TEIL 45

Irritiert

Ich gehe in das Restaurant. Lautstark höre ich Marie und Merle Stimme. „Wer ist das? Simon sagt es mir.“, flehte Merle. Marie war richtig sauer auf mich. Plötzlich steht Ole vor mir. „Sag mal, reicht Dir nicht einer?“ „Wie bitte?“ „Es ist Video im Netz aufgetaucht, wo Du und Simon was miteinander hatten?“ „Was soll das heissen?“ „Simon und Du seht in dem Video jung aus. Ich wusste gar nicht, das Du Porno drehst Schwester?“ Ich erstarre. Was für ein Video? Wieso Video? Verstehe jetzt nur Bahnhof. „Ihr sieh Dir das an?“ Mein Bruder zeigt mir ein Video. Der Raum kommt mir bekannt vor, aber der Typ ist damals mit einen anderen Mädel abgezogen. Ich war mit meinen Prinz zusammen. Dann mal los und gehe an den Tisch? „Das ist nicht Simon sondern.“ „Woher weisst Du das denn? Du bist doch gar nicht drauf.“, sagt Marie. „Doch. Aber Simon war nicht da. Ich wusste nicht, das Phil auf solche Videos steht.“ Alle starren mich an. „Darf ich mich setzen?“ Sie nicken. Ich erkläre Ihnen, dass ich die Nacht nicht mit Simon verbracht habe. Wer das Video gedreht hat, weiss ich auch nicht. Jedenfalls würde ich mich so nicht ins Netz stellen. „Warum hast Du nichts gesagt?“, fragt Ole mich. „Mensch Ole. Du wolltest immer auf mich aufpassen. Ich weiss nicht warum, aber ich habe in meinen Tagebuch gelesen. Simon fand mich damals wohl auch gut, aber er gönnte es seinen Cousin. Wie wir aufs Zimmer kamen und was wir gemacht haben, das weiss ich nicht. Bis eben dachte ich, es ist ein Traum. Ich frage mich nur, wo kommt das Fake Video her? Simon Du?“ Simon schüttelt den Kopf. „Bist Du Dir sicher, dass es ein Fake Video ist?“, fragt mich Merle. „Merle. Nein, das weiss ich nicht. Aber an die Nacht kann ich mich nur schemenhaft erinnern. Was klar ist, dass es Simon nicht sein kann. In meinen Traum bin ich neben jemand anders aufgewacht.“ „Wie hat er Dich denn genannt?“ „Süße Prinzessin, waren seine letzten Worte, bevor ich ging.“ Simon macht ein nachdenkliches Gesicht. „Phil hat mir auch so was Komisches damals erzählt. Er wusste nicht, ob es Real war oder nicht. Irgendwelche Typen hatten Drogen in das Getränk gemacht. Alle waren auf Droge. Deshalb wäre er mit dem Mädel verschwunden. Ich war da schon lange nicht mehr da. Er weiss nur, dass er sie ständig geküsst hat und morgens in einen Hotelzimmer aufgewacht war. Das heisst, ihr habt unbewusst Drogen genommen. Das Video schicke ich dann zu einen Freund.“ „Nein. Nicht du Simon. Sondern ich.“, sagt Ole. „Wieso Du?“ „Ich habe eine Ahnung. Weisst Du was Merle. Kennst Du auch jemand?“ „Ja.“ „Noch eine besser Idee. Wir schicken es alle jemand, der es untersucht. Die meisten Übereinstimmungen ist die Wahrheit.“ „Kluger Plan.“, sagt Simon. Merle setzt sich hin. „Aber wie kommt das Video ins Netz.“ „Ich glaube, so wie es auch gefilmt wurde. Es kann nur von unseren Bekanntenkreis einer sein. Merle, meinst Du nicht auch.“ „Du könntest Recht haben.“ Also beschließen wir Phil nichts zu sagen und das Video genauer zu untersuchen.

Zwei Tage später

Ich sehe mir immer wieder das Video an. Mensch. Ich dachte immer, ich bin Jungfrau. Verdammt und jetzt. Meine Mail blinkte auf. Vier Mails erhalte ich, dass es ein Fake ist. Eine Mail sagt, es ist kein Fake. Ich sehe dann, dass die Mail von Merle weitergeleitet wurde. Kurze Zeit später schickt mir mein Bruder das Original des Films. Und das in kompletter Aufführung mit dem Text. Jetzt hast Du es in Erinnerung. Dein erstes Mal. Fuck. Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Ich sehe mir das Video genauer an. Verdammt. Das sind ich und Phil in Aktion. Sowas geistert im Netz rum. Ich schreibe Ole zurück. Woher er das Video hätte? Dann schreibt mir mein Bruder zurück, dass sein Freund Johannes es im Netz gefunden hat. Johannes und Max haben ein Programm rüber laufen lassen. Sie waren verwirrt, das Phil so aktiv war. Jetzt verstehen sie auch warum er von Dir so geschwärmt hat und Liebeskummer hatte. Phil hat nie was davon erzählt. Wie auch. Ich wusste es selber nicht.

