. „War ja klar. Er ist immer ehrlich zu Dir. Daran habe ich nicht gedacht. Ich weiss ja, dass Ole Dir alles erzählt. Sorry. Eigentlich wollte ich mich nicht einmischen. Aber als die Drei dort saßen und über eine gewisse Dame diskutieren, konnte ich mich nicht zurückhalten.“ „Ich weiss Marlene.“ Anschließend hole ich meinen mpg3 Player raus und mein Buch. Marlene weiss, dann will ich nicht reden. Sie holt auch ein Buch raus. Bis wir in Hamburg sind, dauert es ja noch. Was meinte eigentlich Phil damit, er kommt nach. Welcher Plan wird hier ausgeheckt. Irgendwann schlafe ich über das Buch ein.

Zuhause

Was heisst eigentlich zuhause?

Zuhause heisst für mich Familie und Freunde.

Wenn man in der Fremde ist und die Familie weit weg ist, kann es auch ein Zuhause sein kann. Wenn man Freunde hat, die einen ein Lächeln schenken. Freunde die für einen da sind wie eine Familie.

An den Spruch ist was wahres dran. DER SPRUCH HÄNGT BEI UNS IN DER Ķüche. Da wo die meisten Parties statt finden.

Also denkt drüber nach.

FREUNDE BRAUCHT MAN GENAUSO WIE Familie.

Frühling

Endlich ist er da. Der Frühling. Man sieht überall das es blüht. Letzte Woche schneite es und dieses Wochenende bekommen wir 20 Grad und Sonnenschein. Verrücktes Wetter. Aber die Sonne brauchen wir jetzt. Wieder Energie tanken. Aber in April gibt es das öfters. Kalt, Schnee und Regen. Oder Warm, Sonne und Regen. TYPISCHES Aprilwetter.

Aber es schön zu sehen, wenn sich die Blüten am Baum entfalten.

Schönen Frühlingstage und schöne Ostern.

