
























































Wo ist Juliane?
Es klopft an der Tür. „Herein.“ Julianes Grossmutter kommt rein. „Morgen Philipp.“ „Morgen.“ Ich sehe mich um und das Sofa ist leer. „Sag mal, ihr seid nicht verlobt, oder? Ole hat das immer gemacht, wenn Juliane in Gefahr war.“ „Nein. Aber wie soll ich sie nennen?“ „Nenne mich Elsbeth. Mein Mann heisst Ernst. Hast Du es wie Ole gemacht. Früher als Kind warst Du ja ganz schön vernarrt in sie.“ „Sie erinnern sich?“ „Ja. Wir sind beim Du. Herr Hoffstatter ist mir nicht geheuer.“ „In wie fern?“ „Er hat Juliane immer beobachtet, wenn sie hier war.“ „Wo ist sie?“ „Weg. Sie sagt, Herr Hoffstatter muss sie nicht begegnen.“ „Aber ich bin doch da.“ „Ja, aber ich glaube, Dir wollte sie auch nicht begegnen.“ „Wo ist sie?“ „Weg. Jetzt erzähle mal. Was ist los?“ Ich erzähle ihr die ganze Geschichte. Elsbeth hört genau zu und unterbricht mich. „Du liebst sie wirklich und willst sie schützen. Jetzt hat sie alles in den falschen Hals bekommen und vertraut dir nicht. Sie war ganz schön überrascht als Du sie als deine Verlobte ausgegeben hast.“ „So es aussieht. Sie gibt mir nicht die Chance es zu erklären.“ „Mhm.“ „Als wir in den Hotel ankamen, haben einige ihr gratuliert. Ich dachte, Jörn hätte es Ihnen gesagt. Aber so war es nicht. Sie wussten nur, dass sie befördert wird. Mein Onkel hat es immer schon vor gehabt. Er konnte sich bloß nicht entscheiden für wen. Als das dann mit Susanne war, habe ich ihn gleich vorgeschlagen, den Posten mit den Beiden zu besetzen. Ich habe es schon vor Sylt zu ihm gesagt. Er hat sogar zugestimmt, weil nicht wieder so ein Chaos wie bei Susanne haben wollte. Susanne hat versucht mich zu verführen, aber ich konnte nur an Juliane denken. Auf Sylt bei Grammy war es auf einmal total anders. Ich musste es ihr sagen. Wie du eben gehört hast, war es da auch sehr turbulent. Als Maja mit meiner Schwester und Simon aufgetaucht war, wusste ich nicht was ich tun sollte. Alfred sollte es nicht von Simon erfahren. Dann war noch Maja. Ich wusste nicht was sie in Schilde führte und wollte Juliane schützen. Aber dann wurde mir klar. Ich muss es wagen egal was kommt.“ „Ja. Das hat Juliane sehr verletzt. Sie hat die Welt nicht verstanden.“ „Dir hat sie es Dir erzählt?“ „Nur das Du zwischenzeitlich so merkwürdig warst. Es hätte dann mit Hamburg alles zusammengefasst. Es sollte nie heissen, sie hätte sich hoch geschlafen.“ „Ja, ich weiss. Hat sie ja auch nicht. Vor zehn Jahren hatte ich mich auch in sie verliebt. Wir treffen uns immer wieder und dürfen nicht zusammen sein.“ „Verzwickt. Mal sehen, wie ich Euch helfen kann. Kommst Du zum Frühstück. Herr Hoffstatter und mein Bruder müssten bald zurück sein.“ „Du weisst wirklich nicht, wo Juliane ist?“ „Nein. Ich habe sie gefragt, aber keine Antwort erhalten. Wo ist denn dein Bruder mit Herrn Hoffstatter hin?“ „Kurz ins Dorf.“ Ich stehe auf und rufe Simon an. „Moin Simon.“ „Moin Phil. Wir wissen nicht wo Juliane ist. Henry hat gesagt, sie fährt nach Hause.“ „Zuhause ist sie noch nicht. Vielleicht später.“ „Du hast sie gefunden?“ „Jein.“ „Was heisst das?“ „Ich habe sie getroffen. Aber jetzt ist sie wieder weg. Sie will mir nicht zuhören und hat mir eine klare Ansage gemacht.“ „Übel. Wo ist sie denn?“ „Bis heute Morgen bei Elsbeth?“ „Wer ist Elsbeth?“ „Julianes und Oles Oma.“ „Muss ich das jetzt verstehen?“ „Nein. Ich erkläre es Dir?“ Dann erzähle ich ihm die ganze Geschichte. Simon hört mir zu. „So ein Mist.“ „Stimmt. Elsbeth ruft mich. Bis morgen.“ „Ja, bis morgen. Besser Du fährst wirklich nach Hause.“ „Wo hin meinst Du denn? Hamburg?“ „Phil. Nein Hannover.“ Ich grinse und lege auf. Dann gehe ich zu den Anderen und frühstücke mit Ihnen. Dann fahren wir nach München ins Hotel. Ich verabschiede unseren Kunden und gehe in mein Zimmer. Das einzige was ich jetzt will nach Hannover. Schnell packe ich meine Koffer und gehe an die Rezeption. Henry steht da. „Phil.“ „Ja.“ „Es tut mir leid. Meine Cousine hat mir eine andere Version erzählt. Ich wünsche Dir viel Glück. Juliane wird irgendwann begreifen, dass es ein Fehler war wegzurennen.“ „Viellicht. Machst Du mir die Rechnung. Ich muss wieder nach Hannover.“ „Ja.“ Dann gibt er mir die Rechnung.“ „Grüße Ole von mir.“ „Mache ich.“ „Halt mich auf den Laufenden.“ „Macht bestimmt Ole schon.“ Dann gehe ich ins Auto und fahre weg.
