TEIL 36

Wo ist Juliane?

Es klopft an der Tür. „Herein.“ Julianes Grossmutter kommt rein. „Morgen Philipp.“ „Morgen.“ Ich sehe mich um und das Sofa ist leer. „Sag mal, ihr seid nicht verlobt, oder? Ole hat das immer gemacht, wenn Juliane in Gefahr war.“ „Nein. Aber wie soll ich sie nennen?“ „Nenne mich Elsbeth. Mein Mann heisst Ernst. Hast Du es wie Ole gemacht. Früher als Kind warst Du ja ganz schön vernarrt in sie.“ „Sie erinnern sich?“ „Ja. Wir sind beim Du. Herr Hoffstatter ist mir nicht geheuer.“ „In wie fern?“ „Er hat Juliane immer beobachtet, wenn sie hier war.“ „Wo ist sie?“ „Weg. Sie sagt, Herr Hoffstatter muss sie nicht begegnen.“ „Aber ich bin doch da.“ „Ja, aber ich glaube, Dir wollte sie auch nicht begegnen.“ „Wo ist sie?“ „Weg. Jetzt erzähle mal. Was ist los?“ Ich erzähle ihr die ganze Geschichte. Elsbeth hört genau zu und unterbricht mich. „Du liebst sie wirklich und willst sie schützen. Jetzt hat sie alles in den falschen Hals bekommen und vertraut dir nicht. Sie war ganz schön überrascht als Du sie als deine Verlobte ausgegeben hast.“ „So es aussieht. Sie gibt mir nicht die Chance es zu erklären.“ „Mhm.“ „Als wir in den Hotel ankamen, haben einige ihr gratuliert. Ich dachte, Jörn hätte es Ihnen gesagt. Aber so war es nicht. Sie wussten nur, dass sie befördert wird. Mein Onkel hat es immer schon vor gehabt. Er konnte sich bloß nicht entscheiden für wen. Als das dann mit Susanne war, habe ich ihn gleich vorgeschlagen, den Posten mit den Beiden zu besetzen. Ich habe es schon vor Sylt zu ihm gesagt. Er hat sogar zugestimmt, weil nicht wieder so ein Chaos wie bei Susanne haben wollte. Susanne hat versucht mich zu verführen, aber ich konnte nur an Juliane denken. Auf Sylt bei Grammy war es auf einmal total anders. Ich musste es ihr sagen. Wie du eben gehört hast, war es da auch sehr turbulent. Als Maja mit meiner Schwester und Simon aufgetaucht war, wusste ich nicht was ich tun sollte. Alfred sollte es nicht von Simon erfahren. Dann war noch Maja. Ich wusste nicht was sie in Schilde führte und wollte Juliane schützen. Aber dann wurde mir klar. Ich muss es wagen egal was kommt.“ „Ja. Das hat Juliane sehr verletzt. Sie hat die Welt nicht verstanden.“ „Dir hat sie es Dir erzählt?“ „Nur das Du zwischenzeitlich so merkwürdig warst. Es hätte dann mit Hamburg alles zusammengefasst. Es sollte nie heissen, sie hätte sich hoch geschlafen.“ „Ja, ich weiss. Hat sie ja auch nicht. Vor zehn Jahren hatte ich mich auch in sie verliebt. Wir treffen uns immer wieder und dürfen nicht zusammen sein.“ „Verzwickt. Mal sehen, wie ich Euch helfen kann. Kommst Du zum Frühstück. Herr Hoffstatter und mein Bruder müssten bald zurück sein.“ „Du weisst wirklich nicht, wo Juliane ist?“ „Nein. Ich habe sie gefragt, aber keine Antwort erhalten. Wo ist denn dein Bruder mit Herrn Hoffstatter hin?“ „Kurz ins Dorf.“ Ich stehe auf und rufe Simon an. „Moin Simon.“ „Moin Phil. Wir wissen nicht wo Juliane ist. Henry hat gesagt, sie fährt nach Hause.“ „Zuhause ist sie noch nicht. Vielleicht später.“ „Du hast sie gefunden?“ „Jein.“ „Was heisst das?“ „Ich habe sie getroffen. Aber jetzt ist sie wieder weg. Sie will mir nicht zuhören und hat mir eine klare Ansage gemacht.“ „Übel. Wo ist sie denn?“ „Bis heute Morgen bei Elsbeth?“ „Wer ist Elsbeth?“ „Julianes und Oles Oma.“ „Muss ich das jetzt verstehen?“ „Nein. Ich erkläre es Dir?“ Dann erzähle ich ihm die ganze Geschichte. Simon hört mir zu. „So ein Mist.“ „Stimmt. Elsbeth ruft mich. Bis morgen.“ „Ja, bis morgen. Besser Du fährst wirklich nach Hause.“ „Wo hin meinst Du denn? Hamburg?“ „Phil. Nein Hannover.“ Ich grinse und lege auf. Dann gehe ich zu den Anderen und frühstücke mit Ihnen. Dann fahren wir nach München ins Hotel. Ich verabschiede unseren Kunden und gehe in mein Zimmer. Das einzige was ich jetzt will nach Hannover. Schnell packe ich meine Koffer und gehe an die Rezeption. Henry steht da. „Phil.“ „Ja.“ „Es tut mir leid. Meine Cousine hat mir eine andere Version erzählt. Ich wünsche Dir viel Glück. Juliane wird irgendwann begreifen, dass es ein Fehler war wegzurennen.“ „Viellicht. Machst Du mir die Rechnung. Ich muss wieder nach Hannover.“ „Ja.“ Dann gibt er mir die Rechnung.“ „Grüße Ole von mir.“ „Mache ich.“ „Halt mich auf den Laufenden.“ „Macht bestimmt Ole schon.“ Dann gehe ich ins Auto und fahre weg.

