Wunder passieren immer wieder -10-

Thomas

„Hast du ihr es gesagt?“

„Was meinst du Simon? Wen soll ich was sagen?“

„Ariane.“

„Nein. Ich habe ihr noch nichts erzählt. Es ist riskant. Warum habe ich mich darauf eingelassen?“

Simon sieht mich an.

„Du liebst Ariane. Das weißt du. Leugnen ist zwecklos. Warum hast du sie nicht eingeweiht?“

„Simon. Du hast recht. Es war schwer ihr was vorzuspielen. Meine Gefühle nicht zu zeigen.“

„Was willst du tun? Wenn Susanne das erfährt? Du hast ganz offen sie ein zweites Mal unter den Mistelzweig geküsst und das sagte alles.“

Ich stöhne. Er hat recht. Ich habe mich gehen lassen. Die Frau, die ich liebe, etwas vorzuspielen. Nur weil ich sie nicht in Gefahr zu bringen wollte? Nur Simon weiß, dass ich von Susanne erpresst werde. Ich habe immer noch nicht richtig herausgefunden, was das alles mit Tobias zu tun hat. Warum ist er auf der Firmenparty aufgetaucht? Ich muss das jetzt klären.

„Wo willst Du hin Bruder?“

„Hört sich verrückt an. Ich tue etwas ganz verrücktes?“

„Was?“

„Jemand etwas zu gestehen.“

„Tue es nicht.“

„Doch Simon. Ich habe zu lange geschwiegen.“

Schon bin ich weg. Ich klopfe an die Tür. Sie macht auf und sieht mich verdutzt an. Hinter mir schließe ich die Tür.

„Was machst du hier? Susanne wartet bestimmt auf dich.“

Ich gebe ihr keine Antwort und küsse sie einfach. Erst zaghaft. Sie erwidert den Kuss und ich nehme sie auf den Arm. Wir landen im Schlafzimmer. Ariane und ich ziehen uns die Kleidung aus und lieben uns.

Am nächsten Morgen wache ich auf. Ariane ist weg. Es liegt nur ein Zettel da.

Sorry, ich kann das nicht. Ich zerstöre keine Beziehung. Vorhin habe ich deinen Vater angerufen und ihn um Urlaub gebeten. Er hat mich gefragt, warum ich dringend Urlaub brauche. Ich sagte nur, dringende Angelegenheit. Vergiss mich und heirate Susanne. Frag mich nicht, warum ich das gestern mit dir gemacht habe. Ich schäme mich. So etwas habe ich noch nie gemacht. Übrigens der Verlobungsring ist super. Für mich wäre er zu protzig. Aber Susanne mag ihn bestimmt. Gruß Ariane.

P.S. Suche mich nicht.

Fuck. Vorher weiß sie von Verlobungsring. Er ist doch gar nicht für Susanne, sondern für Ariane. Ich sehe mir den Ring an. Stimmt. Das ist kein Ring für Ariane. Ich werde etwas Schöneres finden. Warum habe ich angenommen, dass sie soviel Diamanten am Ring mag? Wollte ich zeigen, dass ich alles kaufen kann? Wo ist sie?

Wunder passieren immer wieder -9-

Weihnachtsparty

Ariane

Susanne kommt auf mich zu. Ich sehe mich um. Kann ich irgendwohin flüchten. Shit. Nein.

„Du hast deine Chance vertan. Ich habe mir den Chef geangelt.“

„Ja ich weiß. Susanne ich bin nicht blind. Thomas ist wie ein Bruder für mich. Mehr nicht. Aber du weißt, das er viele Frauen hat.“

„Mensch Ariane. So schlimm ist es auch nicht. Seit mich datet, sieht er keine Andere mehr an.“

Thomas kommt auf uns zu. Er umarmt Susanne und küsst sie auf die Stirn.

„Tom küss mich richtig. Sie sollen alle sehen, das ich die Wahrheit sage.“

„PST. Susanne. Noch nicht. Ariane schweigt ja auch. Wir wollten es langsam angehen.“

„Thomas. Seit einen halben Jahr vertröstet du mich.“

„Susanne.“

„Klärt das unter euch. Mich geht es nicht an.“

Ich drehe mich um und gehe. Plötzlich hält mich jemand fest und zieht mich zu mich.

„Du entkommst mir nicht.“

Mein Blut gefriert. Mein Ex. Was macht er hier?

„Hey.“

„Hey meine Süsse.“

Er kommt mir näher. Plötzlich kommt Thomas und steht neben uns.

„Tobias. Ich verbiete dir, sie anzurühren.“

„Thomas. Du hast mir gar nicht zu verbieten.“

„Doch. Ich bin ihr Bruder. Verschwinde.“

Tobi verschwindet.

„Du bist doch nicht mein Bruder.“

„Bin ich das nicht? Was dann?“

„Keine Ahnung. Mein Chef.“

Thomas sieht nach oben und ich folge seinen Blick. Mistelzweig. Mist. Dann küsst mich Tom vor allen. Susanne kommt angerauscht.

„Schatz. Schmeiß die Schlampe raus.“

Ich räuspere mich und verschwinde. Aus meinen Augenwinkeln sehe ich, dass mir Tom mit den Blicken folgt.

Spät am Abend treffe ich Thomas wieder. Susanne war müde und ein Taxi hat sie nach Hause gefahren.

„Was meinst du, wollen wir auch nach Hause?“, fragt er mich.

„Ich fahre lieber alleine.“

„Nein. Wir haben den gleichen Weg.“

„Susanne?“

„Lassen wir das Thema.“

Anschließend stehen wir wieder unter den Mistelzweig. Wir küssen uns schon wieder. Simon tippt uns auf die Schulter.

„Nehmt euch ein Zimmer.“

Wir starren ihn an.

„Simon. Es sieht anders aus wie es ist.“; stammele ich.

„Wie sieht es denn aus?“

Ich weiß nicht was ich darauf antworten soll. Mein Schweigen nimmt er als Antwort. Wir drei beschließen nach Hause zu fahren.

Als wir bei Thomas und Simons Eltern ankommen, trennen sich unsere Wege. Jeder in sein eigenes Zimmer.

Wunder passieren wieder -8-

Ariane

Es klopft. Ich will meine Ruhe haben. Warum verrenne ich mich in solche Gedanken. Thomas ist nicht der Typ von der Party und auch nicht von Bahnhof. Simon ist nicht der Freund von Timo. Fuck. Alles Lüge. Hört das Klopfen nie auf. Ich gehe hin und mache die Tür auf.

„Du?“, frage ich.

„Ja. Mein Vater hat gesagt, du sollst heute Abend dabei sein.“

„Muss das sein.“

Thomas nickt. Ich ziehe schnell meinen Mantel an und folge ihn. Als wir drüben ankommen, sind Erik, Maria, Simon, Marlene, Julian und ein älteres Ehepaar vor mir. Moment. Das ältere Ehepaar kenne ich und schreite auf sie zu. Josh erkennt mich als erstes.