TEIL 44

Simon und ich im Hotel

Ich und Simon kommen in Hotel an und er mietet mir ein Hotelzimmer. Dann bringt er mir meine Koffer aufs Zimmer. „Simon. Die Koffer kann ich selber tragen.“ „Ja, aber nicht in den Zustand.“ „Ich bin nicht schwanger?“ „Nein?“, sieht er mich fragend an. „Wie soll das passieren? Etwa wie bei Jungfrau Maria?“ „Nein. Oder hat mein Cousin einen Draht nach oben?“ Wir lachen. „Lachen steht Dir besser. Merle sagt auch, dass Du schwanger bist. Sie sah genauso beschissen in den ersten Wochen aus. Ganz ehrlich. Ich liebe sie immer noch und soll ich Dir ein Geheimnis verraten?“ „Wenn Du es mir verrätst ist es kein Geheimnis mehr.“ „Nein. Aber eine Erkenntnis für Dich?“ „Welche? Das Phil keine Kinder haben will und ich irgendwann welche haben will.“ „Wieso will Phil keine Kinder? Er liebt Kinder. Das Geheimnis hat nichts mit Phil zu tun. Oder doch?“ Ich sehe Simon an. „Du sprichst in Rätsel Simon.“ „Wenn Du doch schwanger bist, dann wirst Du immer schöner. Wenn nicht?“ „Was dann?“ „Dann muss Du mit dem schrecklichen Gesicht leben.“ Ich schmeiße Simon ein Kissen ins Gesicht. „Warte.“ Wir albern rum und sind uns sehr nah. Dann sehen wir uns in die Augen. Simon geht einen Schritt zurück. „Ich verstehe jetzt, warum Phil Dich liebt. Ich weiss jetzt endlich warum ich Merle so liebe.“ Ich sehe ihn irritiert an. „Wir haben eben rum gealbert als ob wir zusammen wären. Sind wir nicht. Ich habe an Merle gedacht. Sie ist genauso wie Du und habe Merle Gesicht vor Augen gehabt. Plötzlich wurde mir was bewusst?“ „Was?“ „Du bist nicht Merle, aber ich mag Dich. Bilde Dir nichts drauf ein. Wie ein Bruder halt.“ „Was willst Du mir damit sagen?“ „Ich hätte Dich bald geküsst, weil ich nur Merle im Kopf hatte. Ich habe Merle in Dir gesehen. Sorry. Wird nicht wieder vorkommen.“ Ich überlege auch. Warum habe ich das Kissen nach ihm geworfen? Weil mir Phil fehlt. Ich mich an ihn erinnert habe. „Du hast Recht. Wir waren in einer Phantasiewelt.“ Simon sieht mich an. „Schön, dass Du es auch so siehst.“ Dann geht er. Ich lege mich aufs Bett und lese in meinem alten Tagebuch. Das Tagebuch habe ich nur mitgenommen, weil ich herausfinden wollte, was das damals war. Da ist die Stelle. Liebes Tagebuch. Heute habe ich zwei verrückte Jungs kennengelernt. Es könnten glatt Zwillinge sein. Ich habe mich gleich in beide verliebt, aber der eine Junge ließ mich nicht los. Wir haben uns gezofft und dann hat er mich geküsst. Der andere Typ kam wieder und grinste. Er sagte was zu mir. Was war das? Ach ja. Ich wäre süß. Aber er gönnt seinen Cousin es. Ich sollte ihn mir warmhalten. Er wäre nichts für eine Unschuld von Lande. Das war irritierend. Kurze Zeit später sahen wir beide ihn mit jemand anders rummachen. Mein Prinz, wie ich ihn scherzhaft nannte, war etwas besonders. Wir tauschten Nummern auch. Am nächsten Morgen sind mein Prinz und ich einen Zimmer aufgewacht. Verdammt. Ich weiss nicht wie ich dahin gekommen bin. Warum bin ich ausgezogen? Mein Prinz wacht auf und sieht mich an. Er sagt dann zu mir süße Prinzessin. Ich sehe zum Fenster raus. Noch dunkel. Bloß weg. Irgendwie ist das ein verrückter Traum gewesen. Meine Güte hatte ich verrückte Träume damals. Ich kann mich nur erinnern, dass wir uns geküsst haben. An das Hotelzimmer kann ich mich nicht erinnern. Ich bin am nächsten Morgen zuhause aufgewacht. So ein Blödsinn kann ich nur faseln. Das Tagebuch hätte ich nicht mitnehmen sollen. Jetzt frage ich mich, ist es war oder nur ein Wunschgedanke. Ich sehe auf die Uhr und die Uhr zeigt 14 Uhr. Mittagessen.

Teil 43

Was ist bloß mit uns? Gerüchte ohne Ende

Es klingelt an der Tür. Ich sehe mich zu Juliane um. Sie schläft noch. Dann stehe ich auf, dass sie durch das Klingeln nicht geweckt wird. Als ich an der Telefonsprechanlage bin, frage ich nach wer da ist. Simon antwortet mir. Ich lasse ihn rein. „Moin Simon. So früh?“ „Ja. Dein Vater versucht Dich zu erreichen. Moin erstmal.“ „Wieso versucht er mich zu erreichen?“ „Ich weiss auch nicht genau, irgendwas ist passiert.“ „Okay. Setz Dich. Ich koche einen Kaffee für uns und telefoniere mit meinen Dad.“ „Warum sagst Du ab und zu Dad zu deinen Vater?“ „Immer wenn ich denke, es steht Ärger ins Haus.“ Simon nickt und setzt sich auf einen Stuhl. Ich setze Kaffee auf und telefoniere mit meinen Vater. Er erklärt mir, dass ich sofort nach Hamburg kommen soll. Mein Onkel wüsste Bescheid. Irgendeine Freundin von mir würde Stress in der Firma machen. Wer es ist konnte er mir nicht sagen. Dann fragt er mich noch, warum er mich nicht erreichen könnte. Ich erwiderte ihn, dass ich bei meiner Verlobten bin und sie hätte auch Stress. Beim Wort Verlobte wurde er hellhörig und fragte, wieviel Verlobte ich denn hätte. Daraufhin wurde ich stutzig. Irgendwas lief hier total schief. Ich verspreche meinen Vater, dass ich so schnell wie möglich komme und legte auf. Dann gehe ich wieder zu Simon. „Na, was ist los?“ „Simon was weisst Du?“ „Dein Vater sagte, irgendeine Frau behauptet, dass sie mit Dir befreundet ist und Du sie heiraten willst.“ „Ich habe keine Verlobte in Hamburg.“ „Nicht?“ „Nein. Es gibt keine Person außer Juliane die ich heiraten will.“ Simon sieht mich nachdenklich an. „Hast Du wirklich niemand die Ehe versprochen?“ „Nein. So leichtfertig gehe ich nicht mit Heiratsanträge um.“ „Nicht?“, fragt jetzt eine bekannte Stimme. Wir drehen uns um und Juliane steht in der Tür. „Nein. Wenn dann meine ich es todernst.“ Juliane sieht mich an. „Wer ist die Frau?“, fragt sie mich. „Keine Ahnung.“ „Vielleicht hattest Du doch was mit Maja oder Ariane und Du verarsch mich?“ „Nein. Juliane. Ich würde das nie tun. Mit Maja war nichts. Eigentlich wollte ich Dich mit Maja eifersüchtig machen, aber irgendwie habe ich mich dagegen entschieden. Ich war nett zu. Mehr nicht. Und Ariane. Ich glaube, sie hat die fixe Idee, das sie meine Traumfrau ist.“ „Was ist das mit Maja?“, will jetzt Simon von uns wissen. „Wir waren auf Sylt. Johannes meinte, wir sollten ihn besuchen. Jedenfalls ist mir Juliane gleich aufgefallen. Maja dachte, ich würde mich für sie interessieren?“ „Wie kommst sie darauf?“ „Maja und Juliane standen nebeneinander. Ich hatte nur Augen für Juliane. Aber meine Freundin hier.“ Als ich das sage, sehe ich Juliane an. „Zeigte kein Interesse an mir. Dafür Maja. Mir ist das gar nicht aufgefallen, dass Maja Interesse hatte. Max hat das gesagt. Wenn ich Maja ansehe, dann soll ich sie ansprechen. Ich hätte mich glatt am Bier verschluckt als er es sagte.“ „Und dann?“, fragte mich Simon und Juliane. „Sie hing wie eine Klette an mir. Ich war froh, dass ich ab und zu in Juliane Nähe war. Als ich morgens aufwachte, lag sie in meinem Bett. Da dachte ich nur, das ist Schicksal.“ Ich sehe Juliane an und sie wird rot. Simon sieht das und grinst. „Mensch Simon. So war das nicht. Sie war Mühe und hat das erste beste Zimmer genommen. Mitten in der Nacht habe ich gar nicht drüber nachgedacht, wer in meinem Bett lag. Juliane hatte ich eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Ich dachte, sie wäre zuhause. Maja hatte ich zum Glück abgehängt. Meinst Du wie ich mich gewundert hatte, dass Juli bei mir lag. Jedenfalls hat Ole uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und hat Juli Blödsinn erzählt. Ich habe sie erst wieder in der Firma von deinen Onkel gesehen.“ „Tja. Dann hast Du sie gleich vernascht?“ Ich schüttele den Kopf. „Nein. Sie war tabu. Aber ich konnte mich ihrer magischen Anziehungskraft nicht entziehen. Und dann sagst Du noch mir. Ich solle alle Probleme über Bord schmeißen und meiner Traumfrau meine Gefühle zeigen.“ Juliane sieht Simon an. „Da wusste ich nicht, dass Juliane deine Traumfrau war. Erst auf Sylt ist mir klar geworden, wen Du liebst. Du hast die ganze Zeit mit Maja geredet aber gedanklich warst Du nicht da. Als Grammy gesagt hat, das ihr beide zusammen angekommen seid, war mir einiges klar. Besonders als Du zum Strand gingst und deine Schwester hinterher. Da wusste ich es. Mir war auch klar, dass mein Vater nichts davon wissen durfte. Eins war mir nicht klar. Wie Du beides vereinbaren willst. Dann wurde ich erleuchtet.“ „Wie?“, will Juliane wissen. „Wir sollen ins Geschäft einsteigen. Ich verstand den Grund. Denn so was hätte ich wegen Merle auch gemacht.“ Simon grinst. Dann gehe ich auf Juliane an. „Ich lasse Dich ungerne alleine. Aber ich muss nach Hamburg was klären. Irgendwas läuft hier total falsch.“ Juliane nickt und ich drehe mich zu Simon um. „Hast Du eine Idee? Vielleicht sollte ich Jen fragen, ob Du bei Ihr bleibst. Frederik ist mir nicht geheuer.“ „Wir fragen nicht Jen, sondern sie kommt mit ins Hotel. Aber nur wenn es Juliane recht ist. Phil hat recht, Du kannst hier nicht alleine bleiben.“ „Ich kann mich wehren.“ „Dann kann ich mir vorstellen. Phil hätte aber keine ruhige Minute, wenn er wüsste, das Du in Gefahr bist.“ „Simon. Besser hätte ich es nicht formulieren können.“ Wir trinken alle einen Kaffee. Danach packen ich und Juli unsere Koffer. Ich achte darauf, dass sie alle ihre Sachen mitnimmt. Nicht das sie was vergisst und zurück muss. Wenn sie Pech hat steht Frederik vor der Tür. Anschließend verabschieden wir uns. Simon fährt mit Juliane ins Hotel und ich nach Hamburg.