Als ich Hannover bin, verkrieche ich mich in meiner Wohnung. Am nächsten Tag rufe ich der Firma an und sage, dass ich einen Außen Termin habe. Dann setzte ich mich ins Auto und fahre nach Julianes anderen Wohnung. Als ich dort ankomme, klingele ich. Keiner macht auf. Plötzlich kommt ein älterer Herr um die Ecke. „Wollen sie zu mir?“ Ich drehe mich um. „Nein.“ „Mensch Phil. Lange nicht mehr gesehen. Wie geht es deinen Eltern?“ „Müssen wir uns kennen?“ „Ich bin ein Freund von deinen Vater. Einmal im Jahr sind wir bei deinen Eltern. Sonst lässt die Arbeit uns auch keinen Spielraum.“ „Sie sind wer?“ „Mensch Phil. Erstmal duzen wir uns. Ich bin Wilhelm.“ Stimmt. Friedrich. „Schön Dich wiederzusehen. Wohnst Du auch hier?“ Wilhelm sieht mich komisch an. „Willst Du zu Finn Ole?“ „Nein.“ Also richtig bin ich schon und sage weiter. „Ich suche Juliane. Kennst Du sie?“ Jetzt sieht er mich noch skeptischer an. „Was willst Du von meiner Tochter?“ „Du bist Julianes Vater?“ „Ja. Warte mal. Elisabeth. Kommst Du mal.“ Eine ältere Dame kommt um die Ecke. Wenn Juliane nach ihrer Mutter kommt, dann kann ich mich auf was freuen. Für ihr Alter sieht sie echt noch hübsch aus. „Phil. Schön das Du uns besuchst.“ „Er will nicht zu uns sondern zu Juliane. Juliane war schon lange nicht mehr hier.“ „Juliane ist doch auf einen Seminar.“ „Nein. Sie ist früher gegangen. Ihr ging es nicht gut. Ich wollte nach sehen, wie es ihr geht.“ „Komm erstmal rein.“, sagt Elisabeth zu mir. Wir setzen uns in die Küche und Wilhelm macht den Kaffee. „Arbeitest Du auch in der Firma von Juliane?“ „So gesehen ja. Mein Onkel gehört die Firma. Damals hat er den Namen von seinen Vorgänger übernommen. Wie sagt er immer. Altbewährtes ist ein Begriff. Neues muss erst ein Begriff werden.“ „Dein Onkel hat die Firma übernommen?“ „Ja.“ „Das wusste ich nicht.“ Dann erzähle ich die Geschichte bis Hamburg.“ „Tja. Du liebst sie?“ „Ja, sehr sogar. Wenn ich schon hier bin. Juliane weiss es noch nicht. Aber ich möchte um die Hand ihrer Tochter bitten.“ Wilhelm und Elisabeth starren mich an. „Das ist dein Ernst?“, will Wilhelm wissen. Ich nicke. Beide schweigen einige Minuten. Mist. Ich habe es vergeigt. „Eine Vorrausetzung muss Du aber erfüllen?“, sagt dann Julianes Vater „Welche?“ „Sie muss ja sagen. Dann hast Du meinen Segen.“ „Meinen auch.“, gibt Julianes Mutter als Antwort. „Das ist doch klar. Aber erst muss ich sie finden.“ „Wie finden?“ Ich erzähle die Geschichte weiter und alles wie es dazu kam. „Tja. Da hast Du ja was vor.“ „Ja. Wenn ihr wisst wo ihr ist, sagt ihr mir Bescheid.“ Elisabeth steht auf. „Warte kurz.“ Dann ist sie weg. Als sie zurückkommt, sagt sie zu uns. „In der Wohnung ist sie nicht. Aber hier gewesen muss sie.“ „Okay.“ Wilhelm kommt auf mich zu. „Es wird schon werden.“ Dann gehe ich und fahre nach Hannover. Wo ist Juliane geblieben?
Meine Suche nach Juliane geht weiter und sie entwischt
Ich wache auf. Mein Telefon klingelt und sehe auf die Uhr. Erst sieben Uhr. Ich nehme ab. „Moin.“, sagt Simon fröhlich ins Telefon. „Moin. Simon. Es ist sieben Uhr.“ „Sorry. Habe ich Dich irgend wobei gestört.“ „Beim Schlafen. Ich konnte die Nacht nicht schlafen.“ „Hast wohl was anderes zu tun gehabt.“ Ich höre wie Simon lacht. „Was willst Du?“ „Alles gut gelaufen.“ „Ja, der Kunde holt mich in zwei Stunden ab.“ „Das meine ich nicht.“ „Was dann?“ „Juliane?“ „Du wusstest, dass Juliane hier ist.“ „Jein. Wir hatten es nur vermutet?“ „Wer wir?“ „Ole und ich. Henry ist neben Ole und ihren Eltern eine wichtige Person. Er hat damals auch Marlene und Juliane mit nach Melanie genommen.“ „Wohin damals?“ „Party. Kuss. Zehn Jahre. Reichen Dir die Stichpunkte. Du hättest sie sonst vor zehn Jahren nicht geküsst.“ Ich stöhne laut auf. „Warum stöhnst Du?“ „Ich habe sie gestern gesehen, aber als sie mich gesehen hat, ist sie abgehauen. Henry war bei ihr.“ „Du hast Henry erkannt?“ „Nein. Er hat mich angesprochen.“ „Und er hat Dir nicht geholfen?“ „Nein. Er wusste nicht, wo sie war.“ „Momentmal. Er arbeitet in den Hotel.“ „Wie jetzt?“ „Ich glaube, Henry hast Du nicht überzeugt.“ „Verstehe ich jetzt nicht.“ „Henry hat wohl gedacht, Du verarscht ihn. Warte mal.“ Ich höre Simon rufen. „Ole rufe mal Henry an. Ich glaube, Phil hat es vergeigt.“ Dann wendet er sich zu mir. „Phil. Hört gut zu. Ole ruft seinen Cousin an. Eigentlich heisst er ja Henrik. Aber seit er in Bayern arbeitet, nennt er sich Henry.“ „Okay.“ „Also. Viel Glück. Mehr kann ich momentan von hier aus nicht tun.“ „Ja. Alles klar.“ Ich kann jetzt nicht mehr schlafen und ziehe mich an. Dann gehe ich runter. An der Rezeption frage ich, ob Henry da ist. „Nein. Der Chef ist noch nicht da. Kommt erst gegen zehn Uhr. Was Privates hat er gesagt.