„Ariane. Was machst du hier?“

„Ich arbeite in Hamburg. Das sind meine Chefs.“

„Hallo Ariane.“, sagt Ellen zu mir.

„Ellen. Schön dich wieder zu sehen. Was machen meine Eltern?“

Ellen sieht mich an und räuspert sich.

„Deine Eltern geht es gut. Sorry, das wir uns bei euch nicht mehr gemeldet haben. Wir waren einige Jahre nur unterwegs. Irgendwie haben wir keine Zeit gefunden uns bei Euch zu melden. Josh bedauert es, das er zu seinen Freund Matti kein Kontakt hat. Wir würden sie gerne wieder sehen. Aber erst müssen wir das Problem Morton aus den Weg schaffen.“

„Morton? Fuck. Ist das der Typ, der meinen Eltern das Leben schwer gemacht hat?“

„Ja. Du weißt davon Ari? Deine Eltern wollten dich und Timo daraus halten.“

„Ellen. Das Problem war, das Morton mir gedroht hat. Deshalb haben meine Eltern auch den Namen von meiner Grossmutter angenommen haben.“

Erik sieht mich an und fragt dann: „Etwa Morton, der auf uns bedroht.“

Josh nickt.

„Dann sind deine Eltern Matthias und Lisa?“, will Erik wissen.

Ich nicke.

Maria schluckt und nimmt mich in die Arme.

„Willkommen in der Familie.“

Was geht denn hier ab. Thomas sieht mich verdutzt an.

„Mama. Kannst du mir mal erklären, was hier los ist? Heiraten etwas Tom und Ariane?, fragt Simon.

„Wieso? Nur weil ich gesagt habe, willkommen in der Familie? Nein, Tom und Ariane heiraten nicht. Nur sie ist wie eine Tochter für mich. Arianes Mutter wie eine Schwester für mich.“

Jetzt sehen Ellen und Josh uns an.

Maria bittet uns sich zu setzen. Dann fängt sie die Geschichte an zu erzählen. Es waren viele Mistverständnisse. Thomas sieht mich an. Seiner Mutter fällt es auf. Marlene schmunzelt. Als sie zu ende erzählt hat, flüstert Marlene etwas zu mir.

„Ich wusste, das ich dich kenne. Schade, das Thomas es nicht kapiert?“

„Was meinst Du?“, frage ich leise nach.

„Er hat nicht gesehen, wer vor ihn steht.“

„Ist doch egal.“

Danach unterhalten wir uns wie wir Morton eine Falle stellen.

Spät abends bringt mich Thomas in die Wohnung.

„Sorry Ariane. Schön, das du wie eine Tochter von meiner Mutter gesehen wirst.“

„Tochter ist übertrieben. Ich bin nur eine Freundin für eure Familie und es wird immer so bleiben.“

„Gute Nacht.“, erwidert Thomas und gibt mir einen Kuss auf die Stirn. Danach ist er verschwunden.

In den nächsten Monaten arbeiten wir wie Geschwister zusammen. Simon kommt ab und zu uns her. Dann bringt er auch meine Eltern und meinen Bruder mit. Aber es sind nur kurze Momentaufnahmen für mich. Thomas behandelt mich wie eine kleine Schwester. Also habe ich mich getäuscht.

Wunder passieren immer wieder. -7-

Thomas

Vor vier Tagen habe ich Julian kennengelernt. Er will sich heute bei mir melden. Ich fasse es nicht, dass Marlene mit dem Typ zusammen ist. Was hat mein Vater gegen ihn? Es klopft.

„Herein.“

Ariane schaut rein.

„Julian ist da.“

„Er kann reinkommen.“

Kurze Zeit später steht Julian vor mir.

„Ich wusste ja nicht, dass Ariane deine Sekretärin ist.“

„Assistentin.“, verbessere ich ihn.

„Darf ich dich mal was fragen?“

„Ja.“

„Läuft da mehr?“

„Nein. Sie ist meine Assistentin. Mehr nicht.“

Julian schüttelt den Kopf.

„Dann sehe sie nicht so an als ob es deine Frau ist.“

„So ein Blödsinn. Ich will nicht was von ihr. Was läuft denn zwischen dir und meiner Schwester?

Warum darf es mein Vater nicht erfahren?“

Er räuspert sich.

„Tja. Mein Vater und dein Vater kennen sich. Ich weiß nur, dass sie sich aus dem Weg gehen. Deine Schwester und ich wollen herausfinden was es ist. Das merkwürdige daran ist. Sie gehen sich offiziell aus dem Weg, aber.“

Julian stockt.

„Was aber?“, will ich wissen.

„Wir haben sie zusammen gesehen und da haben sie sich prächtig verstanden.“

„Hhm. Wirklich merkwürdig. Dann dürfest du gar nicht hier sein.“

„Schon.“

Mein Vater kommt rein und sieht Julian.

„Was machen sie hier?“, fragt er.

„Ich besuche ihren Sohn.“

Erik sieht mich an und macht die Tür zu. Mein Vater geht auf uns zu.

„Ihr beide kennt euch?“

Wir nicken.

„Warum sind sie sauer auf meinen Vater?“

„Ich bin nicht sauer auf deinen Vater, sondern …“

„Was heißt das Paps?“

„Julians Vater Josh hat einen Morton auf einer Veranstaltung kennengelernt. Sie sind auf uns gekommen. Josh hat nicht verstanden, was er meinte, ich hätte alles vernichtet. Dein Vater war skeptisch. Denn Morton ist ihn nicht ganz geheuer. Dieser Mann will mit deinen Vater Geschäfte machen. Als Josh herausgefunden hatte, wer ich wirklich bin, stand er plötzlich in meinem Büro.“

„Was hast Du vernichtet Papa?“

„Nichts. Morton ist unfähig die Realität zu sehen. Er versucht herauszufinden, wo die Freundin von deiner Mutter ist. Morton gibt mir und ihr die Schuld?“

„Woran?“

„Deine Mutter hat mich geheiratet und ich nicht ihn?“

„Was hat jetzt die Freundin von Mama damit zu tun?“

„Sie wollte damals deiner Mutter zeigen, wer Morton wirklich ist. Leider hat Maria es in einen falschen Hals bekommen. Jedenfalls waren sie da keine Freunde mehr. Vor fünfzehn Jahren etwas haben sie sich durch Zufall wiedergetroffen und haben es geklärt. Leider hat Maria die Telefonnummer verloren und ihr fiel einfach der Nachname nicht mehr ein. Ihr Mann ist mit mir befreundet. Aber er hat einen anderen Namen angenommen.“

„Welchen?“

„Er hieß damals Paul mit Nachnamen. Matthias Paul. Ich finde nichts im Internet von ihn. Josh kennt die Geschichte. Übrigens Julian. Ich habe dich und meine Tochter gesehen. Maria und ich geben euch unseren Segen. Aber eine Bedingung stellen wir euch?“

„Welche?“, will Julian wissen.