Teil 42

Der gemeinsame Abend

Phil und Simon gehen in die Küche. Beide haben mich aus der Küche verbannt. Sie wollten alleine kochen. Ich soll mich noch schonen. Was kochen die denn da? Komischer Geruch. Verdammt mir ist schlecht und ich renne zum Badezimmer. Das ist doch nicht normal. Langsam schwant mir was. Mist. Das darf nicht sein. Nein, ich bin nicht schwanger. Oder doch? Verdammt. Phil darf es nicht wissen. Er macht sich eh schon Sorgen. Meine Vermutung darf ich nicht äußern. Nachher denkt er, ich hätte doch mit jemand anders geschlafen. Eine Erinnerung kommt mir in den Sinn. Der eine Abend auf Sylt. Mist. Wir haben doch darauf geachtet oder nicht? Verdammt. Wir haben mit Sekt angestoßen und es war so romantisch. Haben wir dabei alle Vorsicht außer Acht gelassen. Phil kommt an die Tür. „Alles gut bei Dir?“ „Ja. Ich bin wohl doch nicht so ganz fit.“ „Sollen wir es absagen?“ „Nein. Wir ziehen es durch.“ „Wie Du meinst.“ Dann höre ich wie sich Phil und Simon unterhalten. Simon fragt dann, ob ich schwanger wäre. Phil verneint es. Wie ich denn schwanger werden sollte? Wir wären doch schon einige Zeit auseinander. Langsam würden wir uns wieder annähern und ein Kind wäre da nicht so hilf reif. Auch das noch. Er will kein Kind. Fuck. Ich kann nicht mit Phil zusammen sein. Nein. Bloß nicht. Wie bringe ich es Phil bei, wenn ich schwanger bin. Ich muss ihn vorher in den Wind schießen. Es klingelt. Phil geht an die Tür und begrüßt unsere Gäste. „Wo ist Juli?“, fragt Jenna. „Sie ist im Bad.“ Plötzlich klopft es an die Tür. „Juli. Kann ich rein kommen?“ „Ja, Jen komm rein.“ Jenna kommt rein. „Was ist los? Hast Du Stress mit Phil?“ „Noch nicht. Aber bald?“ „Wie soll ich das verstehen?“ „Die morgendliche Übelkeit und das ich bestimmte Gerüche nicht riechen kann, kann nur eins bedeuten.“ „Du bis schwanger? Bist Du Dir sicher? Ist es denn von Phil?“ „Sicher bin ich mir nicht. Aber wenn ich eins und eins zusammenzähle. Durch den Stress habe ich gar nicht gemerkt, dass der Zyklus nicht stimmt.“ „Mmh.“ „Was heisst das?“ „Phil wird sich bestimmt freuen?“ „Nein. Er will keine Kinder.“ „Verdammt. Da steckst Du wirklich in der Scheisse.“ „Jip.“ „Lass uns zu den anderen Kindern.“ Wir stehen auf und es klingelt an der Tür. „Ich gehe schon.“, rufe ich zu den Anderen. Als ich die Tür öffne, ist es Merle. „Hallo Juli. Man siehst Du Scheisse aus. So sah ich auch in den ersten Wochen aus.“ „Was bitte?“ „Du bist schwanger. Das sieht man doch.“ „Nein, bin ich nicht.“ „Ja. Ja, Die Nächte auf Sylt haben ihren Reiz.“ Merle lacht. Simon kommt um die Ecke. „Na, Hübsche.“, begrüßt er seine zukünftige Frau. Dann beugt er sich zum Bauch. „Und Du kleiner Racker nervst Mama nicht so.“ Beide lachen. Erst jetzt bemerkt Simon mich. „Shit. Das weiss ja noch keiner. Juli. Nicht verraten.“ „Nein. Simon. Das tue ich nicht.“ „Hoffentlich.“ „Simon. Sie wird uns nicht verraten, weil sie auch ein Geheimnis hat.“ „Welches?“ „Das verrate ich Dir nicht Schatz. Frauengespräche.“ Simon mustert mich und grinst. „Ich weiss schon. Phil streitet es auch ab. Lassen wir Ihnen ihr Geheimnis noch.“ Dann gehen die Beiden rein. Während des Abends kommen wir auf das Gespräch Kinder. Phil antwortet, dass er dafür noch keine Zeit hat. Matti sagt, so was plant man doch nicht. Wenn Jenna schwanger wäre, würde er sich riesig freuen. Simon sagt, er wünscht sich viele Kinder. Merle sieht ihn argwöhnisch an. Fußballmannschaft kommt nicht in Frage. Simon lacht. Als ich an der Reihe bin, sage ich, dass ich darüber noch nicht nachgedacht habe. Merle, Simon und Jen sehen mich an. Ich sage dann noch, ich bin zu jung dafür. Danach reden wir wieder über andere Themen. Phil sieht mich die ganze Zeit an. Es rattert in seinem Gehirn. Das sehe ich. Phil hört gar nicht mehr zu. Als spätabends die Gäste weg sind, sieht mich Phil wieder so an. „Sag mal Juliane.“ „Was Phil?“ „Merkwürdig ist das schon?“ „Was?“ „.Morgens geht es Dir total schlecht und nachmittags geht es Dir blendend. Und dann kannst Du Gerüchte nicht ab. Bist Du schwanger?“ „Wie soll ich den schwanger werden und von wen?“ „Tja. Ich denke gerade nach. Vielleicht die eine Nacht auf Sylt.“ „Ach Quatsch. Ich bin nicht schwanger.“ „Dann lass Dich durch checken bevor wir in zwei Wochen zusammen nach Hamburg gehen. Dir geht es ständig schlecht. Ich mache mir Sorgen.“ Ich setze mich kerzengerade hin. „Wie jetzt? In zwei Wochen gehen wir zusammen nach Hamburg.“ „Ja. Ich brauche deinen Rat für die Umgestaltung meines Hauses und meine neue Angestellte soll sich ja auch wohl fühlen.“ „Ich verstehe es nicht?“ „Ich habe es mit meinen Onkel und meinen Vater abgeklärt. Du arbeitest für Onkel Alfred und machst Karriere und wohnst bei mir.“ „Okay. Mit entscheiden darf ich nicht.“ „Kommst Du denn nicht mit?“ „Wenn Du mich nett fragst, dann überlege ich es mir.“ „Komm bitte mit.“ Dann gebe ich ihm einen Kuss. Aber wenn meine Vermutung sich bewahrheitet. Was soll ich dann tun?