Als ich Hannover bin, verkrieche ich mich in meiner Wohnung. Am nächsten Tag rufe ich der Firma an und sage, dass ich einen Außen Termin habe. Dann setzte ich mich ins Auto und fahre nach Julianes anderen Wohnung. Als ich dort ankomme, klingele ich. Keiner macht auf. Plötzlich kommt ein älterer Herr um die Ecke. „Wollen sie zu mir?“ Ich drehe mich um. „Nein.“ „Mensch Phil. Lange nicht mehr gesehen. Wie geht es deinen Eltern?“ „Müssen wir uns kennen?“ „Ich bin ein Freund von deinen Vater. Einmal im Jahr sind wir bei deinen Eltern. Sonst lässt die Arbeit uns auch keinen Spielraum.“ „Sie sind wer?“ „Mensch Phil. Erstmal duzen wir uns. Ich bin Wilhelm.“ Stimmt. Friedrich. „Schön Dich wiederzusehen. Wohnst Du auch hier?“ Wilhelm sieht mich komisch an. „Willst Du zu Finn Ole?“ „Nein.“ Also richtig bin ich schon und sage weiter. „Ich suche Juliane. Kennst Du sie?“ Jetzt sieht er mich noch skeptischer an. „Was willst Du von meiner Tochter?“ „Du bist Julianes Vater?“ „Ja. Warte mal. Elisabeth. Kommst Du mal.“ Eine ältere Dame kommt um die Ecke. Wenn Juliane nach ihrer Mutter kommt, dann kann ich mich auf was freuen. Für ihr Alter sieht sie echt noch hübsch aus. „Phil. Schön das Du uns besuchst.“ „Er will nicht zu uns sondern zu Juliane. Juliane war schon lange nicht mehr hier.“ „Juliane ist doch auf einen Seminar.“ „Nein. Sie ist früher gegangen. Ihr ging es nicht gut. Ich wollte nach sehen, wie es ihr geht.“ „Komm erstmal rein.“, sagt Elisabeth zu mir. Wir setzen uns in die Küche und Wilhelm macht den Kaffee. „Arbeitest Du auch in der Firma von Juliane?“ „So gesehen ja. Mein Onkel gehört die Firma. Damals hat er den Namen von seinen Vorgänger übernommen. Wie sagt er immer. Altbewährtes ist ein Begriff. Neues muss erst ein Begriff werden.“ „Dein Onkel hat die Firma übernommen?“ „Ja.“ „Das wusste ich nicht.“ Dann erzähle ich die Geschichte bis Hamburg.“ „Tja. Du liebst sie?“ „Ja, sehr sogar. Wenn ich schon hier bin. Juliane weiss es noch nicht. Aber ich möchte um die Hand ihrer Tochter bitten.“ Wilhelm und Elisabeth starren mich an. „Das ist dein Ernst?“, will Wilhelm wissen. Ich nicke. Beide schweigen einige Minuten. Mist. Ich habe es vergeigt. „Eine Vorrausetzung muss Du aber erfüllen?“, sagt dann Julianes Vater „Welche?“ „Sie muss ja sagen. Dann hast Du meinen Segen.“ „Meinen auch.“, gibt Julianes Mutter als Antwort. „Das ist doch klar. Aber erst muss ich sie finden.“ „Wie finden?“ Ich erzähle die Geschichte weiter und alles wie es dazu kam. „Tja. Da hast Du ja was vor.“ „Ja. Wenn ihr wisst wo ihr ist, sagt ihr mir Bescheid.“ Elisabeth steht auf. „Warte kurz.“ Dann ist sie weg. Als sie zurückkommt, sagt sie zu uns. „In der Wohnung ist sie nicht. Aber hier gewesen muss sie.“ „Okay.“ Wilhelm kommt auf mich zu. „Es wird schon werden.“ Dann gehe ich und fahre nach Hannover. Wo ist Juliane geblieben?

Kategorien Mal etwas anders

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close