„Ihr müsst euch erst heimlich treffen bis Josh und ich Morton etwas beweisen können. Dein Vater versteht nämlich nicht, warum Morton soviel von euch weiß.“

„Was ist das für ein Typ?“

„Ein sehr übler Typ. Sei mir nicht böse. Kommt heute Abend zu uns. Dann erkläre ich euch alles. Ich schmeiße dich jetzt raus. Es muss identisch sein.“

„Verstehe ich nicht.“, sagt Julian.

„Du wirst erst heute Abend verstehen.“

Ich sehe meinen Vater an.

„Raus hier.“, brüllt mein Vater.

Julian macht die Biege. Ariane sieht mich irritiert an.

„Mit euch beiden muss ich auch sprechen. Du verstößt gegen eine Regel mein Sohn.“

Dann rauscht er davon.

„Was war das denn jetzt? Gegen welche Regel hast du verstoßen und was hat es mit mir zu tun.“

„Keine Ahnung wovon er spricht. Ich kläre das.“

Dann gehe ich in das Büro meines Vaters und mache die Tür hinter mir zu.

„Gegen welche Regel habe ich verstoßen? Was hat das mit Ariane zu tun?“

Erik sieht hoch.

„Du liebst Ariane.“

„Nein, tue ich nicht.“

„Du kannst es nicht verbergen. So wie du sie in der Bar angesehen hast. Was läuft zwischen Euch?“

„Gar nichts. Ich halte mich an die Regeln.“

„Ariane soll heute Abend auch kommen.“

„Wieso?“

„Das wirst du schon sehen. Gehst du bitte in dein Büro. Ich muss arbeiten?“

Ich gehe in mein Büro. Ariane folgt mir.

„Welche Regel hast du verstoßen?“

„Alles gut.“

„Nichts ist gut Thomas. Gegen welche Regel? Was hat das mit mir zu tun?“

Ich drehe mich um und siehe ihr in ihre Augen. Unsere Blicke treffen sich. Verdammt hat mein Vater recht. Dann nähere ich mich ihr. Ich will sie einfach küssen. Plötzlich stürmt mein Bruder ein, bevor ich sie küssen kann. Es ist nochmal gut gegangen.

„Hallo Bruder.“, sagt er.

Ariane sieht ihn an.

„Du bist Thomas Bruder und Timos Freund. So ein Shit. Sorry ich muss weg.“

Sie rennt raus und ich ihr hinterher.

„Warte.“

„Worauf?“

„Lass es dir erklären.“

„Nein. Gibt mir heute frei. Es wird zu viel. Susanne hatte recht.“

„Womit?“

„Du bist ein Charmeur und bekommst alle deine Assistentin ins Bett. Weiß Melissa Mann davon?“

Wütend rennt sie weg. Simon klopft mir auf die Schulter.

„Sag mal, was meint sie?“

„Keine Ahnung.“

Verdammt was soll Melissas Mann wissen. Ich glaube schon, dass er weiß was sie beruflich macht. Was meint Ariane denn damit, dass ich alle Assistentin ins Bett bekomme. Mein Bruder sieht mich an.

„Was meinte Ariane damit, Du bekommst deine Assistentinnen ins Bett? Fängst du mit etwa was Mitarbeiterinnen an.“

„Nein. Simon. Ich weiß nicht, warum Susanne so etwas erzählt. Aber bei Ariane würde ich wohl eine Ausnahme machen.“

„Noch mal was? Bei Ariane.“

Ups. Ist mir das herausgerutscht? Bin ich bescheuert.

„Ariane erinnert mich einfach an jemand. Deshalb habe ich es wohl gesagt. Aber ich fange nichts mit Mitarbeiterinnen an. Dann müsste ich erst…“

Ich lasse es im Raum stehen.

„Tja. Mein Bruder hat sich verliebt.“

Simon grinst.

„Quatsch.“

Wir beiden gehen ins Büro und unterhalten uns, warum mein Vater uns heute Abend sehen will.

Wunder passieren immer wieder -6-

Thomas

Ich sitze Montagmorgen im Büro. Mein Vater kommt rein. „Hast Du eine Entscheidung getroffen?“

„Nein. Nicht wirklich. Hat Simon denn schon eine Auswahl getroffen?“

„Ja. Dein Bruder ein Auswahlverfahren angewendet. Simon hat zwei Favoriten. Ich denke, die junge Dame würde zu dir passen. Sie kommt aus der Filiale aus Hannover. Simon schwört auf sie. Er kennt sie nicht persönlich. Laut ihren Vorgesetzen ist sie eine Perle.“

„Bestimmt alt.“

„Nein. Im Gegenteil. Weißt du was noch merkwürdig ist?“

„Nein. Papa was willst du mir mitteilen? Gibt es einen Haken?“
„Hast Du eine Entscheidung getroffen?“

„Nein. Nicht wirklich. Hat Simon denn schon eine Auswahl getroffen?“

„Ja. Dein Bruder ein Auswahlverfahren angewendet. Simon hat zwei Favoriten. Ich denke, die junge Dame würde zu dir passen. Sie kommt aus der Filiale aus Hannover. Simon schwört auf sie. Er kennt sie nicht persönlich. Laut ihren Vorgesetzen ist sie eine Perle.“

„Bestimmt alt.“

„Nein. Im Gegenteil. Weißt du was noch merkwürdig ist?“

„Nein. Papa was willst du mir mitteilen? Gibt es einen Haken?“

„Nein. Einen Haken gibt es nicht. Nur ihr Name kommt mir so bekannt vor. Bloß ich weiß nicht woher.“

„Warum soll ich unbedingt eine neue Assistentin einstellen. Meine ist gut.“

„Ja, aber wenn Melissa in einem halben Jahr in Mutterschutz geht, siehst du aber alt aus. Sie soll noch ihre Vertretung einarbeiten. Nicht das Du es noch tun musst. du hast genug zu tun.“

Papa hat ja recht. Reicht es denn nicht aus, wenn ich erst in einem halben Jahr nach einer Vertretung suche. Erik gibt mir die Unterlagen.

„Schau sie dir doch mal an. Die junge Dame kommt bei mir in die engere Wahl.“

„Da ist ja kein Bild drauf. Ist sie hässlich?“

Mein Vater sieht mich an.

„Nein. Ich habe bewusst das Bild entfernt. Du sollst dich nur nach ihrem Lebenslauf richten. Übrigens Simon hat auch keine Fotos auf den Unterlagen. Ihr sollt nicht für jemand entscheiden, weil sie hübsch ist. Nicht das ihr auf dumme Gedanken kommt. Die Regel gilt für alle Vorgesetzen. “, erwidert mein Vater und geht. Papa weiss bestimmt wie sie aussieht. Sonst hätte er nicht an die Regel erinnert. Ich studiere die Unterlagen. Meine Güte. Wieviel Ausbildungen hat sie denn gemacht. Drei. Konnte sich wohl nicht entscheiden. Warum Papa sie unbedingt im Team haben will, verstehe wer will. Na gut. Ich sehe sie mir an und entscheide dann. Ariane Bosse. Der Name Ariane hört sich gut an. Mehr aber auch nicht. Eine Stunde später sitze ich mit meinen Vater im Konferenzraum. Mein Bruder konnte aus Hannover nicht weg. Schon wieder einmal überlässt er uns die Entscheidung. Er fühlt sich in unseren alten Stammhaus wohl. Einige Bewerber haben wir schon durch. Jetzt kommt die letzte dran und das ist die gewisse Ariane. Warum sie kurzfristig noch eingeladen wurde, ist mir ein Rätsel. Die Tür geht auf. Unsere gemeinsame Sekretärin bringt sie rein.