Die Erklärung

Im Zug hänge ich meinen Gedanken nach. Warum habe ich meiner Mutter eigentlich von Phil erzählt? Habe ich wirklich so von ihm geschwärmt? Ich sehe auf die Uhr und stelle fest, dass ich erst in einer halben Stunde in Hannover bin. Warum habe ich den anderen Zug verpasst? Jetzt sitze ich im Bummelzug. Der Zug hält an fast jeder Bahnstation. Verdammt. Ob ich es rechtzeitig nach Hause zu kommen und zu mich frisch zu machen. Im Zug ist es ganz schön heiß. Ich stecke meinen Wecker am Telefon und schliesse meine Augen. Dann träume ich totalen Wirrwarr. Ich und Phil auf Sylt. Wie wir beide am Strand sparzieren gehen. Er nimmt meine Hand und wir bleiben stehen. Dann dreht er sich zu mir um und küsst mich. In den Moment klingelt mein Handywecker. Warum träume ich davon, dass Phil mich küsst? Vorhin habe ich sogar Susanne gesteckt, dass Phil nichts mit Angestellten anfängt. Momentan verstehe ich mich total nicht. Erst sage ich zu Susanne das. Dann schwärme ich meiner Mutter von Phil vor und jetzt träume ich noch von ihm. Was kommt als nächstes? Der Zug hält und ich steige mit meinen Seesack aus. Dann renne ich zum Taxistand. Mit meinen Seesack wollte ich keine Straßenbahn fahren. Um diese Uhrzeit ist es immer sehr voll. Ein Taxi hält vor meiner Nase und ich steige ein. „Wohin?“ Ich sage den Taxifahrer wohin er mich bringen soll. Anschließend fährt er los. Wir kommen bei der Wohnung an. Ich bezahle und sprinte nach oben. Jedenfalls so gut wie ich es mit dem Seesack kann. Als ich oben angekommen bin, stecke ich den Schlüssel in Tür. Dann öffne ich sie und höre Stimmen. „Wann kommt denn Juliane?“, fragt Marie. „Sie müsste jeden Moment kommen.“, antwortet Marlene drauf. „Hallo. Hier bin ich.“ „Wir sind im Wohnzimmer.“ Meinen Seesack schmeiße ich schnell in mein Zimmer und gehe in Wohnzimmer. Als ich die Tür öffne, erstarre ich. Phil, Ole, Marie und Marlene sitzen auf dem Sofa. Mein Bruder holt mich schnell aus der Starre raus. „Hallo Schwester. Hast Du es endlich geschafft?“ „Ja, ich habe den ersten Zug verpasst. Wir hatten einen Traktor vor uns.“ „Ich sage doch, auf den Land zu wohnen, bringt auch Nachteile.“, erwidert mein Bruder. Dann begrüße ich alle. „Setz Dich.“, sagt Marie zu mir. Phil fängt an zu erzählen. „Also. Wir müssen einige Sachen erklären. Z.B. Warum Du, Jörn und Marlene mit zum Seminar fahren.“ „Ja, das wäre sehr hilfreich.“, sagte Marlene zu ihn. „Also es ging ja alles sehr schnell. Eigentlich ward ihr drei für dieses Seminar nicht geplant. Aber als ein Gerücht aufkam und Susanne mich noch angebaggert hat, ist mein Onkel zu den folgenden Entschluss gekommen?“ „Und welchen?“, frage ich jetzt. „Du, Marlene und Jörn müsst aus der Schusslinie gebracht werden. Erst war mein Onkel sauer auf mich. Als ich ihn dann die Situation vom Wochenende erklärt habe, hat er sich beruhigt. Kurzerhand hat er meine Cousine angerufen. Die haben dann vier Seminarplätze geändert. Den Kollegen gesagt, das der Veranstalter die vier vergessen hat. Sie haben nicht gesagt, dass sie die Plätze mit Euch getauscht haben. Jedenfalls Susanne und Markus haben irgendwas vor. Herr Regen meinte es auch. Susanne hätte nach ganz bestimmten Sachen gefragt.“ „Seit wann weisst Du es?“, fragt Marlene. „Seit letzter Woche. Herr Regen war in meinen Büro und hat mich vor den Beiden gewarnt.“ „Okay. Und Janne?“, will ich wissen. „Janne, Jörn und Du seid ein gutes Team.“ „Okay.“ „Übriges gegenüber den Anderen ist meine Cousine meine Freundin. Alles klar? Bitte behaltet das für Euch.