“ „Okay.“ Anschließend gehe ich ins Restaurant und frühstücke ein bisschen. Nachher soll es ja auch Frühstück geben. Aber einen Happen ist mir wohl vergönnt. Dann frühstücke und sehe nach draußen. Gegen neun kommt unser Kunde und holt mich ab. Wir sehen uns die Firma an. Sehr beeindruckend. Anschließend fahren wir noch nach Steinbach am Attersee. Das Restaurant liegt direkt am See. Wir setzen uns hin. „Einen Moment. Ich sehe jemand gerade.“ Unser Kunde steht auf und geht an einen Tisch. Ich staune nicht schlecht. Juliane sitzt mit ein paar älteren Herrschaften zusammen. Juliane sieht mich. Es sieht so aus als ob sie sich entschuldigt und kommt zu mir rüber. „Hey.“, sagt sie zu mir. „Hast Du mich gefunden?“ „Ähh?“ „Du suchst mich wohl. Aber ich sage Dir eins. Ich bin keine Frau, die man benutzt. Schreibe Dir das hinter die Ohren. Den Posten werde ich nicht annehmen. Das es Dir klar ist.“ „Super das passt ja noch besser. Dann kannst Du gleich nach Hamburg gehen.“ „Ich gehe nirgendwohin. Verstanden. Lass mich in Ruhe.“ „Kann ich nicht.“ „Doch.“ Der Kunde kommt wieder. „Oh. Sie kennen sich schon?“ Wir nicken. „Dann brauche ich Ihnen ja nicht Juliane Früh vorstellen? Ihre Großonkel ist ein Geschäftspartner von mir.“ „Oh, das habe ich nicht gewusst.“ „Aber mein Großonkel macht es ja nicht mehr.“ „Ich weiss, es ist schade. Aber der Enkel macht es auch gut. Noch nicht perfekt. Aber gut.“ Juliane nickt. „Die Herren entschuldigen mich. Ich bin nicht lange hier. Wie sie wissen, muss ich meine Großeltern und Großonkel unterstützen.“ „Ja, hat ihr Großonkel eben erwähnt. Wann fahren sie nach Hause?“ „Morgen.“ „Schön, aber auf einen Absacker kommen sie mit der Familie an unseren Tisch.“ „Ich frage.“ „Ihr Großonkel hat schon zugestimmt.“ Ich sehe wie unser Kunde Juliane von oben bis unten betrachtet. Dann geht sie rüber. Zwei Stunden später sitzen wir am Tisch. Der Kunde von uns sieht Juliane an und zieht sie mit seinen Blicken aus. Das reicht. Ich muss Juliane retten. Scheiss egal was sie davon hält. Ich gehe um den Tisch und gebe ihr einen Kuss auf den Mund. Sie erwidert ihn. Dann lösen wir uns. „Danke.“, flüstert sie mir ins Ohr. „Sie werden mir Untreu.“ „I wo.“, sage ich. „Ich musste nur meine Verlobte küssen.“ Wow, ich habe es gesagt. „Wie Verlobte?“, sagen sie im Chor. „Ja, erst seit kurzen. Ole kann es bestätigen.“ Juliane sieht mich entgeistert an. Ihre Großeltern und Großonkel sagen nur: „Willkommen in der Familie. Wo sind sie denn untergebracht?“ „In der Nähe in München.“ „Sie bleiben hier. Und sie Herr Hoffstatter auch. Bei uns im Haus.“, sagt der Großonkel von Juliane. Wir beide nicken. Herr Hoffstatter bekommt ein eigens Zimmer. Ich werde bei Juliane übernachten. Als wir im Zimmer ankommen. „Nur, das Du es weisst. Das ist eine Ausnahme. Warum sagst Du, ich wäre deine Verlobte?“ „Ja, Juliane. Ich wollte Dich nur retten vor Herr Hoffstatter.“ „Warum?“ „So wie er Dich angesehen hat, musste er eine Lektion erhalten.“ „Okay. Ich schlafe auf dem Sofa. Du im Bett.“ „Du kannst ruhig das Bett nehmen.“ „Nein. Du bist der Gast.“ Dann legen wir uns hin und schlafen ein.
Meine Suche nach Juliane beginnt
Heute kann ich leider nicht nach Julianes Wohnung in Schaumburg fahren. Mein Onkel wollte, dass ich nach München fahre. Irgendein Kunde macht wohl ärger. Ich habe heute noch angerufen. Er teilte mir mit, dass er mit seinen Vater schon die Situation angedeutet hat. Simon hat meinen Onkel gesagt, dass er gerne mit in die Geschäftsführung wollte. Alfred hat dann gefragt, warum er gerade jetzt diesen Entschluss gefasst hat. Mein Cousin hatte ihn erklärt, dass er es wegen Merle macht. Er will Verantwortung übernehmen und Merle zeigen, dass er es kann. Onkel Alfred hat nur erwidert, dann erstmal mit mir. Ich sagte zu Simon, dass ich es mir überlege. Warum habe ich nur zugesagt. Jetzt bin ich auf den Weg zu einem Kunden. Acht Stunden bin ich bereits unterwegs. Ich sehe auf das Navi. Noch zwanzig Minuten fahren. Kurze Zeit später komme ich in den Hotel an und stelle mein Auto auf den Parkplatz. Ich gehe zur Rezeption. „Hallo.“ „Haben sie ein Zimmer bestellt?“ „Ja.“ „Auf welchen Namen?“ Da ich nicht weiss, ob das Zimmer auf meinen Namen oder auf die Firma bestellt wurde, nenne ich beides. Der Rezeptionist gibt mir die Schlüssel und fragt, ob jemand mir mit dem Gepäck helfen soll? Ich verneine. Dann wünscht er mir noch einen schönen Aufenthalt und ich gehe auf mein Zimmer. Als ich in den Zimmer eintrete, fühle ich mich wie zuhause. Was sagte mein Onkel? Um 20 Uhr würde ich mich mit unseren Kunden in Restaurant treffen. Ich sehe auf die Uhr. Super, ich habe noch einen Moment Zeit.