„Setzen sie sich doch Frau Bosse.“, sagt mein Vater.

„Danke.“

Bevor sie sich setzt, gibt sie uns jeden die Hand. Ich zucke zusammen. Was war das? Als sie mich eben berührte, bekam ich einen Stromschlag. Jetzt sehe ich ihr ins Gesicht. Frau Bosse bedankt sich für die Einladung. Sie bekommt mir bekannt vor. Verdammt. Die Frau vom Bahnhof. Nein, die darf nicht für mich arbeiten. Ich könnte mich nicht konzentrieren. Sie sieht mich an. Ob sie gerade das Gleiche denkt. Mein Vater bittet Ariane was von sich zu erzählen. Sie fängt an. Wir hören gespannt zu. Anschließend führen wir noch ein gemeinsames Gespräch. Ich sehe meinen Vater an, dass er sie gedanklich schon eingestellt hat.

„Frau Bosse. Danke für ihr Kommen. Wir melden uns in den nächsten Tagen bei Ihnen. Aber sie sind in der engeren Wahl.“

„Danke. Herr Wiebking. Wissen sie eigentlich, dass sie einen typischen Schaumburger Nachnamen habe“

„Habe ich das?“, fragt er sie jetzt.

„Glaube schon.“

„Ihnen noch einen schönen Tag.“

„Danke. Ihnen auch.“

Sie steht auf.

„Papa. Ich bringe sie zum Fahrstuhl. Sie ist die Letzte heute und gehe gleich in mein Büro.“

Mein Vater sieht mich verdutzt an. Egal. Ich muss mit ihr reden. Als wir am Fahrstuhl stehen, sage ich zu ihr.

„Du darfst die Stelle nicht annehmen.“

„Wieso?“, fragt sie mich. „Bekomme ich die Stelle?“

„Ich weiß es nicht. Aber wenn. Nimm sie nicht an.“

„Warum? Nennen sie mir einen Grund.“

Ich sehe ihr in die Augen und sie sieht in meine Augen. Plötzlich steht Susanne hinter mir.

„Störe ich?“

„Nein.“, antworte ich ihr.

Susanne taucht immer ungünstig auf. Dann steigt Ariane in den Aufzug und weg ist sie.

„Susi. Nur weil du die Assistentin von Klemens bist, kannst du dir nicht alles raus nehmen und ständig hier oben verweilen. Verstanden?“

Klemens ist der Geschäftsführer unserer Werbeabteilung. Er hat sich schon beschwert, dass seine Assistentin immer bei uns rumlungert.

„Susanne. Ich glaube, Klemens braucht dich?“

„Bist Du sicher Thomas?“

„Ja. Er hat sich schon beschwert, dass du ständig hier oben bist. Simon ist nicht mehr hier.“

„Aber du.“, gibt sie mir als Antwort.

„Susi. Vergiss es.“

Warum ist sie hier noch. Kann sie nicht wieder in ihre Abteilung gehen.

„Susanne Glashaus. Klemens Mertens wartet.“
„Ich gehe schon.“

Jetzt ist sie weg. Gott sei Dank. Die Frau ertrage ich nicht. Susanne nervt.

Ariane

So schnell wie ich kann, entferne ich mich. Verdammt Tom ist Thomas. Ich muss meine Gefühle in den Griff bekommen. Warum soll ich so ein Angebot ausschlagen? Nur weil ich dann mit ihn in einer Firma arbeite. Er ist mein Boss und er ist tabu. Oh das ist ein Taxi. Ich springe rein. Schnell ins Hotel und weg bin ich. In einem viertel Jahr kann sich viel ändern. Er vergisst mich. Garantiert. Ich vergesse ihn. Bloß nicht darüber nachdenken. Im Hotel packe ich schnell meine Sache und fahre zum Bahnhof. Als ich im Zug sitze, schließe ich meine Augen.

Thomas

Ich sitze in meinem Büro und rufe meinen Bruder an. Simon nimmt ab.„Hallo Bruderherz.“

„Wie sind die Gespräche gelaufen? Muss ich auf meine Mitarbeiterin verzichten?“

„Nein. Du kannst sie behalten.“

„Nicht dein Ernst, oder?“

„Doch.“

Mein Vater tritt ins Büro.

„Hallo Simon.“

„Hallo Paps. Ich habe gehört, ihr habt euch gegen Ariane Bosse entschieden?“

Erik sieht mich an. „

Wer sagt das?“

„Tom.“

„Nein. Im Gegenteil. Sie passt perfekt hierher.“

Ich muss schlucken.

„Thomas. Warum erzählst du mir so einen Mist?“

„Das möchte ich auch gerne wissen.“, will mein Vater wissen.

„Ich finde einfach sie passt hier nicht her.“

„Oh doch mein Sohn. Sie kennt sich in der Firma aus.“

Ja schon klar, denke ich mir. Wenn mein Vater überzeugt ist, dann kann man nichts machen. Wie bringe ich meinen Vater dazu seine Meinung zu ändern. Neuer Versuch.

„Papa. Es soll meine Assistentin werden und nicht deine. Habe ich kein Mitspracherecht.“

„Nein.“, erwidert mein Vater knapp und geht. Mein Bruder ist noch immer am anderen Ende.

„Sag ich Dir doch immer. Mitspracherecht ist nicht erwünscht. Warum bist du total gegen Frau Bosse?“

Wie soll ich es meinen Bruder erklären.

„Momentmal, ist das die Frau von der Party.“

„Nein. Von Bahnhof. Die auf der Party sah doch anders aus.“

Simon schweigt und antwortet mir dann. „Aber wenn die von Bahnhof und von der Party die gleiche Person ist, dann hast Du ein Problem.“

„Kann sein.“

„Thomas. Sie wird sich bestimmt nicht daran erinnern. Die meisten Leute auf der Party waren besoffen.“

Sie nicht, schießt er mir in die Gedanken. Aber wenn sie wirklich die gleiche Person ist, dann habe ich ein gewaltiges Problem. Kann man Gefühle abschalten oder bilde ich mir hier etwas ein.

„Bist du noch da? Es ist so still bei Dir. Sag was. Bist du noch online? “, fragt mich mein Bruder.