“ Marlene und ich nicken. Ole sieht Phil komisch an. „Ole. Alles gut. Danach hast Du sie wieder für Dich alleine.“ Wir lachen. Dann beschließen sie zum Italiener um die Ecke zu gehen. „Juliane willst Du nicht mit?“, fragt Ole mich. „Nein. Ich muss noch was erledigen.“ Die Anderen gehen und ich bleibe alleine zurück. Plötzlich klingelt es an der Tür. Ich gehe zur Tür. Phil steht vor mir. „Können wir kurz reden?“ „Ja, klar. Komm rein.“ Phil folgt mir und setzt sich aufs Sofa. Ich setze mich auf einen Sessel. „Spuck aus. Was willst Du?“ „Juli. Es fällt mir nicht leicht. Ich habe es auf Sylt ernst gemeint. Nicht das Du jetzt was Falsches denkst. Seit ich weiss, dass Du bei meinen Onkel angestellt bist.“ „Was meinst Du?“ „Du hast ja selbst gesagt, ich fange nichts mit Angestellten an.“ „Ja, ich und nicht mit meinen Chef.“ „Ja, da liegt der Knackpunkt. Als ich mich in Dich verliebt habe, war ich nicht dein Chef. Es fällt mir schwer dein Chef zu sein. Ich habe mit Marie abgesprochen, das ich noch ein paar Wochen bleibe. Aber dann bin ich wieder in Hamburg. Ich bin dann nicht mehr dein Chef.“ „Phil. Alles gut. Ich habe damit abgeschlossen. Fernbeziehung liegt mir auch nicht. Es ist besser Du gehst.“ „Bist Du Dir sicher?“ „Ja. Phil. Gehe bitte.“ Dann steht Phil auf und geht zu Tür. Ich folge ihn. Er öffnet die Tür, geht einen Schritt raus und dreht sich zu mir um. Ich habe es nicht kommen sehen. Dann küsst er mich. Ich stoße ihn weg. „Was soll das?“ „Ein Abschiedskuss.“ „Phil. Es war nichts zwischen und wird nie was werden.“ „Schade.“ Philipp geht dann ohne sich umzusehen. Ich mache mich auf den Weg in mein Zimmer. Es klingelt schon wieder und gehe wieder hin. Dann öffne ich die Tür. „Phil. Es wird aus uns nie was werden.“ „Ich bin nicht Phil. Hast Du doch was mit den Chef?“, fragt mich Markus. „Nein. Ich habe nichts mit ihm. Wir sind uns nur auf Sylt begegnet und er hat mich angebaggert. Aus Sylt habe ich ihn klar gemacht, das er andere anbaggern soll.“ Na gut. Es entspricht nicht der Wahrheit. Besser so als wenn Markus die Wahrheit kennt. „Ihr seid Euch auf Sylt begegnet?“ „Ja. Er hat schnell Ersatz gefunden.“ „Ist er ein Player?“ „Keine Ahnung. Frag ihn. Warum bist Du hier?“ „Weil ihr aufs Seminar fahrt? Ihr drei habt gar nichts davon erzählt.“ „Stimmt. Wir wollten bloß nicht darüber reden.“ „Jörn hat gesagt, dass ihr es bis vor kurzen nicht gewusst habt.“ „Ich und Marlene schon. Janne und Jörn nicht. Es war noch nicht klar, ob sie noch mit ins Seminar kommen. Jedenfalls haben sie wohl Namen vertauscht. Janne und Jörn wurde ins Seminar eingeschrieben und die Anderen wohl nicht. So hat es Marie, die Freundin von Chef gesagt.“ „Und dann küsst er Dich?“ „Keine Ahnung. Ole und Marie sind nicht mehr zusammen. Ole hat sich bei mir ausgeheult. In will mich in das Drama nicht einmischen.“ Marlene kommt. „Hallo Markus.“ „Hallo Marlene. Ihr wusstet von dem Seminar? Jörn und Janne hatten keinen Ahnung.“ Meine Freundin sieht mich an. „Richtig.“, sagt sie. Markus nickt und verabschiedet sich von uns. Als wir im Wohnzimmer waren. „Sag mal, was hast Du Markus erzählt?“ „Phil hat mich an der Tür geküsst. Ich konnte doch nicht sagen, dass Ole mit Marie noch zusammen ist. Notlügen sind doch erlaubt. Jörn hat gesagt, er hätte nichts gewusst. Jedenfalls musste ich mir das ausdenken.“ „Das ist Dir schwer gefallen, oder. Du bist die Ehrlichkeit in Person.“ „Ja, Marlene. Es ist mir wirklich schwer gefallen.“ „Lass uns ins Bett gehen. Übrigens Phil mag Dich wirklich.“ „Mir egal. Das Thema Phil ist abgeschlossen.“