Teil 41

Julianes Wohnung

Früh morgens klingelt es an meiner Tür. Ich sehe auf die Uhr. Es ist erst fünf Uhr. Das Klingeln hört nicht auf und dann stehe ich auf. Nicht das meine Nachbarn geweckt werden. Super. Ich habe ja eine Sprechanlage. Erstmal hören, wer mich so früh stört. Hoffentlich nicht Frederik. Vielleicht hat Jen Stress mit Matti. „Ja. Wer stört so früh.“ „Ich.“ „Wer ich?“ „Phil.“ Was will Philipp hier? Na gut, wenn er so früh gekommen ist, muss es wichtig sein. Wer weiss was er mir erzählen will. Vielleicht das er sich mit mir geirrt hat. Vielleicht können wir ja doch Freunde bleiben. Dann drücke ich auf den Knopf. „Komm hoch. Ich mache die Tür auf. Komm einfach rein.“ Boah ist mir übel. Der nächste Weg führt mich ins Bad. „Juliane.“ „Ja, ich komme gleich. Geh schon mal in die Küche.“ Kurze Zeit später stehe ich in der Küche. „Was machst Du hier?“ Phil will mich küssen. „Lieber nicht.“ „Warum?“ „Wir haben bis jetzt immer noch nicht geklärt, was das ist mit uns.“ „Darf ich Dich als Freund umarmen bis wir das geklärt haben.& Als Freund. Gut. Dann sind wir halt Freunde. Was soll das heissen, bis wir es geklärt haben. Nein, er sollte mich nicht umarmen. Nicht dass er sich noch ansteckt. „Nein. Ich habe mir einen Virus eingefangen.“ Phil zieht mich an sich ran. „Das ist mir jetzt egal.“ „Sorry. Ich muss mal.“ Schon bin ich in mal wieder im Bad verschwunden. „Hört sich wirklich schrecklich an. Du solltest das untersuchen lassen.“ Als ich die Badezimmer öffne, steht er vor mir. „Ich rufe in der Firma an und sage, dass Du krank bist. Du legst Dich ins Bett und ich pflege Dich.“ „Du?“ „Ja, ich. Was dagegen?“ „Hast Du nichts Besseres zu tun?“ „Nein. Also leg Dich hin.“ Mir bleibt nichts anderes übrig und sage: „Ja wohl Chef.“ Phil grinst und ich lege mich ins Bett. Er denkt mich zu. Gegen sechs Uhr höre ich wie Phil in der Firma anruft und sagt, dass ich nicht komme. Die nächsten Tage pflegt mich Phil. Morgens ist mir immer total übel und im Laufe des Tages geht es mir super. Wir führen lange Gespräche. Er sagt mir immer wieder, dass es ernst meint. Phil hätte auch mit seinen Onkel und seinen Vater geredet. Sie auch in seine Pläne mit einbezogen. Jetzt würde es nur noch an mir liegen. Philipp kümmert sich rührend um mich. Aber irgendwie ist das merkwürdig. Mir ist nur morgens üben. Nachmittags geht es mir immer wieder gut. Manchmal unternehmen wir auch was. Phil hat in der Firma gesagt, dass er mich für Außen Einsätze beim Kunden brauchen würde. Jedenfalls ruft mich Jen jeden Abend an und heute will sie sogar mit Matti vorbei kommen. Phil und Simon haben keine Probleme damit, dass die Beiden ein Paar sind. Simon will heute Abend auch kommen. Phil ist gerade einkaufen. Ich setze mich auf die Terrasse und sehe in die Ferne. Irgendwie schön. Wenn sich das mit Phil einrenkt, wäre das Leben perfekt. Irgendwie traue ich den Frieden nicht. Es klingelt. Ich gehe an die Türsprechanlage. „Phil hast Du den Schlüssel vergessen.“ „Ich bin nicht Phil.“ Shit. Das ist Frederik. „Was willst Du von mir?“ „Mit Dir reden, was sonst.“ „Ich will aber nicht mit Dir reden.“ Dann höre ich die Stimme von Simon. „Was wollen sie von meiner Angestellten? Erst beleidigen und dann auflauern.“ „Ich will nur mit ihr reden. Ist das verboten?“ „Ja. Es wäre schön, wenn sie Familienmitglieder von mir nicht belästigen.“ „Wie Familienmitglieder?“ „Juliane hört schon das ganze Leben zu unserer Familie. Wir sind nur befreundet, aber es wir haben sie immer als Familienmitglied angesehen. Sie ist sogar schon mit meinen Cousin verlobt.“ „So so. Und dann macht sie sich an andere Kerle ran.“ „Wie meinen sie das? An andere Kerle?“ „Kevin hat gesagt, er hat sie flachgelegt. Also ist sie Freiwild.“ Was ist das denn? Phil kommt. „Hallo Leute.“ Er muss wohl Frederik sehen. „Was machen sie?“ „Er behauptet, dass Juliane mit Kevin geschlafen hätte. Sie wäre Freiwild?“ „Wenn sie keine Anzeige wegen Verleumdung haben möchten, dann verschwinden sie.“ Dann höre ich nur lauten Tumult. Was ist da unten los. Ich renne runter und sehe wie sich Frederik entfernt. Phil kommt auf mich zu. „Egal was der Typ sagt, ich weiss es besser. Wir werden alles in die Wege leiten, dass Du wo anders wohnst. Nicht das er Dich belästigt, wenn ich in Hamburg bin.“ „Wie Du muss nach Hamburg?“ „Noch nicht heute. Aber Anfang nächster Woche. Du muss Jen noch ein bisschen unter die Arme greifen. Meinst Du schaffst das?“ Ich nicke und wir drei gehen hoch in die Wohnung.