„Ja. Sorry war in Gedanken.“

„Was ist los? Ist sie nervig wie Susanne?“

„Schon gut. Es passt mir einfach nicht in den Kram. Immer nach Papas Nase tanzen.“

„Ich verstehe dich. Aber sehe es von der Seite. Sie fängt doch erst in einem halben Jahr an.“

„Ja. Ich weiss.“

„Bis dahin ist alles vergessen.“

„Und wenn nicht.“

„Dann überlegen wir eine gemeinsame Lösung. Ist das okay?“

„Meinetwegen. Du hast recht. Ich kann es nicht ändern. Wie Du schon sagst. In einem halben Jahr kann viel passieren.

„Hallo Bruderherz.“

„Wie sind die Gespräche gelaufen? Muss ich auf meine Mitarbeiterin verzichten?“

„Nein. Du kannst sie behalten.“

„Nicht dein Ernst, oder?“

„Doch.“

Mein Vater tritt ins Büro.

„Hallo Simon.“

„Hallo Paps. Ich habe gehört, ihr habt euch gegen Ariane Bosse entschieden?“

Erik sieht mich an. „

Wer sagt das?“

„Tom.“

„Nein. Im Gegenteil. Sie passt perfekt hierher.“

Ich muss schlucken.

„Thomas. Warum erzählst du mir so einen Mist?“

„Das möchte ich auch gerne wissen.“, will mein Vater wissen.

„Ich finde einfach sie passt hier nicht her.“

„Oh doch mein Sohn. Sie kennt sich in der Firma aus.“

Ja schon klar, denke ich mir. Wenn mein Vater überzeugt ist, dann kann man nichts machen. Wie bringe ich meinen Vater dazu seine Meinung zu ändern. Neuer Versuch.

„Papa. Es soll meine Assistentin werden und nicht deine. Habe ich kein Mitspracherecht.“

„Nein.“, erwidert mein Vater knapp und geht. Mein Bruder ist noch immer am anderen Ende.

„Sag ich Dir doch immer. Mitspracherecht ist nicht erwünscht. Warum bist du total gegen Frau Bosse?“

Wie soll ich es meinen Bruder erklären.

„Momentmal, ist das die Frau von der Party.“

„Nein. Von Bahnhof. Die auf der Party sah doch anders aus.“

Simon schweigt und antwortet mir dann. „Aber wenn die von Bahnhof und von der Party die gleiche Person ist, dann hast Du ein Problem.“

„Kann sein.“

„Thomas. Sie wird sich bestimmt nicht daran erinnern. Die meisten Leute auf der Party waren besoffen.“

Sie nicht, schießt er mir in die Gedanken. Aber wenn sie wirklich die gleiche Person ist, dann habe ich ein gewaltiges Problem. Kann man Gefühle abschalten oder bilde ich mir hier etwas ein.

„Bist du noch da? Es ist so still bei Dir. Sag was. Bist du noch online? “, fragt mich mein Bruder.

„Ja. Sorry war in Gedanken.“

„Was ist los? Ist sie nervig wie Susanne?“

„Schon gut. Es passt mir einfach nicht in den Kram. Immer nach Papas Nase tanzen.“

„Ich verstehe dich. Aber sehe es von der Seite. Sie fängt doch erst in einem halben Jahr an.“

„Ja. Ich weiss.“

„Bis dahin ist alles vergessen.“

„Und wenn nicht.“

„Dann überlegen wir eine gemeinsame Lösung. Ist das okay?“

„Meinetwegen. Du hast recht. Ich kann es nicht ändern. Wie Du schon sagst. In einem halben Jahr kann viel passieren.“

Simon

Vor zwei Tage habe ich mit Thomas telefoniert. Er hast sich seit dem nicht mehr gemeldet. Ich glaube, ich gehe erstmal essen und rufe dann meinen Bruder ein. Ich muss ihn sagen, dass es vollkommener Quatsch ist. Warum er diese Frau geküsst hat, weiß ich bis heute nicht. Weshalb bin ich überhaupt zwischen Tobi und Tom dazwischen gegangen? Stimmt. Ich wollte es stoppen. Tobi ist so ein… Darüber darf ich gar nicht nachdenken. Das was Timo erzählt hat, ist er ein komplettes …..“ Das Wort denke ich jetzt lieber nicht, sonst bekomme ich schlechte Laune. An der Eingangstür treffe ich Timo. „Hallo Timo. Was machst du hier?“ „Das Gleiche könnte ich Dich auch fragen.“ „Ich arbeite hier und du?“ „Ich wollte meine Schwester zum Essen entführen.“ „Deine Schwester? Wer ist das?“ „Ariane.“ „Ariane Bosse?“ „Ja. Kennst du sie? Bestimmt. Ihr arbeitet in der gleichen Firma.“ Verdammt. Ariane ist Timos Schwester. Plötzlich steht jemand hinter uns. Wir drehen uns um. „Hallo Ari. Dass ist Simon. Simon, dass ich meine Schwester Ariane.“ Ich gebe ihr die Hand. „Hallo Ariane.“ Sie sieht mich an. „Hallo Simon. Du arbeitest auch hier?“ „Ja. Ich wollte gerade zum Essen gehen. Habt ihr Lust mit Essen zu gehen?“ „Nein. Lieder nicht.“, erwidert Ariane. „Mensch Ariane. Simon ist doch nicht dein Chef.“ Wenn Timo wüsste. Wir gehen zum Essen und unterhalten uns. „Du willst wirklich nach Hamburg?“, frage ich Ariane. „Ja. Ich muss hier weg?“ „Simon. Wegen Tobias. Er stalkt sie. Ich hoffe es wird dann wieder ruhiger.“ „Ist Simon wirklich so schlimm?“, will ich wissen. „Ja. Aber in Hamburg habe ich dann das nächste Problem?“ „Welches?“, fragen wir beide. „Der Typ von Bahnhof ist mein neuer Chef. Als wir uns in Hamburg begrüßt haben, bekam ich einen Stromschlag. Ich nehme an, es lag an den Teppich und an den Schuhen.“ Verdammt. Komplizierter geht es gar nicht. „Was machst du jetzt?“, möchte ich gerne wissen. „Keine Ahnung. Ich werde ihn aus dem Weg gehen.“ Wenn das so einfach wäre. Ariane und Timo. Momentmal. „Sag mal, wie heißen eure Eltern?“ „Warum willst du das wissen?“, kommt als Gegenfrage von Timo. „Nur so. Ich glaube.“ „Was glaubst du?, will Timo wissen. „Vielleicht kennen wir uns schon viel länger und sind uns schon früher mal begegnet?“ Timo teilt mir die Namen seiner Eltern mit. Wir unterhalten uns darüber. Wenn es wirklich so ist, dann ist Ariane… . Oh Shit. Das darf jetzt nicht wahr sein. Komplizierter geht es nicht. Ich darf meinen Bruder die Vermutung nicht mitteilen, sonst gerät alles außer Kontrolle. Nach unseren Essen gehen Timo und ich noch was Trinken. Ariane will noch was mit einem Kollegen besprechen. Ihren Bruder teile ich meine Vermutung mit. Wir beschließen erstmal, dass sich unsere Eltern treffen. Wenn ich richtig annehme, kennen sie sich schon ewig.