Gegen zwanzig Uhr gehe ich ins Restaurant. Den Kunden kenne ich nur von Sehen und gehe auf ihn zu. „Schönen Abend.“ „Schönen Abend. Wie geht es ihren Onkel?“ „Ganz gut. Was für ein Problem haben sie?“ „Ich habe kein Problem. Ihr Onkel meinte, ich sollte sie mal kennenlernen. Leider habe ich momentan keine Zeit nach Hannover zu kommen.“ „Kein Problem.“ Ich setze mich. Was soll denn diese Aktion von meinen Onkel? Wir unterhalten uns und ich blicke mich um. Der Kunde redet und ich sehe zum Fenster. Momentmal. Ist das nicht.. . Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken. „Was meinen sie?“ „Ja, gerne.“ Was hat er eben gesagt. „Ich hole sie morgen gegen neun Uhr ab und ich zeige Ihnen unser Werk. Um Neun Uhr. Ist Ihnen das recht.“ „Ja.“, erwidere ich noch. Das Telefon von Kunden klingelt. „Ich gehe kurz ran, es könnte meine Frau sein.“ „Schon gut. Das Problem kenne ich.“ Verdammt was rede ich. „Ist ihre Frau auch so?“ Was soll ich sagen? Ich habe die Lösung. „Meine halbe Familie ruft mich an, wenn ich unterwegs bin.“ „Die liebe Familie.“ Der Kunde geht zum Telefonieren nach draußen. Er kommt wieder. „Leider muss ich los. Ich lasse die Rechnung auf meinen Namen schreiben, wenn sie schon kommen.“ „Nein. Schon gut. Mein Onkel hat gesagt, es geht auf uns.“ „Danke und Ihnen noch einen schönen Abend. Das Frühstück geht morgen auf mich.“ Ich nicke. Dann ist er fort. Plötzlich sehe ich zwei Menschen, wovon eine Person mir sehr bekannt vorkommt. Ich beobachte die Beiden. Sie sind so vertraut. Der Typ dreht sich zu mir um. Dann sagt er was zu der Frau. Die Frau sieht zu mir und steht schnell auf. Dann ist sie verschwunden. Der Typ kommt auf mich zu. „Moin.“, sagt er zu mir. „Moin.“ „Ich bin Henry. Sie haben meine Begleitung so angeschaut. Was wollen sie von ihr? Sie ist panisch geworden.“ Ich räuspere mich. „Sie sieht nur jemand sehr ähnlich. Ich muss mich wohl geirrt haben. Finn Ole hätte mir es doch bestimmt verraten.“ Henry starrt mich an und setzt sich. „Haben ihnen erlaubt sich zu setzen?“ „Nein. Heisst Ole mit Nachnamen Früh?“ „Ja. Wieso?“ „Woher kennen sie Ole?“ „Momentmal sie kennen auch Ole?“ „Ja. Aber woher kennen sie ihn?“ „Er ist mit meiner Cousine verbandelt und ich liebe seine Schwester.“ Henry sieht mich eindringlich an. „Du liebst Li?“ „Wer ist denn Li?“ „Eigentlich heisst sie Juliane. Ich nenne sie nur Li. Meine Freundin wird immer eifersüchtig, wenn sie den Namen Juliane hört.“ „Okay. Sie haben ein Verhältnis mit Juliane?“ Der Typ sieht mich ärgerlich an und schimpft. „Sag mal, hast Du nicht alle Tassen in Schrank. Bist Du der Typ, der ihr das Herz gebrochen hat?“ „Wieso? War doch nur eine Frage. Ich weiss nicht, ob ich ihr das Herz gebrochen hat. Ich weiss nur, dass ich sie liebe. Juliane soll vorübergehend eine Vorgesetztenstelle mit ihren Kollegen bei meinen Onkel übernehme und dann…“ Weiter komme ich nicht. „Dann machst Du sie lächerlich. Oder was?“ „Nein. Ich will sie heiraten. Es soll bloß nicht aussehen, dass sie wegen mir den Job bekommt. Mein Onkel hatte sie eh in Visier.“ Henry denkt nach. „Du willst Li heiraten?“ Ich nicke. „Dann hat Li alles missverstanden?“ „Kann sein. Wo ist sie hin?“ „Keine Ahnung. Zu mir hat sie gesagt, sie fährt morgen wieder.“ „Wohin?“ „Ich nehme nach Hause.“ „In welchem Hotel wohnt sie?“ „In diesen?“ „Welche Zimmernummer?“ „Keine Ahnung. Sie hat mich nur angerufen um uns zu treffen.“ „Wer bist Du eigentlich?“ „Ich bin Henrik. Ein Cousin vom Ole und Li.“ Das Telefon klingelt. „Sorry. Meine Freundin ruft an. Wir sehen uns.“ Dann ist er weg. Ich gehe an die Rezeption. „Ist hier eine Juliane Früh abgestiegen?“ „Leider kann ich ihnen keine Auskunft darüber geben.“ „Verdammt. Es ist meine Verlobte.“ „Ja, wenn sie es Ihnen nicht gesagt hat, dann wird sie ihre Gründe haben.“ So komme ich nicht weiter. Ich gehe in mein Zimmer. Mist. Irgendwo im Hotel muss sie doch sein. Aber ich kann doch nicht jedes Zimmer abklappern. Morgen früh werde ich sie sehen.