Teil 40

Phils Telefonat

Mitten in der Nacht ruft Simon mich an. Ich bin noch wach, weil ich die ganze Zeit darüber nachdenke, ob ich zu Juliane fahre. „Simon. Du rufst aber spät an.“ „Ja, Phil. Ich war eben noch mit einem Kumpel in einer Bar. Weisst Du wer mir über den Weg gelaufen ist?“ „Nein. Wer?“ „Da wollte jemand seinen Liebeskummer ertränken. Genau wie Du das momentan machst.“ „Ach Quatsch.“ „Na gut. Betrinken tust Du Dich ja nicht. Aber Du ziehst Dich zurück.“ „Ja. Ich kann einfach nicht glauben, was ich gesehen habe. Mein Gefühl sagt mir, das hier irgendwas faul ist.“ „Da könntest Du Recht haben.“ „Wie meinst Du das? Wen hast Du denn jetzt getroffen?“ „Jen und Juliane.“ „Okay. Hat Jen Liebeskummer wegen Matti?“ „Nein. Juliane wegen Dir.“ „Wegen mir? Das glaubst Du doch selbst nicht.“ „Wolltest Du sie heiraten?“ „Ja. Das weisst Du doch.“ „Tja. Frederik hat sie geküsst und Juliane hat ihn in die Wüste geschickt. Eigentlich wollte sie mit Dir reden. Du warst weg und Frederik hat sie dann nach Hause gebracht. Frederik meinte, er dürfte sich dafür ein Kuss abholen. Jedenfalls war sie so betrunken, das sie nicht schnell reagiert hat und war verwirrt. Besonders weil sie Frederik von Vorderrhein gesagt hat, das da nichts läuft. Das hat Jen auch gesagt. Jedenfalls hat sie ihn zurückgestoßen. Sie hat gesehen, dass dein Auto weggefahren ist. Juliane wollte es Dir erklären, aber Du bist so stur. Schaltet einfach dein Handy aus. Sie hat nie die Möglichkeit Dir das zu erklären. Dass sie so verhalten reagiert, das ist die Schuld von meinen Vater.“ „Wie soll ich das verstehen?“ Simon erzählt mir, was er von Jen und Juliane gehört hat. Ich schüttle den Kopf. Mein Onkel hat wirklich den Gerüchten geglaubt. „Was soll ich tun?“ „Fahr hin und kläre das.“ „Meinst Du sie redet noch mit mir?“ „Verdammt sie liebt Dich. Nur wegen meinen Dad reagiert sie so. Mach ihr klar, dass es nicht so ist. Fahre ein paar Tage mit ihr weg. Erkläre es ihr. Du liebst sie und sie lieb Dich. Was willst Du mehr? Ihr seid wie die zwei Königskinder. Setz einen Punkt. Du bist dran. Ich habe nie geglaubt, dass sie so drauf ist.“ „Ich ja auch nicht.“ „Warum hast Du so reagiert?“ „Ich dachte, sie wollte mir nur zeigen, dass wir keine Beziehung haben können. Nur Freunde zu sein. Das konnte ich einfach nicht. Aber was ich jetzt alles weiss, ändert vieles. Ich rede erst mit deinen Vater und mache dann Nägel mit Köpfen.“ „Macht das. Wir sehen uns.“ „Ja. bis bald.“ Dann lege ich auf. Am nächsten Morgen gehe ich gleich zu meinen Onkel und kläre es. Onkel Alfred ist nicht begeistert. Dann handeln wir einen Deal aus. Er beinhaltet auch, das ich mit Juliane alles einrenke und wenn nötig ein paar Tage mit ihr wegfahre. Ich soll mir Zeit nehmen und sehen wohin der Weg führt. In Endeffekt weiss ich ja, wo unser Weg hingeht. Ich hoffe Juliane geht mit mir den Weg gemeinsam. Sie soll erst mal im Unternehmen bleiben bevor ich sie nach Hamburg hole. Das war auch eine Voraussetzung. Auch das ich mit meinen Vater darüber gebe. Ich soll auch Simon noch unterstützen. Er findet es gut, dass ich Simon zum Zweitwerk geschickt habe. Zum Glück weiss er nicht den wirklichen Grund. Bis alles geklärt habe, ist es schon nachts. Mein Vater und ich haben ein langes Gespräch geführt. Soll ich jetzt zu Juliane fahren oder auf morgen früh fahren. Nein. Ich fahre jetzt und steige in mein Auto. Wir müssen das jetzt regeln und nicht nach hinten ziehen. Die ganze Fahrt überlege ich mir, ob sie mich reinlässt. Verdammt schon wieder Stau. So komme ich gar nicht an. Gegen fünf Uhr morgens bin ich dann vor ihrer Haustür. Soll ich klingeln oder soll ich noch zwei Stunden warten. Quatsch. Ich schiebe es nur raus. Eigentlich weiss ich was ich will und klingele.

Teil 39

Was ist das denn?