Vier Monate später

Ariane

Ich trete heute meinen Job an und gehe mit gemischten Gefühlen hin. Was wenn Thomas Tom ist?. Der Tom, der mich unter den Mistelzweig geküsst hat. Verdammt. Gefühle ausblenden. Gegenfalls sage ich einfach, dass der Job doch nichts für mich ist und ob ich meine alte Stelle wieder haben könnte. Oben im Sekretariat stelle ich mich vor. „Hallo Frau Bosse! Ihr Chef kommt gleich. Ich bin Martina.“ „Hallo ich bin Ariane. Wie ist der Chef?“ „Ganz okay. Ich melde dich an.“ „Herr Wiebking. Ihre Assistentin ist da.“ „Ja, ich komme.“, höre ich eine Stimme. Fuck. Nicht Tom. Kurze Zeit später bewahrheitet sich das, was ich vermutet habe. „Guten Morgen Frau Bosse. Schön, dass sie so pünktlich sind.“ Thomas gibt mir die Hand. Ich bekomme schon wieder einen Stromschlag. Bloß nicht darüber nachdenken und ziehe meine Hand zurück. „Haben sie schon eine Wohnung?“, fragt er mich. „Ja, etwas außerhalb. Aber okay.“ „Nichts passendes gefunden? Sie müssen greifbar sein.“ „Nein. Sorry. Die Mieten in Hamburg sind sehr hoch. Die Wohnungen die mir gefallen haben, konnte ich mir nicht leisten.“ Mein Chef sieht mich an. Wie sich das anhört. Mein Chef. „Das werden wir ändern. Sie wohnen bei mir im Haus.“ Martina und ich sehen ihn verdutzt an. „Solange bis sie was Passendes gefunden haben. Keine Widerrede.“ Ich schaue mich nach Martina um. „Was der Chef sagt, ist Gesetz. Er hat eine schöne Einliegerwohnung. Nicht wahr Thomas.“ „Ja. Noch was. Wir duzen uns alle hier in der Etage. Ich bin Thomas.“ „Ich bin Ariane.“ „Das wäre geklärt. Folgen sie mir. Ich zeige ihnen ihren Arbeitsplatz.“ Meine Kollegin zwinkert mir zu. „Wir können nachher zusammen zum Frühstück gehen.“ „Ja. Das wäre nett.“ Thomas schaut uns beide an. „Wenn Ariane dazu Zeit hat.“ „Thomas. Wir haben Vorschriften.“, kommt es aus einem anderen Büro. „Mein Vater.“, knurrt mein Chef. Schon gehen wir zu seinem Vater. Wir begrüßen uns und gehen in mein Büro. „Melissa kommt später. Wenn Fragen sind. Ich bin nebenan.“ „Ja. Danke.“ „Ich rufe die IT an, damit sie arbeiten können.“ Dann ist er in seinem Büro verschwunden. Kurze Zeit später kommt jemand aus der IT-Abteilung und erklärt mir alles. Eine Stunde später kommt Melissa und begrüßt mich herzlich. Dann zeigt sie mir mein neues Arbeitsgebiet. Plötzlich steht Martina in der Tür. „Wollen wir frühstücken?“, fragt sie in den Raum. „Ich noch nicht. Aber Ariane kannst du mitnehmen. Sie ist schon länger hier und zweitens will ich unseren Chef fragen, ob ich heute einen halben Tag Urlaub bekomme.“ „Wieso?“, will Martina von ihr wissen. „Mein Mann hat eine Überraschung für mich.“ „Der hat immer so tolle Ideen.“ Melissa, die sie auch Lissy nennen, nickt. Ich stehe auf und Thomas kommt rein. „Wohin?“ „Frühstück?“, sage ich. „Lissy. Hast Du es ihr erlaubt? Sie muss noch einiges wissen?“ „Klar Chef. Aber nicht alles gleich am ersten Tag.“ „Dann geht ruhig.“ Wir verlassen das Büro. Als wir in der Kantine kommen, sehe ich mich um. Wow. Schöner als in Hannover. Martina und ich setzen uns ans Fenster. „Der Chef ist merkwürdig.“ „Wieso?“, will ich von ihr wissen. „Erst sagt zu dir, du sollst in seiner Einliegerwohnung wohnen und dann will er dich nicht zum Frühstück lassen.“ „Hat er so was noch nie gemacht?“ „Doch. Wenn ein Geschäftspartner da war. Aber noch nie hat er die Wohnung einer seiner Mitarbeiter angeboten.“ „Vielleicht bietet er sie mir nur an, weil ich neu bin und wo anders herkommen.“ „Das wird sein.“ Martina teilt mir mit, dass sie von Freunden Tina genannt wird. Ich soll sie auch so nennen. Fröhlich gehen wir wieder ins Büro. Thomas steht da. „Ihr habt die Pause überzogen.“ „Eine Minute Chef. Ariane kann nichts dafür. Sie kennt sich nicht aus und Markus aus der Buchhaltung hatte ein paar Fragen. Er will nachher vorbeikommen.“ „Schon in Ordnung.“, brummt er vor sich hin und geht wieder in sein Büro. Melissa schüttelt den Kopf. „Sorry Ariane. Du bist nicht Problem. Sondern…“ Sie stockt. „Was?“ „Sein Vater hat bestimmt, dass du die Stelle bekommst, nicht er. Er hat auch gesagt, dass du bei ihnen auf dem Grundstück wohnen sollst. Frag mich nicht warum.“ Tina sieht uns an. „Ich weiß nicht warum. Wenn ich es herausbekomme, sage ich es euch beiden.“