Wieder in Hannover
Bevor wir nach Hannover starten, frühstücken wir mit unseren Mitarbeitern. Es wissen nur Marlene und Jörn, dass Marie eine Tochter ihres Chefs ist. Deshalb sitzen wir mit den Beiden an einen Tisch. Wir haben unseren Mitarbeitern gesagt, dass Marlene und Jörn mit uns fahren. Als alle im Bus sind und der Bus bereits seit fünf Minuten abgefahren ist, kommen Max und Ole. Simon ist mit Merle bereits heute Morgen vorgefahren. Marlene steigt zu Max ins Auto. Ole steigt zu mir ins Auto. Jetzt sitzen Marie, Ich, Ole und Jörn in einen Auto. „Also was hast Du vor?“, fragt Ole mich. „Die Vorschläge von Euch sind echt gut. Aber ich habe mich für keinen Plan direkt entschieden. Ich glaube, das kommt wenn ich Juliane sehe. Spontan einfach.“ „Du willst meine Schwester heiraten. Dann kennst Du meine Schwester aber schlecht. So einfach lässt sie sich nicht überreden.“ Wir beratschlagen was wir als nächstes Tun. Welcher Plan der beste ist. Ich denke, Oles Plan ist der Beste. Er kennt seine Schwester am längsten von uns. Die Fahrt nach Hannover kommt uns gar nicht so lang vor trotz das wir ständig in Stau stehen. Jörn laden wir als erstes ab. Er wohnt circa 20 Kilometer vor Hannover. Dann schmeiße ich Ole und Marie bei meinen Onkel raus. Ich fahre zu dem Apartment, was mein Onkel mir für die Zeit gemietet hat. Dann starre ich auf mein Telefon. Kein Anruf von Juliane. Soll ich sie anrufen? Wenn sie mir nicht zuhören will. Dann wähle ich die Nummer, die mir Marlene von ihrer Wohnung gegeben hat. Marlene geht ran. „Hey. Ist Juliane da?“ „Nein. Eine Kollegin hat angerufen. Juliane hat sich heute Morgen krank gemeldet.“ Zeit für mich. „Wenn sie krank ist, warum ist sie nicht zuhause.“ „Juliane wird bestimmt nach Hause gefahren sein.“ „Wieso wohnt sie nicht mit Dir zusammen.“ „Sporadisch. Kommt immer drauf an.“ „Wie jetzt? In ihrer Akte steht doch diese Adresse.“ „Ja, ich weiss. Juliane hat sie nicht geändert, weil das ihr Zweitwohnsitz ist.“ „Wo ist denn ihr Erstwohnsitz?“ „Sie hat sich in der Stadt nicht wohlgefühlt und ist in die Einliegerwohnung von ihren Eltern gezogen. Ole und sie teilen sich die Wohnung. Ich glaube, momentan will sie mir aus den Weg gehen.“ „Danke für die Auskunft.“ Dann lege ich auf. Wo ist Oles Nummer? Mist wo ist sie. Da ist sie. Ich rufe Finn Ole an. „Finn Ole Früh.“ „Moin Finn Ole.“ „Gibt es was Neues?“ „Nein. Ich hätte ein Frage an Dich.“ „Welche? Moment ich gehe kurz auf den Flur. Simon erzählt gerade, was wir als Kinder Blödsinn gemacht haben. Marie und der Rest kommt aus den Lachen nicht mehr raus. Es ist einfach zu laut hier.“ „Ja, höre ich. Du und Simon kennt Euch?“ „Ja, ich kenne auch deine Schwester.“ „Wie Mia?“ „Ja, genau wie Du Liane schon dein ganzes Leben kennst. Deine Tante Amalia sagt, das echt zum Schießen ist. Sie versteht einfach nicht, dass er bei den Namen nicht stutzig geworden ist. Also was willst Du wissen.“ „Wo wohnen deinen Eltern?“ „Wieso willst Du das denn wissen. Willst Du sie ausfragen?“ „Nein. Marlene meint, dass Juliane in die Einliegerwohnung von deinen Eltern geflüchtet ist. Du teilst die Wohnung mit ihr. Wo wohnen eigentlich deine Eltern?“ „Meine Eltern wohnen unten im Haus. In der Einliegerwohnung haben meine Großeltern gewohnt.“ „Oh. Das tut mir leid.“ „Was tut die leid.“ „Das mit deinen Großeltern.“ Jetzt lacht Ole am Telefon. „Wieso? Sie sind bloß nach Österreich umgezogen. Meine Großtante wohnt da. Meine Oma pflegt sie nur. Meine Großeltern sind noch richtig rüstig und abenteuerlustig. Mein Großonkel brauchte Hilfe und bat seine Schwester ihn zu unterstützen.“ „Wo leben sie denn?“ „Am Attersee. Irgendwo am Berg.“ „Okay. Bestimmt schön.“ „Ja, ist es. Ich und Juliane besuchen unsere Großeltern so oft wie es geht.“ Finn Ole teilt mir die Adresse mit. Super, das ist ungefähr vierzig Kilometer von Hannover entfernt. „Soll ich Dir den Weg erklären.“ „Nein, ich kenne mich aus. Meine Großeltern wohnen da. Das heisst, wenn sie nicht gerade unterwegs sind. Ihr seid nie umgezogen?“ „Nein. Meine Eltern fühlen sich dort wohl. Ich bin auch ganz gerne da. Wenn Erntefest ist. Juliane und ich sind aktiv in der Dorfjugend. Wir sind oft wie möglich bei den Treffen. Dann teilen wir uns gleichzeitig die Wohnung. Einer schläft im Bett oder der Andere auf den Sofa. Meistens darf meine kleine Schwester im Bett schlafen.“ „Wie Gütig. Aber Dorfjugend? Seid ihr nicht zu alt dafür?“ „Wir springen gerne mal ein. Aber zeitlich passt es ja nicht immer.“ „Na gut. Bis bald.“ „Ja, bis bald. Oh Simon kommt.“ „Grüße Philli von mir“ „Gehört. Liebe Grüsse von Sim.“ Wir lachen und legen auf. Wie lange habe den Namen von Simon nicht gehört. Als Kinder haben wir die Namen immer lustig abgekürzt. Simon blieb immer Sim oder Sims. Mo hat irgendwann jemand vorgeschlagen. Wer war das bloß? Ich lebe mich hin. Morgen fahre ich in die Firma.“
Die Diskussion um ein Gerücht