Jen und ich sind Essen. Vor zwei Wochen war Phil da und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Frederik bin ich aus dem Weg gegangen. „Sag mal Juliane. Frederik hat Dich echt geküsst und Du meinst Phil hat es gesehen.“ „Ja. Glaube schon. Ich erreiche ihn nicht.“ „Das heisst heute Nacht machen wir einen drauf.“ Ich nicke. Nachdem Essen gehen wir in verschiedene Bars. Jeden Tag hat Jenna mich gefragt, was mit mir ist. Erst heute habe ich es ihr erzählt. Daraufhin hat sie gesagt. Wir machen eine Kneipentour. Morgen haben wir uns beide frei genommen. Jedenfalls besuchen wir einige Bars und trinken vieles durch einander. Dann sehe ich jemand. „Warte mal.“ Dann stehe ich auf und gehe auf ihn zu. „Hallo Simon.“ Simon dreht sich um. „Hallo Juli. Heute ohne Freund?“ „Ich habe keinen Freund. Meine letzte Beziehung wollte mich heiraten, dann hatte ich ihn zu einem Bowlingabend mitgenommen. Jedenfalls ist da einiges schief gelaufen. Wir wollten reden, aber er geht nicht ans Telefon.“ Frederik kommt um die Ecke. „Ach machst Du Dich schon an den Nächsten ran. Ich denke, der andere Typ war deine große Liebe.“ Simon sieht Frederik an. „Wen meinst Du?“ „Dieser Chaot Phil. Wegen ihn hat sie mich zum Affen gemacht.“ Er sieht erst Frederik und dann mich an. „Können wir reden Juliane?“ „Ja. Simon. Frederik zieh Leine.“ „Ja. Mache ich. Mit Dir möchte ich nicht gesehen werden. Du gehst ja mit jeden ins Bett.“ Dann verschwindet er. „Du willst von dem Typen nichts. Warum hast Du ihn denn geküsst?“ „Nicht ich sondern er hat mich geküsst. Dann habe ich ihn zurückgestoßen. Jedenfalls werde ich das Gefühl nicht los, das Phil nur ein Teil mitbekommen hat. Als ich ihn weggestoßen habe, meinte ich Phil gesehen zu haben.“ „Bist Du da sicher?“ „Hey Leute. Ich bin Jen.“ „Hallo Jen. Ich bin Simon. Schön Dich kennen zu lernen.“ „Ja. Simon. Jetzt sagt. Was machst Du hier?“ „Nach den Rechten sehen. Phil wollte es nicht. Also hat mich Alfred los geschickt.“ Jen sieht Simon an. „Du bist der Sohn vom Chef?“ „Jip.“ „Mist. Sag keinen, dass wir Julianes Liebeskummer ertränken. Frederik hat eine Meise.“ „Juliane und er waren nie zusammen?“ „Nein. Juliane konnte ihn von Anfang an nicht ausstehen, weil er ihr ständig an die Wäsche wollte. Sie hatte die Nase von Männern voll. Dann tauchte Phil auf und Frederik tat so als ob sie ein Liebespaar wären. Meine Güte haben die Beide sich gezofft. Juliane hat nicht alles mitbekommen. Sie verstand bloß nicht, warum Phil plötzlich weg war. Es wäre doch ihr bester Freund und sie hätte sich ihn verliebt. Aber sie dürfen nicht zusammen sein, weil sie was versprochen hat.“ Simon fragt nach. Jen erzählt alles, was ich ihr erzählt habe. Dann sieht er mich an und fragt: „Warum hast Du es Phil nicht gesagt?“ „Wollte ich. Aber er war nicht mehr da.“ Den ganzen Abend unterhalten wir. Jen und ich trinken einen Cocktail nach den Anderen. Simon bringt mich und Jen zu mir nach Hause. Mehr weiss ich auch nicht mehr. Am nächsten Morgen wache ich auf. Jen liegt auf der Couch und ich in Bett. Boah. Ist mir übel und übergebe mich erstmal in der Toilette. Jen steht in der Tür. „Verträgst wohl nicht viel.“ „Eigentlich schon. Der letzte Drink war schlecht.“ Jenna lacht. „Ich gehe jetzt. Wenn Du was brauchst melde Dich.“ „Ja, mache ich.“ Dann geht Jen. Nachmittags beruhigt sich mein Magen und lege mich ins Bett.

Teil 38

Neue Umgebung

Ich werde von meinen Kollegen nett empfangen. Sie zeigen mir meinen Arbeitsplatz. Mein Kollegin Jen zeigt mir alles. „Wir können uns duzen. Aber nur wenn Du es möchtest.“ „Ja. Ich heiße Juliane.“ „Ich heiße Jenna. Alle nennen mich nur Jen.“ „Kommst Du von ihr? Der Name ist so ungewöhnlich?“ „Ja. Meine Mutter ist Amerikanerin und mein Vater ist Deutscher. Die ersten Jahre haben wir in Amerika gelebt. Dann hat mein Vater in Deutschland einen Job bekommen und wir sind hier hergezogen. Mein Bruder John studiert hier BWL. Und Du?“ „Ich komme gebürtig aus Schaumburg. Damals sind meine Freundin und ich nach Hannover gezogen. Wir sind in der gleichen Firma angefangen. Wenn es mir in Hannover zu viel wird, fahre ich in die Einliegerwohnung, die im Haus meiner Eltern liegt.“ „Auch in Hannover?“ „Nein. Wir wohnen im Landkreis Schaumburg. Ich bin halt ein Dorfkind.“ Jen schmunzelt. „Das sagt unser Kollege Matti auch.“ „Wieso auch.“ „Ja, er kommt aus einen kleinen Kaff nähe Hamburg. Frag mich nicht wie es heisst.“ Es klopft an die Tür. „Moin.“ „Moin. Matti. Darf ich Dir vorstellen. Das ist Juliane. Unsere neue Kollegin.“ „Hallo schöne Frau.“ Jen wirft ihn giftige Blicke zu. „Schon gut Jenna. Heute Abend Treff?“ „Ja, Juliane kommt auch mit.“ „Wohin?“, frage ich. „Wir und ein paar Freunde gehen Bowlen.“ „Okay.“ Vielleicht komme auf andere Gedanken und denke nicht so viel über Phil nach. Ihn zu sagen, dass meine Gefühle sich ihn gegenüber verändert haben, war schwer für mich. Ich liebe ihn doch. Aber sein Onkel hat mir wörtlich die Pistole auf die Brust gesetzt. „Worüber denkst Du nach?“, fragt mich Jen. Ich habe gar nicht bemerkt, das Matti weg gegangen ist. „Ich habe nur über jemand nachgedacht, der mir mal was bedeutet hat.“ „Erzähl.“ „Nicht jetzt. Vielleicht ein anderes Mal.“ „Wir haben noch Zeit. Erstmal bist zu für vier Wochen hier. Wenn wir Glück haben, behalten wir Dich noch vier Wochen länger.“ „Moment. Das war nicht abgesprochen.“ „Juliane. Wir brauchen momentan jeden Mann. Wir wissen nicht, wie lange Herr Hauser ausfällt. Erstmal für vier Wochen hat man uns gesagt. Deine Kollegin hat es verschuldet.“ „Was verschuldet?“ „Das Herr Hauser krank wurde.“ „Wie soll ich das verstehen?“ „Susanne… Ich komme nicht auf den Nachnamen. Sie hat viele Sachen, die Herr Hauser vorbereitet hat, ihren Kunden präsentiert. Es hat ihn fertig gemacht.“ „Oh. Mann. Susanne. Sie zerstört alles.“ Danach arbeiten wir bis siebzehn Uhr und bringen dann meinen Sachen in die Wohnung. Anschließend fahren wir zum Bowling Center. Matti und einige Freunde von ihnen sind da. Sie stellten sich als Stella, Stefan, Mirja, Marius und Frederik vor. Es wird ein lustiger Abend. Ich bemerke auch, das Matti und Jen sich verliebt ansehen. Verdammt. Ein Liebespaar. Jen kommt auf mich zu. „Ihr seid ein Liebespaar?“ „Pst. Das darf sonst keiner wissen.“ „Warum hast Du mich mitgenommen, wenn es keiner wissen darf.“ „Weil ich gehört habe, das Du was mit den Chef gehabt hast.“ „Wer sagt das?“ „Jörn und ich haben telefoniert. Wir wussten ja nicht, wen sie uns aus der Zentrale schicken. Dabei ist es ihn rausgerutscht.“ „Ja. Das stimmt. Es sollte auch keiner wissen. Aber es ist vorbei. Ich will ihn einfach nicht mehr sehen.“ „Chefs sind anstrengend.“ Ich nicke. Spätabends gehen wir nach Hause. Jen hat mir noch versprochen, das kleine Geheimnis für sich zu behalten.