Thomas

Verdammt warum bin ich so sauer auf Ariane. Sie kann doch verdammt nichts dafür, dass mein Vater so entschieden hat. Erik hat ausdrücklich drum gebeten, dass sie bei uns wohnt. Den Grund hat er nicht gesagt. Widerrede wäre zwecklos. Als ich sie eben begrüßt habe, habe ich mal wieder einen Stromschlag bekommen. Ich glaube, ich halte mich lieber von ihr fern. Die meisten Termine werde ich alleine erledigen. Papa wird sich wundern. Besser ist. Ich kann dann sagen, ich könnte ja Ariane nicht die ganze Zeit beanspruchen. Aber warum soll sie bei uns wohnen. Mein Vater kommt rein. „Holst du die Sachen von Frau Bosse ab?“ „Das ist nicht mein Job Papa.“ „Jetzt schon.“ „Warum?“ „Weil Simon gesagt hat, du sollst auf sie aufpassen.“ „Warum?“ „Sie wird massiv gestalkt. Ich muss ein Auge auf sie werfen. Das habe ich jemanden versprochen.“ „Wen?“ „Es ist besser, du weiß es nicht.“ Jetzt kommt er zu mir und flüstert. „Simon hat gesagt, er will sie heiraten. Darum sollte sie hier her?“ „Was bitte? Sie ist seine Verlobte?“ „Noch nicht. PST. Verrate es ihn nicht.“ Mein Vater geht wieder raus und mache die Tür hinter ihn zu. Ich muss Simon anrufen. Dann nehme ich den Hörer in die Hand. Simon geht ran. „Sag mal, spinnst du? Deine Verlobte. Nicht dein Ernst.“ „Wovon redest du?“ „Von Ariane.“ „Sie ist nicht meine Verlobte.“ „Papa hat gesagt, sie wird deine Verlobte. Deshalb soll ich auf sie aufpassen. Ich schnaufe wütend. „Momentmal. Was hat Papa gesagt.“ „Du willst sie heiraten.“ „Da bringt unser Vater was durcheinander. Ich will jemand anderes heiraten. Vielleicht hat er es Mistverstanden.“ „Also du hast nicht gesagt, dass er ein Auge auf sie werfen soll.“ „Oh, verdammt. Es fällt mir wieder ein. Es ist anders wie du denkst. „Und wie?“ „Ich habe es einen guten Freund versprochen, dass wir auf Ariane aufpassen. Als Papa fragte, warum.“ Simon stockt. „Sie würde quasi zur Familie gehören. Sonst hätte er gleich abgeschmettert.“ „Sie hat jemanden?“, frage ich nach. „Du bist neugierig.“ „Hat sie?“ „Sag mal was soll die ganze Fragerei. Bist du scharf auf sie?“ „Nein. Nicht dass ich ihren Freund was antue, weil ich denke, dass er was böses vorhat.“ „Alles gut.“ „Nein. Ich habe es ihren Bruder versprochen.“ Marlene kommt rein. „Was mach Ari hier?“. „Hallo Marlene. Anklopfen wäre sinnvoll.“, erwidere ich. Momentmal sie kennt Ari. Simon ist still. „Simon. Noch da?“ „Ja, woher kennst Du Ariane Marlene?“ „Wir kennen uns schon länger. Super. Jetzt kann ich mit ihr was unternehmen.“ „Woher kennst du sie?“, fragen wir beide. „Sie ist bei Instagram. Ariane macht super Fotos.“ Ich stehe auf und gehe raus. Melissa und Ariane sitzen da. Martina will sie zum Frühstück abholen. Ich frage noch blöderweise, wohin sie will. Es folgt ein kurzes Gespräch und gehe wieder ins Büro. Simon und Marlene plaudern munter. Ich räuspere mich . „Simon. Unser Bruder ist wieder da. Es bleibt unser Geheimnis.“ „Welches Geheimnis frage ich?“ „Simon hat mir nur was verraten.“ Sie steht auf und geht. „Was hast du ihr verraten?“ „Das du Ariane liebst.“ „Blödsinn. So was kann nur dir einfallen.“ „Ich wollte nur mal hören wie du darauf reagierst.“ „Bis die Tage.“ Ich gehe raus und sage, dass sie spät sind. Spät sind sie ja nicht. Wir halten es ja normalerweise sehr freizügig. Martina gibt mir eine Antwort. Ich weiß, warum Markus hochkommt. Wegen Ariane. Eine viertel Stunde sage ich schroff zu meiner neuen Assistentin: „Kommst du bitte mal rein Ariane.“ Vielleicht etwas zu schroff. Die beiden zucken zusammen. „Thomas. Was ist mit dir los?“, will Melissa wissen. „Schlechten Tag. Kommst du bitte Ariane.“ „Sie steht auf und folgt mir ins Büro. „Setz dich.“ „Danke. Ich stehe lieber.“ „Setz dich bitte. Das dauert länger.“ Ariane setzt sich mir gegenüber. Wir unterhalten und über ihre Aufgaben. Des Weiteren teile ich mit, dass ich zukünftig viel auf Reisen bin und sie die Stellung halten muss. Sie sieht mich an. „Was hast du für ein Problem mit mir?“ „Ariane ich habe kein Problem.“ „Ist es wegen deines Vaters.“ Melissa hat es ihr erzählt. „Nein. Was hat du mit Simon zu tun?“ „Simon ist ein Freund von Timo.“ „Wer ist Timo?“ „Mein Bruder.“ Es macht klick. Jetzt verstehe ich. Das kann echt nicht wahr sein. Ariane ist….

Das darf nicht wahr sein. So viele Zufälle gibt es nicht. Jetzt verstehe ich auch Marlene und Simon. Das heißt wenn sie das wissen. „Ich störe ungerne in deinen Gedanken. War es das?“ „Ja. Du kannst gehen.“ Ariane, ich und Marlene haben viel über die Fotografie geredet. Ari hat gesagt, sie wollte Fotografin werden. Was ist aus ihrem Traum geworden. Hat sie deshalb mehrere Berufe gelernt.