Hoffentlich hat Juliane das noch nicht gehört. Ich stehe an der Tür von ihrem Zimmer, das sie mit Marlene teilt. Dann klopfe ich an. Mein Freund Maximilian öffnet die Tür. Marlene weint. „Wo ist Juliane und warum weint Marlene?“ „Marlene hat Juliane erzählt, was ihr jemand gestern Abend erzählt hat. Dann hat Juliane, die Koffer gepackt und weg war sie. Als ich hier ankam, rannte Juliane an mir vorbei. Marlene hat mir erzählt, das Ariane zu ihr gesagt hat, das Juliane nur ein Zeitvertreib für Dich war und sie den Job in Hannover als Entschädigung bekommt.“ „Wie bitte?“ „Ja, das habe ich Marlene auch gefragt. Du hast mir und Jörn von deinen Plänen erzählt. Aber eine Ariane kam da nicht vor.“ „Garantiert nicht.“ Marlene schluchzt wieder auf. Langsam begreife ich, dass Maja nicht ohne Grund bei Grammy war. Woher wusste sie, wo meine Schwester wohnte. Warum erzählt ein Typ Marlene und Marie, das ich jemand anders heiraten will und sie den Job bekommt. Was erzählt Ariane Marlene für einen Mist? Marie hat nichts erwähnt, das Ariane auch da war. Wann und wo hat Ariane Marlene diese Lügengeschichte aufgetischt. „Phil. Es tut mir leid. Ich war ja überzeugt, dass Du Juliane liebst. Aber erst kam der Typ an die Bar und zählte uns und eine Geschichte. Marie war total irritiert und wollte Dich heute zur Rede stellen. In der Toilette habe ich Ariane getroffen. Sie hat mir erzählt, dass Du immer zu ihr zurückkommst. Du würdest nur sie lieben. Juliane wäre ein Zeitvertreib. Ich bin ein Dösel und hätte auf mein Gefühl hören sollen. Als ich Euch beide sah, war mir klar, dass mehr zwischen Euch ist. Als Freundin musste ich ihr das erzählen. Mir war da nicht klar, dass sie ohne mit Dir zu sprechen, diesen Entschluss fasst.“ Ich gehe auf Marlene zu. „Marlene ist schon gut. Ich hätte höchstwahrscheinlich auch so gehandelt. Aber ich meinen Freund geraten, die zweite Seite zu hören.“ „Ja, ich wollte es noch sagen. So schnell konnte ich gar nicht gucken wie sie ihre Sachen einpackt. Ich glaube, sie hat mir auch nicht mehr zugehört als Juliane die Koffer packte. Es war ein Fehler. Ich hätte es Dir überlassen müssen. Wenn es so wäre, dann hättest Du es ihr sagen müssen. Nicht ich.“ „Das war Berechnung von Ariane.“, erwidere ich und mein Freund nickt. „Und jetzt?“, fragt sie mich. „Ich würde am liebsten hinterher fahren. Aber mein Onkel würde mir den Hals umdrehen. Erst verschwinde ich für einige Tage mit einer Angestellten von der Bildfläche. Dann verschwindet sie und ich suche sie. Auch wenn ich sie liebe. Mein Onkel würde mir was erzählen. Marie hat uns die letzten Tage gedeckt. Ich werde sagen, sie ist krank geworden. Wir werden ja sowieso morgen oder Dienstag Richtung Hannover fahren. Solange muss ich warten. Ich will nicht, dass sie Gesprächsthema Nummer eins in der Firma ist. Nicht bevor ich es mit ihr geklärt habe.“ Marlene nickt. Es klopft. „Herein.“, sagt Marlene. Jörn kommt rein. „Und wo ist die glückliche Braut.“ Marlene starrt Jörn an. „Wovon redet er?“, fragt sie uns. „Ich will Juliane heiraten. Juliane und Jörn übernehmen die Stelle von Susanne zusammen. Zukünftig soll sie immer zu zweit besetzt werden. Aber nach und nach will ich Juliane von Standort Hannover abziehen.“ „Wohin willst Du sie abziehen?“ Jörn fängt an zu lachen und sagt: „Phil will sie heiraten und in die Geschäftsführung in Hamburg unterbringen will. Er hat mir gesagt, wenn sein Onkel schon eine Geschäftsführung mit drei Personen hat, dann müssten sie in Hamburg sie auch so besetzen.“ „Momentmal. Jörn weiss, dass Du Juliane heiraten will.“ „Ich auch.“, erwidert Max. „Max warum hast Du nichts gesagt?“ „Marlene. Dass Jörn informiert war, wusste ich nicht. Mir hat Phil seinen Plan erzählt.“ „Das es Jörn weiss, hat damit zu tun.“ „Womit?“, fragt sie mich. „Ich musste ihn sagen, dass Juliane ihn nur für kurze Zeit unterstützt. Da hat er mich gefragt. Ich habe ihn dann geantwortet, dass ich sie heiraten will. Meinst Du ich will immer zwischen Hannover und Hamburg herpendeln?“ „Nein.“, flüstert Marlene leise. Es klopft schon wieder. Ich gehe zur Tür. Ole steht davor. Ich bitte ihn herein. „Habe ich jetzt eben richtig verstanden, Du willst mein Schwager werden?“ „Das ist der Plan. Aber den Plan kann ich erst später umsetzen. Deine Schwester ist verschwunden.“ Ole baut sich vor mir. „Falls Du meine kleine Schwester verletzt. Ich weiss, wo ich Dich finde.“ „Keine Panik. Habe ich nicht vor. Ich muss nur das Gerücht richtig stellen.“ Ole nickt. Dann gehen wir auf einen Absacker in die Bar. Dieser Abend wird lang. Irgendwann entschließen wir in einen kleinen Konferenz zugehen. Marie und Simon kommen auch dazu. Wir diskutieren und kommen zu dem Schluss. Es muss ein Plan her um sie zu überzeugen. Ich wäre der Richtige für sie. Juliane soll keine Zweifel an meine Liebe zu ihr haben. Wenn ich bedenke, dass ich zehn Jahre vergeblich meine große Liebe gesucht habe. Durch Zufall lief sie mir wieder über den Weg. Mittlerweise ist es Mitternacht. Wir müssen morgen früh raus. Marie teilte uns irgendwann mit, dass wir schon Montag nach Hannover fahren. Wir gehen schlafen. Max geht zu Marlene. Marie nimmt Ole in Schlepptau. Jörn geht in sein Zimmer. Simon nehme ich mit in mein Zimmer. Ich schlafe die Nacht sehr unruhig. Was ist, wenn ich Juliane nicht überzeugen kann? Darüber darf ich gar nicht nachdenken.