Zwei Wochen Später

Ich bin jetzt zwei Wochen in der Firma. Plötzlich klingelt mein Telefon. Mein Chef bittet mich in sein Büro zu kommen. Mist. Habe ich was falsch gemacht. Er hat sich so ernst angehört. Ich klopfe rein und höre ein „Herein.“ Dann gehe ich in Zimmer. Herr Förster geht und sehe dann Phil. „Ich rufe sie, wenn ich sie brauche. Aber das ist eine verzwickte Sache. Nur Frau Früh kann ihr helfen.“ Herr Förster nickt und geht. „Was willst Du hier Phil?“ „Die Wahrheit?“ „Was meinst Du? Welche Wahrheit?“ „Liebst Du mich noch?“ Ich schlucke. Lügen und Wahrheit sagen. Dann senke ich meine Augen und sage sehr bestimmt. „Nein ich liebe Dich nicht mehr.“ „Lüge. Sag es mir in die Augen.“ Phil steht direkt vor mir und ich sehe ihn in die Augen. „Sag es nochmal.“ Verdammt ich kann ihn nicht anlügen. „Ich…“ „Was Juliane?“ „Verdammt Phil. Ich liebe Dich. Aber wir dürfen es nicht. Du bist mein Chef.“ „Nicht mehr.“ „Wie nicht mehr.“ „Du unterstehst jetzt Simon. Ich unterstütze ihn nur.“ „Nein. Dein Onkel habe ich versprochen, das ich die Finger von Dir lasse.“ „Hast Du das? Mein Onkel kennt jetzt die ganze Geschichte.“ „Nein. Phil. Für mich steht fest. Ich muss über Dich hinweg kommen.“ Dann tritt er näher und küsst mich. Ich stoße ihn weg. „Juliane. Ich liebe Dich und lasse Dich nicht wieder gehen.“ „Phil lass uns Freunde sein. Heute ist Bowlingabend mit Jen und Matti.“ Phil nickt. „Dann reden wir.“ Ich nicke.

Bowling

Jen und ich holen Phil ab. Wir fahren gemeinsam zur Bowlingbahn. Matti kommt auf uns zu und umarmt uns. Phil sieht er skeptisch an. Frederik rückt mir wieder auf die Pelle. Wie oft habe ich gesagt, dass er mich in Ruhe lassen soll. Jedenfalls wird der Abend total chaotisch. Zu guter Letzt haut Philipp wütend ab. Frederik grinst über das ganze Gesicht. Jen sieht mich mitleidig an und Matti versteht gar nichts mehr. Er will mich unbedingt mit Frederik verkuppeln. Spätabends bringt mich Frederik heim. Matti und Jen wollten noch eine Kneipentour machen. Vor dem Haus küsst er mich. Aus meinen Augenwinkeln heraus sehe ich, dass Phil es sieht. Er braust ab. Ich stoße Frederik weg. „Erst schöne Augen machen und dann einen anderen Typ anschmachten.“ „Frederik. Ich will nichts von Dir. Ich liebe den anderen Typ schon sehr lange.“ Frederik steigt ins Auto und fährt schnell los. Ich versuche Phil telefonisch zu erreichen. Aber er nimmt nicht ab. So ein verdammter Mist.