Teil 15

Juliane

Ich sitze im Zug, weil ich Sachen aus meiner anderen Wohnung holen muss. Damals habe ich immer gedacht, dass man in der Stadt besser leben kann. Marlene und ich haben uns eine Wohnung in der Stadt gemietet. Mir wurde schnell klar, dass es nicht mein Ding ist. Es war einfach ein Irrtum. Ich bin kein Stadtkind. Absolut nicht. Eher ein Dorfkind. Daraufhin habe ich meine Eltern gefragt, ob ich in der Einliegerwohnung in ihrem Haus wohnen darf. Meine Eltern waren begeistert. Ein Kind was in der Nähe ist. Momentan pendele ich immer wieder mal zwischen der Einliegerwohnung und der Wohnung in Hannover. Mein Zimmer in unserer WG habe ich für alle Fälle behalten. So musste ich in der Firma nicht meine Personaldaten ändern. Jedenfalls kommt es immer darauf an, was anliegt. Wenn Marlene und ich was in Hannover unternehmen, bleibe ich einfach da. Oder wenn es spät in der Firma wird. Besonders wenn die Züge mal wieder streiken, ist das praktisch. Dann brauche ich mir kein Hotelzimmer nehmen. Meine Eltern haben mir damals gesagt, ich sollte mein Zimmer in der Wohnung in Hannover behalten. Sie haben mir die Gründe aufgezählt. Meine Eltern haben vollkommend Recht. Jedenfalls haben mich die Gründe überzeugt. Mein Bruder wohnt ja auch in Hannover. Jedenfalls haben wir dann Familienrat gehalten und einige Sachen bezüglich der Wohnung besprochen. Ole bleibt auch ab und zu bei meinen Eltern. Besonders wenn Erntefest ansteht und er voll mit den Erntefestaktivitäten eingespannt ist. Manchmal bin ich richtig froh nicht in der Stadt zu sein. Hier kann ich mal im Garten sitzen ohne vom irgendein Nachbarn angegafft zu werden. Im Sommer ist das richtig herrlich. Grillen kann man ohne den Nachbarn groß zu fragen. Plötzlich schießt mir ein Gedanke durch den Kopf. Ob mich meine Mutter vom Zug abholt? Hoffentlich. Angeschrieben habe ich sie ja. Ich sehe aus dem Fenster. Langsam komme ich der Heimat näher. Als ich den Bahnsteig sehe, sehe ich schon meine Mutter. Dann steige ich aus und gehe auf sie zu. „Hallo Mum.“ „Hallo Kleine. Erzähle mal. Was ist das für ein Seminar?“ „Keine Ahnung.“ „Bestimmt so was neumodisches. Zusammenhalt in der Firma fördern.“ „Kann sein. Wo steht dein Auto.“ „Dort drüben.“ Wir gehen hin und unterhalten uns. Paps ist noch in der Firma. Als wir zuhause angekommen sind, macht meine Mutter uns eine Tasse Kaffee. Ich gehe kurz nach oben und suche mir die Kleidung, die ich mitnehmen möchte, raus. Anschließend packe ich meine Sache in meinen Seesack und gehe wieder zu meiner Mutter. „Mensch Juliane. Hast Du alles?“ Meine Mutter fängt wieder an mich zu bemuttern. Ich sage genervt: „Ja. Mama. Alles im Koffer.“ „Setz Dich. Erzähle. Was gibt es Neues?“ Meiner Mutter erzähle ich was so in letzter Zeit passiert ist. Seit ich aus Sylt zurück bin, habe ich sie noch nicht wieder gesehen. Meine Eltern waren im Urlaub. Sie besuchten Papas Cousin in den USA. Dann sieht mich meine Mutter an. „Sag mal Juliane.“ „Was?“ „Hast Du Dich auf Sylt verliebt?“ „Nein. Wie kommst Du darauf.“ „Du schwärmst ja von dem Typen.“ „Er war nur richtig nett.“ „Ich würde mich ja für Dich freuen.“ „Mama. Wie war es in den USA?“ „Lenkt von Thema nicht ab.“ Mist, hat nicht geklappt. Ich hätte ihr das nicht erzählen sollen. Zum Glück habe ich ihr nicht gesagt, dass er jetzt mein Chef ist. Phil ist einfach tabu für mich. „Du willst nicht über das Thema sprechen. Wie geht es denn Marie und Ole?“ „Nein. Woher kennst Du Marie?“ „Ole war mit Marie letztes Wochenende hier. Er hat sie als seine Freundin vorgestellt.“ Mein Bruder hat noch nie ein Mädel meinen Eltern vorgestellt. Was ist mit Finn Ole bloß los? Mein Telefon klingelt und ich gehe ran. „Hallo Marlene.“, sage ich ins Telefon. „Hallo Juli. Kommst Du heute noch zurück oder sehen wir uns morgen erst?“ „Wieso? Störe ich irgend wobei.“ „Nein. Ich will es nur wissen. Marie will vorbeikommen und hat gefragt, ob Du auch nachher da bist.“ „Ja.“ Ich schaue auf die Uhr. „So ungefähr in zwei Stunden.“ „Okay bis dann.“ Dann lege ich auf. „Du musst schon wieder weg?“ „Ja, die Seminarleiterin will uns noch Informationen geben. Schlimm?“ „Nein, es ist okay.“ Eigentlich weiss ich ja nicht, ob sie die Seminarleiterin ist. Jedenfalls kann sie mir die Frage beantworten, warum sie alles regeln. Eine Stunde später sitze ich wieder im Zug nach Hannover.