Das Gespräch
Im Hotel
Wir kommen im Hotel an. Janne kommt uns entgegen. Sie nimmt mich an die Seite. „Glückwunsch. Du hast den Jackpot geknackt.“ Phil muss es gehört haben. „Eher ich habe den Jackpot geknackt.“ Dann küsst er mich in der Öffentlichkeit. Janne starrt uns an. „Echt jetzt?“ Jörn kommt auf uns zu. „Gratuliere Euch beiden.“ „Wofür?“, frage ich jetzt. Phil zeigt mit dem Finger auf den Mund. „Sie weiss es nicht?“, fragt Jörn ihn. „Nein. Noch nicht.“ Marie kommt wütend auf uns zu. „Phil wir müssen reden.“ Er küsst mich. „Sorry. Familiensitzung.“ Dann lässt er mich den Beiden zurück. Marlene kommt auf mich zu. „Glückwunsch.“, sagt sie auch zu mir. „Wozu?“ „Sie weiss es nicht?“, fragt Marlene. Jörn antwortet. „Nein.“ „Ihr sprecht in Rätseln.“ Marlene und ich gehen auf unser Zimmer. Im Flur platzt sie raus. „Das Seminar findet in Hannover statt. Wir können zurück. Die Seminarleiter hatten einen großen Streit. Phils Onkel hat beschlossen, es in Hannover weiterführen zu lassen. Mit Marie und Phil.“ „Das ist jetzt meine Überraschung?“ „Nein. Du bekommst…“ Jörn räuspert sich. „Das soll Phil ihr sagen.“ „Was ist passiert?“ „Susanne hat Geheimnisse ausgeplaudert. Markus hat sie erwischt. Jedenfalls ist Markus unser neuer provisorischer Vorgesetzter.“ „Wieso Provisorisch?“ „Bis der Jemand zusagt.“ „Okay. Ich hoffe, sie ist nicht schlimmer wir Susanne.“ Irgendwie habe ich das Gefühl, das es nur die halbe Wahrheit ist. Ich gehe mit Marlene weiter. „Was ist los Marlene?“ „Nichts.“ „Es ist doch die halbe Wahrheit.“ „Ja, Phil geht nach Hamburg.“ „Das habe ich schon mitbekommen. Was ist los?“ „Er will heiraten?“ „Wen?“, frage ich. War ich nur Zeitvertreib. „Ich dachte, Du wärst es. Aber irgendwer hatte einen anderen Namen genannt.“ „Wer?“ „Ari.“ Mir schwarnt böses. „Ariane?“ „Kann sein. Jedenfalls sollst Du die Leitung in Hannover übernehmen. Aber als ihr eben rein gekommen seid, Phil Dir nicht gesagt hat, was geplant ist. Habe ich eins und eins zusammen gezählt. Sorry Juliane. Die Liebe ist kompliziert. Freu Dich auf deinen neuen Job.“ Super. Gutes Timing. Verdammt noch mal. Es klopft. Ich gehe zur Tür. Ariane steht vor der Tür. „Habe ich Dir doch gesagt, er kommt zu mir zurück.“ Das ist mir zu viel. Ich knalle die Tür vor ihrer Nase zu. Dann packe ich. Marlene beobachtet mich. „Was tust Du?“ „Ich packe. Morgen ist die Kündigung auf den Tisch.“ „Nein.“ „Doch.“ Es klopft wieder. Marlene geht hin. Dann renne ich an den jemand vorbei. „Wo will sie hin?“ „Sie wollen weg und kündigen.“ „Nein. Er hat doch um sie gekämpft. Phil hat den Weg für sie geebnet. Er liebt sie.“, höre ich Max noch sagen. Liebe. Super. Ich renne los, sehe ein Taxi uns steige ein. Bloß weg. Es passt was er gesagt hat. Bloß weg. Ich will auch keinen Job über Beziehung.
Was hat das alles zu bedeuten?