Teil 37

Das reinste Gefühlchaos

Ich bin wieder in Hannover. Juliane ist noch nicht wieder in der Firma. Mir haben sie erzählt, dass sie Montag wieder kommt. Die ganze Woche lief wie das reinste Gefühlchaos auf Dauerstrom. Es gab Gerüchte und keiner wusste, wer das erzählt hatte. Juliane hätte was mit Markus. Einer sagte mit Jörn. Manchmal müssen sie sich auch wohl über mich unterhalten haben. Immer wenn ich auf die Gruppe dazu kam, waren sie plötzlich stumm. Ich weiss ja selber nicht, was das mit Juliane ist. Hat sie wirklich was mit Jörn oder Markus? Vielleicht auch mit unseren Finanzbuchhalter. Hat sie uns alle an der Nase rumgeführt. Ich kann es nicht glauben. Das ganze Wochenende habe ich mir Gedanken gemacht. Jetzt ist es Montagmorgen und bin auf den Weg in mein Büro. Dabei laufe ich Jörn in die Arme. „Guten Morgen Jörn.“ „Morgen Chef.“ Jörn geht weiter. „Jörn.“ Er dreht sich um. „Ja.“ „Kommst Du mal mit in mein Büro?“ „Wieso? Du glaubst doch auch den Gerüchten?“ Glaube ich an die Gerüchte in der Firma? Und glaube ich auch daran. Klar setze ich mich mit den Gedanken auseinander. Irgendwie habe ich das Gefühl irgendwas stimmt nicht.“ „Jetzt komm.“ Jörn folgt mir und ich schliesse nach ihm die Tür. „Also was ist los Jörn. Welchen Gerüchten soll ich glauben?“ „Phil. Das ist nicht so einfach.“ „Fange einfach mal an.“ „Also. Es geht ein Gerücht um, das Juliane nur wegen einen Grund mit Dir geschlafen hätte.“ „Welchen?“ „Das sie den Job von Susanne erhalten hat und ich nur den Job bekommen habe, weil ich was mit ihr angefangen habe. Juliane hätte mir das Geheimnis verraten und ich setze sie unter Druck.“ Ich sehe Jörn an und schüttle den Kopf. „So ein Quatsch. Ihr beide seid wirklich gut. Für den Job war ihr eh vorgesehen, wenn sie Susanne was nachweisen konnten. Ich habe doch vorgeschlagen, das ihr den Job gemeinsam machen sollte. Aber das war alles bevor wir in Hamburg auf den Seminar waren.“ Jörn sieht mich an. „Ist das dein Ernst?“ „Ja. Ich wollte Euch beiden die Möglichkeit geben. Meinen Onkel habe ich gesagt, dann würden solche Fehler wie bei Susanne viel eher auffallen.“ „Aber warum sagt dein Onkel, dass ich die Abteilung leiten soll und Juliane in das Zweitunternehmen schicken will. Er glaubt den Gerüchten.“ Jetzt starre ich ihn an. „Wie bitte. Das kläre ich jetzt mit Alfred. Du gehst in euer Büro. Ich komme gleich.“ Jörn geht in sein Büro und ich nach meinen Onkel. Im Sekretariat kommt mir Juliane entgegen und läuft an mir vorbei. „Juliane.“ Sie dreht sich um und sagt: „Hallo.“ Dann geht Juliane weiter. „Warte.“ Dann dreht sich Juli zu mir um. „Was willst Du von mir?“, erwidert sie sauer. „Mit Dir reden.“ „Worüber?“ „Über….“ „Über was?“ Die Sekretärin von meinen Onkel wird hellhörig. „Es ist alles Quatsch. Du hast den Job bekommen, weil Du und Jörn gut seid. Nicht über so einen anderen Mist.“ Onkel Alfred kommt zu uns. „Hallo Phil. Bitte komm in mein Büro. Frau Früh wir haben alles besprochen.“ Juliane nickt und geht. „Warte.“ Sie dreht sich nicht mehr um. „Was ist hier los?“, will ich von meinen Onkel wissen. „Komm rein.“ Ich folge ihn und er schließt die Tür hinter mir zu. „Stimmt das?“ „Was?“ „Das Du und Frau Früh ein Verhältnis habt.“ Ich sehe meinen Onkel abergläubisch an. Verhältnis kann man wirklich nicht zu sagen. Eher eine Beziehung mit Fortsetzung. Nach kurzer Überlegung antworte ich ihn. „Verhältnis. Nein. Nur eine Beziehung. Verdammt ich will sie heiraten.“ Alfred sieht mich an. „Ich dachte, das wäre ein Scherz als Simon das zu mir sagte. Das geht nicht.“ „Warum nicht?“ „Weil ich sowas in der Firma nicht dulde. Frau Früh wird für die nächsten Wochen in unseren Zweitwerk arbeiten.“ „Wieso?“ „Die Gerüchteküche brodelt mir hier zu viel. Sie sagen alle, das sie Dich verarscht hat und mit Jörn was angefangen hat.“ „Das ist nicht wahr.“ „Weisst Du es? Sie war ein Woche weg.“ „Ja, bei ihren Großeltern.“ Mein Onkel starrt mich an. „Glaubst Du ihr das?“ „Wieso soll ich ihr das glauben, wenn ich es weiss. Ich war da. Ihre Eltern habe ich auch besucht. Deine Tochter ist mit ihren Bruder liiert. Ganz ehrlich. Du kennst die Familie schon lange. Aber Dich interessiert es ja nicht. Juliane und ich gehören zusammen. Schon sehr lange. Ich kenne sie schon seit sie ein Kind ist. Frage deine Mutter.“ „Wie?“ „Onkel Alfred frag sie einfach.“ Dann renne ich zu Tür und öffne sie. Anschließend knalle ich die Tür hinter mir zu. Onkel Alfred Sekretärin Marianne sieht erschrocken hoch. „Alles klar bei Ihnen?“ „Ja.“, sagte ich wütend. Dann gehe ich ins Jörns Büro. Juliane packt ihre Sachen. „Jörn. Lässt Du mich kurz mit ihr alleine?“ Jörn nickt und geht. „Was willst Du Phil? Es ist alles gesagt.“ „Nein, ist es nicht. Ich habe Dich nicht verarscht. Du bist es, die ich heiraten möchte. Nicht die Oberzicke aus Hamburg.“ Juliane dreht sich zu mir um. „Es ist zu spät Phil.“ „Wozu?“ „Ich kann es nicht.“ „Was kannst Du nicht?“ „Wir haben keine Zukunft. Dein Onkel hat mich vor die Wahl gestellt. Ganz ehrlich. Ich brauche diesen Job um Karriere zu starten und nicht das Püppchen an deiner Seite. Dein Onkel hat Recht und gegen das Gerücht mit Jörn müssen wir auch was tun. Ich bin erst mal weg. Du wirst sehen. In vier Wochen sieht alles aus.“ „Nein, das wird es nicht. Meine Gefühle werden sich nicht ändern.“ „Meine Gefühle haben sich schon geändert.“ „Du lügst.“ „Nein.“ Jörn kommt rein. „Soll ich Dich zum Zug bringen.“ „Nein, Jörn. Ole holt mich ab.“ Dann zischt sie ab. Jörn und ich stehen im Raum. „Sag mal, warum ist das bei Euch so verkorkst?“ „Keine Ahnung Jörn.“ „Danke übrigens.“ „Wofür?“ „Das Du im Sekretariat gesagt hast, ich und Juliane hätten den Job bekommen, weil wir gut sind. Das es schon eher feststand.“ „Marianne hat geplaudert.“ „Ja, Du kennst doch Marianne. Sie erzählt schnell weiter.“ „Dann hat es ja funktioniert. Aber leider nicht bei Juliane.“ „Phil. In vier Wochen werden eure Gefühle sich nicht ändern.“ „Sie liebt mich doch nicht. Hat sie doch gesagt.“ Jörn sieht mich an. „Hat sie das gesagt. Ganz ehrlich. Juliane liebt Dich. Deshalb macht sie das alles mit. Dein Onkel hat sie unter Druck gesetzt.“ „Was meinst Du damit?“ „Du hast nicht mal bemerkt, wie sie Dich ansieht. Das sieht ein Blinder. Sie will bloß nicht die Freundin von Chef sein. Juliane will zeigen, dass sie es kann. Sonst hätte sie die Stelle im Zweitwerk nicht angenommen Sie hat sogar deinen Onkel versichert, dass sie nichts mit Kollegen anfängt und sich von Dir fernhält. Es fällt ihr schwer. Ich glaube, sie hofft, das in vier Wochen Du sie vergisst.“ „Bist Du sicher?“ „Ja, das hat sie vorhin gesagt. Sie will Dir nicht im Weg stehen.“ Mist. Ich versuche Juliane noch zu erreichen. Leider schaffe ich es nicht. Meine Gefühle fahren Achterbahn. Soll ich es Jörn glauben?