TEIL 14

Bürogespräche

Ich komme ins Büro. „Das fasse ich jetzt nicht.“ „Was fasst Du nicht?“ „Susanne schmeißt sich an unseren Chef ran.“ „Echt jetzt.“ „Janne ja.“ „Ich gehe gleich mal rüber.“ „Bloß nicht. Sonst heisst es, wir wären neugierig.“ „Quatsch. Ich muss eh was fragen.“ Dann geht Janne raus. Marlene kommt rein. „Na. Juliane“ „Moin. Marlene.“ „Hast Du Phil schon gesehen?“ „Ja, eben in Susannes Büro. Entweder er schmeißt sich an sie ran oder sie schmeißt sich an ihn ran.“ „Eher Susanne. Phil glaube ich nicht.“, sagt jemand, der gerade rein kommt. Wir drehen uns zu der Stimme um. „Marie. Was machst Du hier?“ „Meine zukünftigen Angestellten unter die Lupe nehmen.“ „Wie zukünftige Angestellte?“ „Das ist nur Scherz. Ich muss zu meinen Vater. Irgendwann übernehmen Charlotte, ich und mein Bruder das. Aber noch nicht jetzt. Phil macht das ganz gut. Momentan machen wir alle noch was anderes und kommen nicht so schnell aus der Sache raus. Jedenfalls mein Onkel hat dann Phil vorgeschlagen.“ „Okay.“, sage ich. „Juliane. Nur ein Tipp. Höre auf dein Herz und nicht auf Gerüchte. Das habe ich bei deinen Bruder auch gemacht.“ Susanne kommt rein. „Wer sind sie? Was machen sie hier?“ „Oh Sorry. Ich wollte eben nach den Weg nach Herrn Stoffel fragen. Die Empfangsdame hat mich hier hingeschickt.“ „Hier sind sie falsch. Da hätten sie die untere Etage nehmen müssen. Frau Spät was machen sie hier. Gehen sie bitte wieder in ihre Abteilung. Ich muss mit Frau Früh sprechen.“ Dann gehen die Beiden raus. „Jetzt raus mit der Sprache, warum hat sie der Chef geküsst?“ „ Wie eben gesagt. Eine Wette unter Freunden. Mehr nicht. Was geht sie das eigentlich an.“ „Phil hört mir. Schminken sie ihn ab.“ „Susanne. Du kannst ihn gerne haben.“ „Ich warne Dich.“ „Schon gut. Ich schlafe mich nicht hoch. Phil ist ein Freund aus Kindertagen. Mehr nicht. Ich fange nie was mit Arbeitskollege geschweige mit den Chef was an.“ „Das ist gut.“, erwidert sie und geht raus. Die Beiden stehen aufeinander. Ich dachte, er würde so wie ich denken. Janne kommt rein. „Soll ich Dir was erzählen.“ „Meinetwegen.“ „Unser Chef steht nicht auf Susi. Ich habe ihn sogar zu Herrn Regen gebracht.“ „Egal. Sonst noch was?“ Das Telefon klingelt und ich nehme ab. „Früh?“ „So früh ist das auch nicht. Könntest Du bitte zu mir ins Büro kommen?“ „Wer ist denn dran?“ „Dein Boss.“ „Okay. Ich komme.“ Dann stehe ich auf. „Wo willst Du denn hin?“ „Zum Chef.“ „Was will der denn von Dir.“ „Keine Ahnung.“ Wie in Trance erreiche ich das Büro von Phil und klopfe rein. „Herein.“ Ich trete ein. Marie und Jörn sitzen auch da. „Setz Dich.“, sagt Marie. Dann setze ich mich. „Juliane. Du und Jörn habt gute Arbeit geleistet. Wir möchten Euch gerne auf ein Seminar schicken. Morgen würde es losgehen.“, sagt Phil. „Wie jetzt?“ Jörn flüstert mir was ins Ohr, damit Marie und Phil es nicht hören. „Die Freundin von Chef hat gesagt, die Idee wäre gut. Ich wusste gar nicht, dass sie ein Paar sind. War dein Ex Freund Ole nicht mit ihr zusammen.“ „Ganz ehrlich. Ich weiss es nicht. Am Samstag war ich sehr früh weg.“ „Was flüstert ihr denn?“ „Nichts.“ „Ich denke mir, das Seminar in den Unternehmen wird Euch beiden Spaß machen.“ Langsam verstehe ich die Welt nicht mehr. Was soll das alles bedeuten? Jörn und ich nicken und gehen. Die Sekretärin gibt uns die Unterlagen. Hamburg. Marlene kommt auf uns zu. „Ihr auch?“, fragt sie. „Ja, Du auch?“ Marlene nickt. Marie kommt hinter uns her. „Geht nach Hause. Packt eure Sachen. Wir sehen uns morgen früh. Euch noch einen schönen Tag. Wir regeln das schon.“ Verdammt was ist hier los.

