Die Erklärung

Im Zug hänge ich meinen Gedanken nach. Warum habe ich meiner Mutter eigentlich von Phil erzählt? Habe ich wirklich so von ihm geschwärmt? Ich sehe auf die Uhr und stelle fest, dass ich erst in einer halben Stunde in Hannover bin. Warum habe ich den anderen Zug verpasst? Jetzt sitze ich im Bummelzug. Der Zug hält an fast jeder Bahnstation. Verdammt. Ob ich es rechtzeitig nach Hause zu kommen und zu mich frisch zu machen. Im Zug ist es ganz schön heiß. Ich stecke meinen Wecker am Telefon und schliesse meine Augen. Dann träume ich totalen Wirrwarr. Ich und Phil auf Sylt. Wie wir beide am Strand sparzieren gehen. Er nimmt meine Hand und wir bleiben stehen. Dann dreht er sich zu mir um und küsst mich. In den Moment klingelt mein Handywecker. Warum träume ich davon, dass Phil mich küsst? Vorhin habe ich sogar Susanne gesteckt, dass Phil nichts mit Angestellten anfängt. Momentan verstehe ich mich total nicht. Erst sage ich zu Susanne das. Dann schwärme ich meiner Mutter von Phil vor und jetzt träume ich noch von ihm. Was kommt als nächstes? Der Zug hält und ich steige mit meinen Seesack aus. Dann renne ich zum Taxistand. Mit meinen Seesack wollte ich keine Straßenbahn fahren. Um diese Uhrzeit ist es immer sehr voll. Ein Taxi hält vor meiner Nase und ich steige ein. „Wohin?“ Ich sage den Taxifahrer wohin er mich bringen soll. Anschließend fährt er los. Wir kommen bei der Wohnung an. Ich bezahle und sprinte nach oben. Jedenfalls so gut wie ich es mit dem Seesack kann. Als ich oben angekommen bin, stecke ich den Schlüssel in Tür. Dann öffne ich sie und höre Stimmen. „Wann kommt denn Juliane?“, fragt Marie. „Sie müsste jeden Moment kommen.“, antwortet Marlene drauf. „Hallo. Hier bin ich.“ „Wir sind im Wohnzimmer.“ Meinen Seesack schmeiße ich schnell in mein Zimmer und gehe in Wohnzimmer. Als ich die Tür öffne, erstarre ich. Phil, Ole, Marie und Marlene sitzen auf dem Sofa. Mein Bruder holt mich schnell aus der Starre raus. „Hallo Schwester. Hast Du es endlich geschafft?“ „Ja, ich habe den ersten Zug verpasst. Wir hatten einen Traktor vor uns.“ „Ich sage doch, auf den Land zu wohnen, bringt auch Nachteile.“, erwidert mein Bruder. Dann begrüße ich alle. „Setz Dich.“, sagt Marie zu mir. Phil fängt an zu erzählen. „Also. Wir müssen einige Sachen erklären. Z.B. Warum Du, Jörn und Marlene mit zum Seminar fahren.“ „Ja, das wäre sehr hilfreich.“, sagte Marlene zu ihn. „Also es ging ja alles sehr schnell. Eigentlich ward ihr drei für dieses Seminar nicht geplant. Aber als ein Gerücht aufkam und Susanne mich noch angebaggert hat, ist mein Onkel zu den folgenden Entschluss gekommen?“ „Und welchen?“, frage ich jetzt. „Du, Marlene und Jörn müsst aus der Schusslinie gebracht werden. Erst war mein Onkel sauer auf mich. Als ich ihn dann die Situation vom Wochenende erklärt habe, hat er sich beruhigt. Kurzerhand hat er meine Cousine angerufen. Die haben dann vier Seminarplätze geändert. Den Kollegen gesagt, das der Veranstalter die vier vergessen hat. Sie haben nicht gesagt, dass sie die Plätze mit Euch getauscht haben. Jedenfalls Susanne und Markus haben irgendwas vor. Herr Regen meinte es auch. Susanne hätte nach ganz bestimmten Sachen gefragt.“ „Seit wann weisst Du es?“, fragt Marlene. „Seit letzter Woche. Herr Regen war in meinen Büro und hat mich vor den Beiden gewarnt.“ „Okay. Und Janne?“, will ich wissen. „Janne, Jörn und Du seid ein gutes Team.“ „Okay.“ „Übriges gegenüber den Anderen ist meine Cousine meine Freundin. Alles klar? Bitte behaltet das für Euch.“ Marlene und ich nicken. Ole sieht Phil komisch an. „Ole. Alles gut. Danach hast Du sie wieder für Dich alleine.