Teil 35

Meine Suche nach Juliane geht weiter und sie entwischt

Ich wache auf. Mein Telefon klingelt und sehe auf die Uhr. Erst sieben Uhr. Ich nehme ab. „Moin.“, sagt Simon fröhlich ins Telefon. „Moin. Simon. Es ist sieben Uhr.“ „Sorry. Habe ich Dich irgend wobei gestört.“ „Beim Schlafen. Ich konnte die Nacht nicht schlafen.“ „Hast wohl was anderes zu tun gehabt.“ Ich höre wie Simon lacht. „Was willst Du?“ „Alles gut gelaufen.“ „Ja, der Kunde holt mich in zwei Stunden ab.“ „Das meine ich nicht.“ „Was dann?“ „Juliane?“ „Du wusstest, dass Juliane hier ist.“ „Jein. Wir hatten es nur vermutet?“ „Wer wir?“ „Ole und ich. Henry ist neben Ole und ihren Eltern eine wichtige Person. Er hat damals auch Marlene und Juliane mit nach Melanie genommen.“ „Wohin damals?“ „Party. Kuss. Zehn Jahre. Reichen Dir die Stichpunkte. Du hättest sie sonst vor zehn Jahren nicht geküsst.“ Ich stöhne laut auf. „Warum stöhnst Du?“ „Ich habe sie gestern gesehen, aber als sie mich gesehen hat, ist sie abgehauen. Henry war bei ihr.“ „Du hast Henry erkannt?“ „Nein. Er hat mich angesprochen.“ „Und er hat Dir nicht geholfen?“ „Nein. Er wusste nicht, wo sie war.“ „Momentmal. Er arbeitet in den Hotel.“ „Wie jetzt?“ „Ich glaube, Henry hast Du nicht überzeugt.“ „Verstehe ich jetzt nicht.“ „Henry hat wohl gedacht, Du verarscht ihn. Warte mal.“ Ich höre Simon rufen. „Ole rufe mal Henry an. Ich glaube, Phil hat es vergeigt.“ Dann wendet er sich zu mir. „Phil. Hört gut zu. Ole ruft seinen Cousin an. Eigentlich heisst er ja Henrik. Aber seit er in Bayern arbeitet, nennt er sich Henry.“ „Okay.“ „Also. Viel Glück. Mehr kann ich momentan von hier aus nicht tun.“ „Ja. Alles klar.“ Ich kann jetzt nicht mehr schlafen und ziehe mich an. Dann gehe ich runter. An der Rezeption frage ich, ob Henry da ist. „Nein. Der Chef ist noch nicht da. Kommt erst gegen zehn Uhr. Was Privates hat er gesagt.“ „Okay.“ Anschließend gehe ich ins Restaurant und frühstücke ein bisschen. Nachher soll es ja auch Frühstück geben. Aber einen Happen ist mir wohl vergönnt. Dann frühstücke und sehe nach draußen. Gegen neun kommt unser Kunde und holt mich ab. Wir sehen uns die Firma an. Sehr beeindruckend. Anschließend fahren wir noch nach Steinbach am Attersee. Das Restaurant liegt direkt am See. Wir setzen uns hin. „Einen Moment. Ich sehe jemand gerade.“ Unser Kunde steht auf und geht an einen Tisch. Ich staune nicht schlecht. Juliane sitzt mit ein paar älteren Herrschaften zusammen. Juliane sieht mich. Es sieht so aus als ob sie sich entschuldigt und kommt zu mir rüber. „Hey.“, sagt sie zu mir. „Hast Du mich gefunden?“ „Ähh?“ „Du suchst mich wohl. Aber ich sage Dir eins. Ich bin keine Frau, die man benutzt. Schreibe Dir das hinter die Ohren. Den Posten werde ich nicht annehmen. Das es Dir klar ist.“ „Super das passt ja noch besser. Dann kannst Du gleich nach Hamburg gehen.“ „Ich gehe nirgendwohin. Verstanden. Lass mich in Ruhe.“ „Kann ich nicht.“ „Doch.“ Der Kunde kommt wieder. „Oh. Sie kennen sich schon?“ Wir nicken. „Dann brauche ich Ihnen ja nicht Juliane Früh vorstellen? Ihre Großonkel ist ein Geschäftspartner von mir.“ „Oh, das habe ich nicht gewusst.“ „Aber mein Großonkel macht es ja nicht mehr.“ „Ich weiss, es ist schade. Aber der Enkel macht es auch gut. Noch nicht perfekt. Aber gut.“ Juliane nickt. „Die Herren entschuldigen mich. Ich bin nicht lange hier. Wie sie wissen, muss ich meine Großeltern und Großonkel unterstützen.“ „Ja, hat ihr Großonkel eben erwähnt. Wann fahren sie nach Hause?“ „Morgen.“ „Schön, aber auf einen Absacker kommen sie mit der Familie an unseren Tisch.“ „Ich frage.“ „Ihr Großonkel hat schon zugestimmt.“ Ich sehe wie unser Kunde Juliane von oben bis unten betrachtet. Dann geht sie rüber. Zwei Stunden später sitzen wir am Tisch. Der Kunde von uns sieht Juliane an und zieht sie mit seinen Blicken aus. Das reicht. Ich muss Juliane retten. Scheiss egal was sie davon hält. Ich gehe um den Tisch und gebe ihr einen Kuss auf den Mund. Sie erwidert ihn. Dann lösen wir uns. „Danke.“, flüstert sie mir ins Ohr. „Sie werden mir Untreu.“ „I wo.“, sage ich. „Ich musste nur meine Verlobte küssen.“ Wow, ich habe es gesagt. „Wie Verlobte?“, sagen sie im Chor. „Ja, erst seit kurzen. Ole kann es bestätigen.“ Juliane sieht mich entgeistert an. Ihre Großeltern und Großonkel sagen nur: „Willkommen in der Familie. Wo sind sie denn untergebracht?“ „In der Nähe in München.“ „Sie bleiben hier. Und sie Herr Hoffstatter auch. Bei uns im Haus.“, sagt der Großonkel von Juliane. Wir beide nicken. Herr Hoffstatter bekommt ein eigens Zimmer. Ich werde bei Juliane übernachten. Als wir im Zimmer ankommen. „Nur, das Du es weisst. Das ist eine Ausnahme. Warum sagst Du, ich wäre deine Verlobte?“ „Ja, Juliane. Ich wollte Dich nur retten vor Herr Hoffstatter.“ „Warum?“ „So wie er Dich angesehen hat, musste er eine Lektion erhalten.“ „Okay. Ich schlafe auf dem Sofa. Du im Bett.“ „Du kannst ruhig das Bett nehmen.“ „Nein. Du bist der Gast.“ Dann legen wir uns hin und schlafen ein.

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