Teil 13

Montagmorgen

Am Montagmorgen gehe ich in mein Büro. Das Telefon klingelt. Warum klingelt heute ständig das Telefon. Erst heute Morgen zu Hause und jetzt hier. Ich gehe schnell zum Telefon und als ich abnehme, ist keiner dran. Typisch. Können die nicht länger warten. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und mein Onkel steht wütend in der Tür. „Morgen Onkel Alfred.“ „Morgen.“, knurrt er zurück. „Ist was passiert, das Du sauer auf mich bist.“ „Ja.“ „Und was?“ „Hast Du eine Angestellte von geküsst?“ Woher weisst er das denn. Soll ich ihm die Wahrheit sagen oder nicht. Besser ich sage meinem Onkel die Wahrheit. „Was ist Philipp? Hat es Dir die Sprache verschlagen? Oder ist das eine Gerücht?“, fragt er jetzt. „Es ist kein Gerücht. Ich habe eine Angestellte geküsst. Ist das jetzt so schlimm?“ „Wie man es nimmt. Eigentlich wollte ich sie befördern, aber so sieht es aus als ob sie es über Dich geschafft hätte.“, sagt er jetzt ruhiger. „Moment. Du willst Juliane befördern?“ „Ja. Eigentlich. Ich muss aber erst herausfinden, wer Informationen über die Firma ausplaudert. Bei Juliane kann ich es mir nicht vorstellen. Ellas Vater legt die Hand für sie ins Feuer.“ „Erstmal. Ich habe nur Juliane geküsst, weil Ole meinte, es wäre mein Job.“ „Ole? Maries Freund. Was hat er mit Juliane zu tun?“ „Juliane und Finn Ole gehören zu einer Familie. Das wusste ich bis Samstag auch nicht. Ich dachte Ole wäre ihr Freund.“ „Warum ist es jetzt dein Job?“ „Also Markus. Wie soll ich es sagen? Früher hat man gesagt, er würde das Mädchen anbaggern. Man kann auch sagen, er will was von ihr? Juliane hat kein Interesse und Ole hat immer dann ihren Freund gespielt. Ich wäre ja ihr Chef, bei ihn wäre es wegen seiner Freundin unglaubwürdig.“ Na, gut es ist nicht die ganze Wahrheit. Besser eine Notlüge erzählen als zu sagen, was auf Sylt passiert war. „Okay. Zu welchen Verhältnis stehen die Beiden jetzt zueinander?“ „Geschwister. Markus weiss es aber nicht. Ole meint, ich würde es glaubhafter rüberbringen. Besonders weil ich sie schon über zwanzig Jahre kenne.“ „Du kennst Juliane schon länger.“ „Ja, auch Marlene. Ella hat uns Fotos gezeigt.“ Mein Onkel hat sich beruhigt und schluckt die Geschichte. „Übrigens. Mein Motto ist das auch. Fange nie was mit Angestellten an. Onkel Alfred. Es war nur eine Hilfe.“ „Schon gut Phil.“ „Hast Du schon einen Verdacht, wer es sein könnte?“ „Susanne, John oder Markus. Janne und Juliane schliesse ich aus. Jörn auch. Jannes Eltern kenne ich von der Schule und Jörns Vater ist ein alter Studienkollege von mir.“ „Okay. Was hast Du vor?“ „Du wirst ein bisschen Susanne und ihren Kollegen über die Schulter schauen. Dann berichtest Du mir von der Abteilung.“ „In welcher Abteilung sitzen denn Janne, Juliane und Jörn?“ „Die Drei J sitzen auch da.“ Mein Onkel lacht. „Die Drei J?“, frage ich. „Ja. Wie die drei Fragezeichen. Ihre Namen fallen alle mit J an. Jedenfalls nimmst Du Janne, Jörn und Juliane auch unter die Lupe. Sonst fällt es auf.“ „Okay. Onkel Alfred.“ Alfred geht zu meinem Telefon und ruft jemand an. Kurze Zeit später steht Susanne in meinem Büro. „Frau Weber. Zeigen sie bitte meine Neffen unsere Vorgehensweise in der Marketing- abteilung. Vielleicht können sie ja mit ihn über ihr neues Konzept sprechen.“ „Ja. das können wir machen.“ Dann geht Onkel Alfred raus. Ich folge Susanne in ihr Büro. „Setz Dich.