TEIL 32

Die Diskussion um ein Gerücht

Hoffentlich hat Juliane das noch nicht gehört. Ich stehe an der Tür von ihrem Zimmer, das sie mit Marlene teilt. Dann klopfe ich an. Mein Freund Maximilian öffnet die Tür. Marlene weint. „Wo ist Juliane und warum weint Marlene?“ „Marlene hat Juliane erzählt, was ihr jemand gestern Abend erzählt hat. Dann hat Juliane, die Koffer gepackt und weg war sie. Als ich hier ankam, rannte Juliane an mir vorbei. Marlene hat mir erzählt, das Ariane zu ihr gesagt hat, das Juliane nur ein Zeitvertreib für Dich war und sie den Job in Hannover als Entschädigung bekommt.“ „Wie bitte?“ „Ja, das habe ich Marlene auch gefragt. Du hast mir und Jörn von deinen Plänen erzählt. Aber eine Ariane kam da nicht vor.“ „Garantiert nicht.“ Marlene schluchzt wieder auf. Langsam begreife ich, dass Maja nicht ohne Grund bei Grammy war. Woher wusste sie, wo meine Schwester wohnte. Warum erzählt ein Typ Marlene und Marie, das ich jemand anders heiraten will und sie den Job bekommt. Was erzählt Ariane Marlene für einen Mist? Marie hat nichts erwähnt, das Ariane auch da war. Wann und wo hat Ariane Marlene diese Lügengeschichte aufgetischt. „Phil. Es tut mir leid. Ich war ja überzeugt, dass Du Juliane liebst. Aber erst kam der Typ an die Bar und zählte uns und eine Geschichte. Marie war total irritiert und wollte Dich heute zur Rede stellen. In der Toilette habe ich Ariane getroffen. Sie hat mir erzählt, dass Du immer zu ihr zurückkommst. Du würdest nur sie lieben. Juliane wäre ein Zeitvertreib. Ich bin ein Dösel und hätte auf mein Gefühl hören sollen. Als ich Euch beide sah, war mir klar, dass mehr zwischen Euch ist. Als Freundin musste ich ihr das erzählen. Mir war da nicht klar, dass sie ohne mit Dir zu sprechen, diesen Entschluss fasst.“ Ich gehe auf Marlene zu. „Marlene ist schon gut. Ich hätte höchstwahrscheinlich auch so gehandelt. Aber ich meinen Freund geraten, die zweite Seite zu hören.“ „Ja, ich wollte es noch sagen. So schnell konnte ich gar nicht gucken wie sie ihre Sachen einpackt. Ich glaube, sie hat mir auch nicht mehr zugehört als Juliane die Koffer packte. Es war ein Fehler. Ich hätte es Dir überlassen müssen. Wenn es so wäre, dann hättest Du es ihr sagen müssen. Nicht ich.“ „Das war Berechnung von Ariane.“, erwidere ich und mein Freund nickt. „Und jetzt?“, fragt sie mich. „Ich würde am liebsten hinterher fahren. Aber mein Onkel würde mir den Hals umdrehen. Erst verschwinde ich für einige Tage mit einer Angestellten von der Bildfläche. Dann verschwindet sie und ich suche sie. Auch wenn ich sie liebe. Mein Onkel würde mir was erzählen. Marie hat uns die letzten Tage gedeckt. Ich werde sagen, sie ist krank geworden. Wir werden ja sowieso morgen oder Dienstag Richtung Hannover fahren. Solange muss ich warten. Ich will nicht, dass sie Gesprächsthema Nummer eins in der Firma ist. Nicht bevor ich es mit ihr geklärt habe.“ Marlene nickt. Es klopft. „Herein.“, sagt Marlene. Jörn kommt rein. „Und wo ist die glückliche Braut.“ Marlene starrt Jörn an. „Wovon redet er?“, fragt sie uns. „Ich will Juliane heiraten. Juliane und Jörn übernehmen die Stelle von Susanne zusammen. Zukünftig soll sie immer zu zweit besetzt werden. Aber nach und nach will ich Juliane von Standort Hannover abziehen.“ „Wohin willst Du sie abziehen?“ Jörn fängt an zu lachen und sagt: „Phil will sie heiraten und in die Geschäftsführung in Hamburg unterbringen will. Er hat mir gesagt, wenn sein Onkel schon eine Geschäftsführung mit drei Personen hat, dann müssten sie in Hamburg sie auch so besetzen.“ „Momentmal. Jörn weiss, dass Du Juliane heiraten will.“ „Ich auch.“, erwidert Max. „Max warum hast Du nichts gesagt?“ „Marlene. Dass Jörn informiert war, wusste ich nicht. Mir hat Phil seinen Plan erzählt.“ „Das es Jörn weiss, hat damit zu tun.“ „Womit?“, fragt sie mich. „Ich musste ihn sagen, dass Juliane ihn nur für kurze Zeit unterstützt. Da hat er mich gefragt. Ich habe ihn dann geantwortet, dass ich sie heiraten will. Meinst Du ich will immer zwischen Hannover und Hamburg herpendeln?“ „Nein.“, flüstert Marlene leise. Es klopft schon wieder. Ich gehe zur Tür. Ole steht davor. Ich bitte ihn herein. „Habe ich jetzt eben richtig verstanden, Du willst mein Schwager werden?“ „Das ist der Plan. Aber den Plan kann ich erst später umsetzen. Deine Schwester ist verschwunden.“ Ole baut sich vor mir. „Falls Du meine kleine Schwester verletzt. Ich weiss, wo ich Dich finde.“ „Keine Panik. Habe ich nicht vor. Ich muss nur das Gerücht richtig stellen.“ Ole nickt. Dann gehen wir auf einen Absacker in die Bar. Dieser Abend wird lang. Irgendwann entschließen wir in einen kleinen Konferenz zugehen. Marie und Simon kommen auch dazu. Wir diskutieren und kommen zu dem Schluss. Es muss ein Plan her um sie zu überzeugen. Ich wäre der Richtige für sie. Juliane soll keine Zweifel an meine Liebe zu ihr haben. Wenn ich bedenke, dass ich zehn Jahre vergeblich meine große Liebe gesucht habe. Durch Zufall lief sie mir wieder über den Weg. Mittlerweise ist es Mitternacht. Wir müssen morgen früh raus. Marie teilte uns irgendwann mit, dass wir schon Montag nach Hannover fahren. Wir gehen schlafen. Max geht zu Marlene. Marie nimmt Ole in Schlepptau. Jörn geht in sein Zimmer. Simon nehme ich mit in mein Zimmer. Ich schlafe die Nacht sehr unruhig. Was ist, wenn ich Juliane nicht überzeugen kann? Darüber darf ich gar nicht nachdenken.

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