Mitten in der Nacht wache ich auf. Meine Gedanken kreisen um Philipp. Warum ist er so anders seit die anderen Drei da sind. Ich muss das klären. Dann stehe ich auf und gehe rüber zu Phils Zimmer. Es still im Haus. Die Anderen müssen auch schon schlafen. Ich klopfe an die Zimmertür. Ein Herein bekomme ich nicht. Verdammt. Was soll ich tun. Dann drücke ich die Klinke runter und öffne die Tür. „Phil.“ Keine Antwort. Langsam gewöhnen sich meine Augen an die Umgebung. Ich sehe rüber zum Bett. Aber das Bett ist leer. Soll ich wieder in mein Zimmer gehen oder warten? Ist er bei Maja. Um das rausbekommen, müsste ich zu Majas Zimmer gehen oder warten. Wo war Majas Zimmer überhaupt? Ich habe vorhin nicht zugehört. Also bleibe ich hier und lege mich ins Bett. Dann nehme ich das Kissen und rieche dran. Es riecht nach Phil. Ich schliesse die Augen. Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein, weil ich plötzlich eine Stimme an meinem Ohr höre. „Was machst Du hier?“ „Ich warte auf Dich.“, antworte ich auf die Frage. „Juliane?“, fragt er mich flüsternd. „Ja. Wer denn sonst? Maja.“ „Sorry, ich dachte Maja hätte sich in mein Bett gelegt. Zum Glück bist Du das.“ „Wo kommst Du her?“ „Bist Du eifersüchtig?“ „Nein, wieso sollte ich. Du betrügst ja Maja mit mir. Warst Du eben noch bei ihr?“ „Wie bitte. Ich war nicht bei Maja und betrügen tue ich auch nicht mit Dir?“ „Wie soll ich das denn hier sehen? Ich komme vom Strand und Du bist total distanziert. Dann will ich mit Dir reden und Du bist nicht im Bett. Jetzt sag mir. Was soll ich glauben?“ Philipp bleibt einen Moment stumm. „Keine Antwort parat?“ „Nein. Es ist schwieriger als es ist.“ „Dann er kläre es mir.“ Er grübelt und antwortet mir dann. „Also, warum Maja hier ist, das weiss ich nicht. Maja war ja schon vor Wochen auf Dich eifersüchtig. Ich wollte es nicht herausfordern. Dann ist noch Simon gekommen. Verdammt. Simon soll seinen Vater nicht verraten, das ich seine Angestellte vernasche.“ „Moment. Simon ist der Sohn von Senior Chef?“ „Ja.“ „Okay. Dann lassen wir es.“ „Womit?“ „Du hast vorhin gesagt, wir steuern auf eine Beziehung zu und Du wolltest es auch.“ Dann beugt er sich zu mir. „Das will ich auch.“ Phil küsst mich. „Jetzt will ich Dich vernaschen.“ „Nein.“, sage ich und springe auf. Auf den Weg zur Tür steht Phil vor mir. „Ich kläre das morgen. Versprochen. Komm wieder mit. Ich will keinen Tag mehr ohne Dich sein.“ Verdammt. Warum kann er so gut argumentieren? Ich glaube ihn und lasse mich mit ins Bett ziehen. Wir lieben uns bis wir erschöpft einschlafen. Am nächsten Morgen wache ich auf. Phil liegt nicht neben mir. Ja, ja, Ich habe mich wieder breit schlagen lassen. Dann gehe ich mein Zimmer und ziehe mich an. Wow. Phil hat einen guten Geschmack. Anschließend gehe ich runter. Als ich unten ankomme, sitzen alle um den Frühstückstisch. Plötzlich steht Phil auf und gibt mir einen Kuss auf den Mund. Maja und Simon starren uns an. Mia springt auf. „Ich freue mich für Euch. Das ist das Richtige, was Du tust Bruderherz.“ Grammy grinst. Simon fragt dann: „Bist Du Dir sicher.“ „Ja, Simon. Dein Vater sagst Du erstmal nichts. Sonst kommen Gerüchte auf.“ Maja steht auf und sprintet an uns vorbei. „Wegen ihr müssen wir die Geschäftsführung übernehmen?“ „Ja, Simon. Ihr seid dran. Das erste Mal das ich bei meiner Entscheidung bleibe. Wegen Euch will ich darauf nicht verzichten.“ „Okay. Cousin.“ Es klingelt an der Tür. „Maja weiss doch, dass die Terrassentür aufsteht.“ Grammy geht an die Tür. „Merle.“ „Ist Simon da?“ „Ja komm rein.“ Merle kommt rein und stürzt sich auf Simon. Dann sagt sie: „Jetzt nimm endlich Verantwortung. Du kannst nicht so tun als ob nichts wäre. Stehe dazu?“ „Wozu?“, fragen wir im Chor. „Merle ich stehe dazu. Du und Phil habt Recht. Ich bin alt genug um Verantwortung zu übernehmen. Meinen Vater werde ich erzählen, dass wir vor einer Woche geheiratet haben. Als gestern meine Cousine anrief und erzählte, das Phil hier ist, musste ich ihn fragen warum er wieder nach Hamburg will.“ „Ja, und? Was gibt er an.“ „Er hat eine Entscheidung getroffen und er steht dazu.“ „Gut. Was ist mit uns.“ „Ich stehe auch zu Dir.“ „Super. Da muss ich Dir was beichten?“ „Bist Du fremdgegangen?“ „Nein. Du wirst Vater.“ Simon sieht Merle erst merkwürdig an und springt auf. Dann nimmt er sie in den Arm. „Das ist die schönste Neuigkeit der Welt.“ An Phil gerichtet sagt er dann. „Jetzt bist Du dran.“ Phil grinst. „Ja, in Arbeit. Ich muss nur noch jemand überzeugen.“ Dann lacht er mich an. „Was meinst Du?“ „So schnell sind die Preußen nicht.“, sage ich. Wir lachen. Die nächsten Tage werden schön. Mia und ich unterhalten uns über alles Mögliche, wenn Phil keine Zeit hat. Irgendwie ist er geheimnisvoll. Maja ist nicht mehr aufgetaucht. Am Sonntagnachmittag verabschieden wir uns von Grammy und Mia. Simon ist gestern schon mit seiner Frau gefahren. Wir fahren nach Hamburg.
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