“, sagt sie zu mir und ich setze mich zu ihr. Susanne zeigt mir das Programm und die neuen Konzepte, die sie erarbeitet hat. Plötzlich steht Juliane in der Tür und sieht uns an. Dann rückt Susanne näher, so das nichts mehr zwischen uns passt. „Ich will ja nicht stören. Kannst Du Dir das mal anschauen.“, sagt Juliane dann. Sie gibt uns eine Präsentation. „Hat Markus damit gewirkt?“, fragt Susanne sie. „Diesmal nicht. Sein Konzept war nicht so toll. Jörn hat mitgewirkt.“ „Andere Frage. Warum ist Markus sauer auf Dich.“ „Keine Ahnung. Höchstwahrscheinlich ist er sauer, weil es nicht so gelaufen ist, wie er es erhofft hat. „Was hat er denn erhofft?“ Ich höre den Beiden zu. „Das wir in die Kiste hüpfen. Du weisst, dass es keine Option für mich ist. Kollegen sind tabu.“ „Warum küsst Du dann den Chef?“ Jetzt mische ich mich ein. „Nicht sie hat mich geküsst sondern ich sie. Das war eine Wette unter Freunden.“ Susanne grinst. „Dann ist ja gut. Lass die Sachen hier. Ich prüfe sie gleich.“ Juliane geht raus und dreht sich nochmal um. „Übrigens. Zu deiner Info. Philipp fängt nie was mit Angestellten an.“ „Sag wer?“, fragt sie nun. „Ich.“, erwidere ich darauf. Susanne steht auf. „Willst Du einen Kaffee?“, fragt sie mich bevor sie Juliane hinterher geht. „Nein.“ „Ich hole mir einen Kaffee und bin gleich wieder für Dich da.“ Dann geht sie raus. Währenddessen sehe ich mir die Zeichnungen an. Die sind echt gut. Besser als die von Susanne. Kurz bevor sie ins Büro komme, lege ich sie wieder hin. „Na gelangweilt?“ „Nein.“ Susanne sieht sich die Zeichnungen an und schmeißt sie in den Papierkorb. „Was machst Du da?“, frage ich. „Die Zeichnungen und Texte sind Scheisse.“ Nun rückt sie näher und küsst mich. In den Moment kommt Janne rein und räuspert sich. „Störe ich Euch?“ „Nein.“, erwidere ich und Susanne sieht wütend aus. Janne will wieder gehen. „Janne warte. Könntest Du mir zeigen, wo ich Herr Regen finde.“ „Der ist in obersten Stock.“ „Bringst Du mich hin?“ „Ja.“ „Susanne. Tut mir leid. Ich muss unbedingt mit Herrn Regen reden.“ „Schon okay. Wir können später reden. Heute Abend zum Abendessen?“ „Susanne. Ich habe schon eine Verabredung. Vielleicht ein anderes Mal.“ Dann stehe ich auf und folge Janne. Susanne sieht mich böse hinterher. Als wir aus der Reichweite sind, fragt mich Janne dann: „Sag mal, vernascht Du eigentlich alle in der Firma?“ „Nein. Warum?“ „Bei Juliane sah es ja noch okay aus. Aber Susanne.“ „Ganz ehrlich. Susanne ist überhaupt nicht mein Typ. Sie hat mich eben überrumpelt. Mir ist nur der Name von Herrn Regen eben eingefallen. Juliane ist nur eine Freundin von früher. Du kannst Ole fragen.“ „Meinst Du der EX-Freund redet mit mir.“ „Ganz ehrlich Janne. Ole redet mit Dir bestimmt. Hat er mit auch gemacht. Juliane wollte Markus loswerden und Ole wollte keinen Ärger mit seiner Freundin. So bin ich eingesprungen.“ „Ach so nennt man das?“ Janne lacht. Dann sind wir bei Herrn Regen angekommen. „Danke Janne.“ Sie geht. Einen Augenblick rede ich mit Herrn Regen und gehe dann zu meinen Onkel. Im Büro sitzt Alfred auf dem Sofa. „Was gibt es Phil?“ Dann erzähle ich ihn die Geschichte und meine Vermutungen. Danach bitte ich ihn, dass ich Susanne nicht mehr unter die Lupe nehmen muss. „Okay. In den Fall bist Du jetzt außen vor. Frau Weber werde ich jetzt noch mehr beobachten. Gut das Du mir das gesagt hast.“