“ Wir lachen. Dann beschließen sie zum Italiener um die Ecke zu gehen. „Juliane willst Du nicht mit?“, fragt Ole mich. „Nein. Ich muss noch was erledigen.“ Die Anderen gehen und ich bleibe alleine zurück. Plötzlich klingelt es an der Tür. Ich gehe zur Tür. Phil steht vor mir. „Können wir kurz reden?“ „Ja, klar. Komm rein.“ Phil folgt mir und setzt sich aufs Sofa. Ich setze mich auf einen Sessel. „Spuck aus. Was willst Du?“ „Juli. Es fällt mir nicht leicht. Ich habe es auf Sylt ernst gemeint. Nicht das Du jetzt was Falsches denkst. Seit ich weiss, dass Du bei meinen Onkel angestellt bist.“ „Was meinst Du?“ „Du hast ja selbst gesagt, ich fange nichts mit Angestellten an.“ „Ja, ich und nicht mit meinen Chef.“ „Ja, da liegt der Knackpunkt. Als ich mich in Dich verliebt habe, war ich nicht dein Chef. Es fällt mir schwer dein Chef zu sein. Ich habe mit Marie abgesprochen, das ich noch ein paar Wochen bleibe. Aber dann bin ich wieder in Hamburg. Ich bin dann nicht mehr dein Chef.“ „Phil. Alles gut. Ich habe damit abgeschlossen. Fernbeziehung liegt mir auch nicht. Es ist besser Du gehst.“ „Bist Du Dir sicher?“ „Ja. Phil. Gehe bitte.“ Dann steht Phil auf und geht zu Tür. Ich folge ihn. Er öffnet die Tür, geht einen Schritt raus und dreht sich zu mir um. Ich habe es nicht kommen sehen. Dann küsst er mich. Ich stoße ihn weg. „Was soll das?“ „Ein Abschiedskuss.“ „Phil. Es war nichts zwischen und wird nie was werden.“ „Schade.“ Philipp geht dann ohne sich umzusehen. Ich mache mich auf den Weg in mein Zimmer. Es klingelt schon wieder und gehe wieder hin. Dann öffne ich die Tür. „Phil. Es wird aus uns nie was werden.“ „Ich bin nicht Phil. Hast Du doch was mit den Chef?“, fragt mich Markus. „Nein. Ich habe nichts mit ihm. Wir sind uns nur auf Sylt begegnet und er hat mich angebaggert. Aus Sylt habe ich ihn klar gemacht, das er andere anbaggern soll.“ Na gut. Es entspricht nicht der Wahrheit. Besser so als wenn Markus die Wahrheit kennt. „Ihr seid Euch auf Sylt begegnet?“ „Ja. Er hat schnell Ersatz gefunden.“ „Ist er ein Player?“ „Keine Ahnung. Frag ihn. Warum bist Du hier?“ „Weil ihr aufs Seminar fahrt? Ihr drei habt gar nichts davon erzählt.“ „Stimmt. Wir wollten bloß nicht darüber reden.“ „Jörn hat gesagt, dass ihr es bis vor kurzen nicht gewusst habt.“ „Ich und Marlene schon. Janne und Jörn nicht. Es war noch nicht klar, ob sie noch mit ins Seminar kommen. Jedenfalls haben sie wohl Namen vertauscht. Janne und Jörn wurde ins Seminar eingeschrieben und die Anderen wohl nicht. So hat es Marie, die Freundin von Chef gesagt.“ „Und dann küsst er Dich?“ „Keine Ahnung. Ole und Marie sind nicht mehr zusammen. Ole hat sich bei mir ausgeheult. In will mich in das Drama nicht einmischen.“ Marlene kommt. „Hallo Markus.“ „Hallo Marlene. Ihr wusstet von dem Seminar? Jörn und Janne hatten keinen Ahnung.“ Meine Freundin sieht mich an. „Richtig.“, sagt sie. Markus nickt und verabschiedet sich von uns. Als wir im Wohnzimmer waren. „Sag mal, was hast Du Markus erzählt?“ „Phil hat mich an der Tür geküsst. Ich konnte doch nicht sagen, dass Ole mit Marie noch zusammen ist. Notlügen sind doch erlaubt. Jörn hat gesagt, er hätte nichts gewusst. Jedenfalls musste ich mir das ausdenken.“ „Das ist Dir schwer gefallen, oder. Du bist die Ehrlichkeit in Person.“ „Ja, Marlene. Es ist mir wirklich schwer gefallen.“ „Lass uns ins Bett gehen. Übrigens Phil mag Dich wirklich.“ „Mir egal. Das Thema Phil ist abgeschlossen.“

Kategorien Mal etwas anders

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