Teil 12

Partytime

Wir fahren mit ein paar Autos zur Party. Als wir dort ankommen, steigen wir auch. Max und Marlene unterhalten sich. Jörn sieht wütend aus. Plötzlich kommt jemand auf uns zu und umarmt Charlotte. Janne telefoniert mit ihren Freund und sieht sie irritiert an. „Ella?“, fragt Janne dann. „Janne?“ „Ja. Ich habe Dich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.“ Ella und Janne umarmen sich. „Was machst Du denn hier?“, will Ella wissen. Janne erzählt kurz die Geschichte wie sich das alles ergeben hat. Dann sieht mich Ella an. „Mit Dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupften.“ „Wieso mit mir?“, frage ich sie irritiert. „Komm mit.“ Alle starren uns hinterher. „Sag mal, kennst Du mich nicht mehr?“ „Nein. Woher?“ „Ich habe bei Euch in der Firma gearbeitet. Wir sind ausgegangen. Klickert es irgendwie?“ „Nein.“ „Phil. Du hast mir eine Geschichte erzählt. Du wolltest nichts von mir. Vor zwei Jahren ungefähr.“ „Nein.“ „Du hast mir erzählt, dass ihr Jungs eine Wette habt. Wettet ihr immer noch, wieviel Frauen jeder am Abend abschleppt. Jedenfalls hast Du mir erzählt, dass Du nur das als Show abziehst. Deswegen hättest Du mich eingeladen, Du wolltest mich vor einen Typ warnen. An den Abend hast Du mir Sebastian vorgestellt.“ „Langsam kommt die Erinnerung. Du bist Sebastians Freundin aus Hannover?“ „Ja. Du hattest ja nie Zeit uns zu besuchen. Johannes hat mit Sebastian telefoniert. Er hat meinen Freund erzählt, dass Du in Hannover bist. Kurzer Hand haben wir beschlossen, die alte Clique aus Hamburg einzuladen. Da Du kaum Zeit hast uns zu besuchen, sind wir auf die Idee gekommen. Johannes sagte, Du hast Liebeskummer.“ „Ach Quatsch.“ „Nein. Das glaube ich nicht. Max hat auch gesagt, Du hättest Dich nach dem Sylt Urlaub zurückgezogen und ein Mädchen würde da hinter stecken. Los erzähle. Nicht dein Beuteschema oder ist es deine Traumfrau und sie hat Dich abblitzen lassen.“ Ole kommt auf uns zu. „Hallo Ella.“ „Hallo Finn Ole. Deine Schwester auch da? Ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen.“ Finn Ole heisst er. Nicht nur Ole. „Du weisst doch Finn Ole finde ich doof. Ja, meine Schwester ist hier.“ „Ich muss sie begrüßen.“ „Woher kennst Du eigentlich Juliane?“, frage ich sie. „Wir waren zusammen in der Grundschule. Dann sind meine Eltern nach Hannover gezogen. Das war damals ein großes Drama. Leider haben wir uns aus den Augen verloren.“ Ich nicke und Ella geht. „Sag mal, hat Dir meine Schwester wirklich den Kopf verdreht? Ich weiss echt nicht, was ihr alle so toll an ihr findet. Markus rennt ihr auch schon ein halbes Jahr hinterher.“ „Und?“ „Sie will nichts von ihm. Warum sie heute mit ihm unterwegs ist, das weiss ich nicht. Jetzt erzähle mal.“ Dann erzähle ich Ole die ganze Geschichte. Wie seine Schwester mich berührt. Irgendwas würde mich anziehen. Ich mache ihn auch klar, dass ich Juliane in Ruhe lasse. Da sieht er mich an. „Wenn sie Dich so berührt, warum sagst Du ihr es nicht?“ „Hast Du ihr nicht gesagt, ich wäre ein Player. Bis vorhin hatte ich ja gedacht, das Du ihr Freund bist.“ „Weisst Du was?“ „Nein. Du bist mir sympathisch. Also warum machst Du einen Rückzieher?“ „Ich habe einen Regel und gegen die verstoße ich nicht.“ „Welche?“ „Es gibt mehrere Regeln. Okay ich keine Lust darüber zu halten. Akzeptiere es einfach.“ „Okay.“ Juliane kommt um die Ecke. „Ole kannst Du mir helfen?“ „Nein. Das macht jetzt mein neuer Freund. Er kann das bestimmt besser.“ Ich sehe ihn grimmig an. Ole grinst und geht. Dann sagt sie zu mir. „Nimm mich in Arm. Da ist Markus. Mir ist es scheiss egal was er denkt. Auch wenn er jetzt denkt, ich nehme Dich als Sprungbrett.“ Ich sehe Markus und nehme sie in den Arm. Dann sehe ich ihr in die Augen und küsse sie. Als ob es so sein müsste. Ich kann mich der Magie nicht entziehen. Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Markus wütend verschwindet. Dann mache ich einen Schritt zurück und sehe sie an. „Markus ist weg.“ „Danke Philipp.“ „Alles gut.“ „So wie ich mich Dir gegenüber verhalten habe, ist das keine Selbstverständlichkeit. Warum verstehst Du Dich eigentlich mit Ole.“ „Ole und ich hatten ein Männergespräch. Er weiss, dass ich kein Interesse mehr an Dir habe. Ich will mich auch nicht in eure Sache einmischen.“ „Markus kommt.“ Ich drehe mich um. „Sag mal Juliane. Machst Du das immer so. Willst Du so einen besseren Job ergattern.“ „Jetzt erst mal halblang. Juliane und ich kennen uns schon länger.“ Ella kommt auf uns zu. „Das stimmt.“ Juliane, Markus und ich sehen Ella an. „Wie meinst Du das Ella?“, fragt Markus jetzt. „Phil ist damals mit uns in der Grundschule gewesen. Mein Vater und sein Vater sind befreundet. Phils Vater ist nach Hamburg gegangen und ich nach Hannover. Es war ein Drama als Phil uns verlassen hat. Für Juliane muss die Welt eingestürzt sein. Sie wollte Phil heiraten und ich sollte ihre Schwester sein.“ „Du bist doch Panne.“, erwidert Markus und geht. „Du spinnst.“, sagt dann Juliane. „Wartet hier.“ Kurze Zeit später kommt sie mit einen Bild wieder. „Also spinne ich oder seid ihr das?“ Wir sehen uns das Foto an. „Das ist. …“ „Ja wer ist das Phil?“, fragt mich Ella. „Wie hieß deine Freundin? Du nanntest sie meine kleine Liane.“ „Ja, das ist Juliane. Ich fand den Namen damals total bescheuert. Damals haben wir Dich auch Tarzen genannt. Wie im Tarzan Film.“ „Echt jetzt. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.“ „Tja. Also ist es keine Lüge, dass ihr Euch kennt. Phil ich muss Dir was gestehen. Du kamst mir immer bekannt vor. Ich wusste nicht woher. Erst als ich Euch eben gesehen habe, fiel es mir ein.“ „Juliane und ich sind kein Paar. Nur Freunde. Sind wir Freunde?“ „Ja, Phil.“ Dann gehen wir rein und feiern mit. Verdammt. Habe ich mich deshalb immer zu ihr hingezogen gefühlt. Ich schüttele den Kopf. „Warum schüttelst Du den Kopf. Dein Bruder hat mir damals schon gedroht, ich sollte Dich Ruhe lassen. Ich habe Dich nicht erkannt, verzeih.“ „Wir waren noch Kinder. Schwamm drüber.“ Wenn das so einfach wäre, irgendwas zieht mich trotzdem an. Den ganzen Abend verbringen wir mit den Leuten mit denen wir gekommen sind. Jörn unterhält sich mit einer Sandra. Markus ist nach der Unterhaltung verschwunden. Ich muss meinen Onkel alles erklären. Auch das Markus und Susanne irgendwie komisch sind. Aber jetzt will ich erst mal Spaß haben. Irgendwann löst sich die Party auf. Ich übernachte bei Ella und Sebastian. Wir reden sehr viel miteinander. Warum ich damals den Kontakt abgebrochen habe. Sebastian versteht das vollkommen. Das ganze Wochenende verbringe ich mit Sebastian und Ella. Ole und Marie kommen auch noch dazu. Als wir die Geschichte erzählen, lacht sich Ole kaputt. Jetzt würde er verstehen, warum Marie ihm bekannt vorkam. Ich weiss bloß nicht, wie ich mit Juliane umgehen soll. Sie ist tabu. Nicht das doch das Gerücht aufkommt, sie würde mich als Sprungbrett benutzen.