Ariane

Es sind jetzt fast zwei Wochen her, dass ich in der Firma angefangen habe. Melissa und ich verstehen uns gut. Wegen Marlene hat sie nur gesagt, sie kommt öfters rein. Darauf habe ich geschwiegen. Wenn Marlene die Freundin von Chef ist, lieber so wenig möglich meinen Kollegen erzählen. Sonst denken sie sich, ich hätte mich eingeschlichen. Melissa musste leider schon letzte Woche in den Mutterschutz gehen. Ihr ging es nicht gut. Thomas ist seit acht Tagen auf Geschäftsreise. Zum Glück. Ich will Marlene nicht in die Quere kommen und zweitens fange ich nichts mit meinem Chef an. Marlene und ich wollen uns heute Abend treffen. Was ziehe ich an. Heute ist Freitag und das Büro ist ab vierzehn Uhr geschlossen. Ich stehe vor den Spiegel. Irgendwie komisch mit den Chefs auf dem gleichen Grundstück zu wohnen. Es klingelt. Thomas Mutter steht vor der Tür. „Hallo.“, kommt aus meiner Mund. Maria umarmt mich. „Hast Du dich schon eingelebt?“ „Ja.“ „Wie geht es deinen Eltern?“ „Ganz gut. Kennen sie meine Eltern?“ „Nur flüchtig.“, behauptet sie. „Okay.“ „Ich glaube es jedenfalls, sie zu kennen. Du siehst jemand total ähnlich. Leider haben wir uns aus den Augen verloren. Ich hatte den Zettel mit der Telefonnummer verloren.“ „Nach flüchtig hört sich das nicht an.“ „Ich weiß nicht, ob ich deine Eltern kenne. Aber du siehst jemand sehr ähnlich und ich habe das Gefühl dich zu kennen.“ Schon wieder geht die Türklingel. Ich gehe hin. Marlene kommt rein. Sie stutzt. „Mama. Du bist hier?“ „Ja. Papa muss heute noch nach Thomas.“ „Komm doch mit zum Essen.“, sage ich. Marlene nicht. „Gute Idee Ariane. Mama komm mit. Später können wir ja noch alleine losziehen. Alleine Essen muss du nicht.“ „Ihr nehmt mich mit?“ „Ja. Klar.“, sagen wir gleichzeitig. „Ich ziehe mich schnell um.“, erwidert sie. „Ich auch. Bin noch nicht fertig.“ „Macht das.?“ Marlene setzt sich hin. Kurze Zeit später gehen wir essen. Es ist eine nette Unterhaltung. Susanne hat mir erzählt, das Marlene Thomas Verlobte ist. Ich halte mich zurück. Es wird ein netter Abend. Warum muss ich immer wieder an den Kuss denken. Ich kann es Marlene nicht sagen. „Was ist?“, fragt mich Marlene. „Nichts.“, erwidere ich. Maria sieht mich. „Worüber denkst du nach?“, will Maria wissen. „Nicht das jemand das in den falschen Hals bekommt. Marlene ist doch mit Thomas verlobt. Ihr wisst ja. Wenn man mit den Chefs verkehrt.“ Maria lacht. Marlene schmunzelt. „Wer hat das erzählt?“, kommt es lachend aus dem Mund von meiner Freundin. „Susanne.“ Sie grinst. „Mama es zeigt Wirkung. Sie findet Thomas toll und ihn nervt es. Klemens ist schon richtig sauer. Da habe ich Susi glaubhaft erzählt, ich bin Thomas Verlobte.“ „Bist du nicht?“ „Nein, das funktioniert nicht.“ „Warum?“ „Mit meinen Bruder will ich nicht verheiratet sein.“ Jetzt lache ich auch. „Aber Ariane. Das bleibt unser Geheimnis. Nur Melissa und Martina wissen es in der Firma. Mein Vater spielt einfach mit. Jetzt wisst ihr beide das auch. Stillschweigen. Sonst ist Martina ständig im Büro von Thommy.“ „Du weißt aber, dass dein Bruder nicht so genannt werden will.“ „Ja. Ich weiß.“. Kurze Zeit später verabschiedet sich Maria von uns. Wir gehen noch in eine Bar und lernen zwei sympathische Männer kennen. Plötzlich stehen Thomas und Erik hinter uns. „Was macht ihr denn hier? Paps. Mama hat gesagt, du musst nach Thomas. Ich verstehe es nicht.“ „Hat sich schneller erledigt, wie wir dachten.“, erwidert Marlenes und Thomas Vater. „Dürfen wir uns zu euch gesellen?“ Die jungen Männer gehen. „Die beiden Herren haben wir aber verscheucht Paps. Sorry Lenchen.“ Thomas grinst mich an. Unsere Blicke treffen sich. Die Welt bleibt stehen. Plötzlich stellt sich Marlene zwischen uns. „Thomas du wirst mir doch nicht untreu.“ „Nein wieso.“ „Susi steht da.“ Erik sieht hin. „Macht euch keinen Kopf. Ich gehe zu ihr.“ Marlene verschwindet auch. Ich und Thomas bleiben allein zurück. „Und was willst du trinken?“ „Ein Sekt.“ „Ein Sekt für Dame und ein Bier für mich.“ Kurze Zeit später stehen wir nebeneinander. „Komisch.“ „Was ist komisch Thomas?“ „Wir stehen hier und die beiden verschwinden.“ „Ach manchmal ist vieles unergründlich. Wer weiß.“ Marlene kommt mit einem jungen Mann wieder. „Darf ich euch meinen Freund Julian vorstellen.“ „Dein Freund Schwester?“ „Ja. Papa darf es nicht wissen. Zum Glück ist er mit Martina rausgegangen. Und was ist mit euch beiden Hübschen?“ „Was soll sein?“, knurrt Thomas. „Nur so. Vorhin hätte eine Bombe einschlagen können und ihr hättet nichts mitbekommen.“ „So ein Schwachsein.“ „Eure Sache.“ Danach ist das Thema abgehakt und es wird ein witziger Abend

Wunder passieren immer wieder – 5 –

Ariane

„Michi. Was willst du trinken?“ Michaela antwortet mir mal wieder nicht. Natürlich muss ich mich wieder um Saskias amerikanische Freundin kümmern, wenn sie einen Typen aufreißt. Als ich protestiert hatte, meinte Nikki nur zu mir. Du hast doch eh kein Interesse an den Jungs. Jungs ist übertrieben. Es sind eher schon Männer. Tolle Freunde habe ich. Warum antwortet sie mir nicht. Sie versteht mich doch. Ihre Mutter ist doch Deutsche. „Nochmal. Was willst du trinken?“ Keine Antwort. „Jetzt sag schon. Der Typ hinter der Bar wartet nicht ewig.“ „Ich habe eben überlegt, ob ich antworten sollte. Jetzt tue ich es einfach mal. Wenn sie so nett sind, ,könnten sie mir ein Bier mitbestellen.“ Ich drehe mich um. „Du bist nicht Michi.“ „Nein. Dein Freund ist wohl verduftet.“ „Es ist nicht mein Freund.“ Warum antworte ich diesen ungehobelten Kerl eigentlich. „Ihr Verlobter oder sogar ihr Mann?“ „Nein. Und zweitens geht ihnen das gar nichts an.“ „Bestellen sie mir jetzt ein Bier.“ „Okay.“ Ich drehe mich zu Arne hin. „Arne. Bringst du mir ein Bier und einen Sekt.“ „Ari. Erst mal bin ich nicht der Typ, sondern Arne. Aber wenn du mich jetzt bittest.“ „Bitte Arne.“ Moment mal hat er mich Ari genannt. Ich beuge mich zu ihn und flüstere ihn zu. „Erkennst Du mich etwa? Woran?“ „Weil du eben hier mit Michi gestanden hast und für Saskia bist du zu groß. Also habe ich eins und eins zusammengezählt.“ „Ist Tobi da?“ „Ich habe ihn nicht gesehen. Und ich werde den Teufel tun und Tobias erzählen, dass ich dich gesehen habe. Der ist so ein…. Du weißt schon.“ „Danke. Aber du bist Tobias Freund.“ „Nicht mehr.“ „Wieso?“ „Meine Freundin hat mich mit ihn betrogen. Ich nehme an. Tobi hat dich auch betrogen.“ Ich nicke. Wir beiden haben geflüstert, damit keiner was mitbekommt. Jetzt redet Arne wieder normal. „Wollen wir nicht so sein. Ich bringe dir die Getränke. Willst du die Getränke alleine trinken oder soll ich dir Gesellschaft leisten.“ „Für ist mich ist der Sekt. Der Typ hinter mir wollte ein Bier.“ Arne sieht den Typ hinten an. „Dein Freund?“ „Nein. Den Typ kenne ich.“ „Darf ich mich vorstellen. Ich heiße Tom.“ Moment mal. Einen Tom bin ich heute schon einmal begegnet. Ich drehe mich zu ihn um und sehe ihn in die Augen. Verdammt. Der Typ hat die gleichen Augen. Aber er sieht ganz anders aus. Unsere Blicke verkeilen ist. Arne räuspert sich. Wir lösen unseren Blickkontakt. „Also. Du sagst, du kennst ihn nicht. Das sah eben total anders aus.“ „Arne. Ich kenne den Typ wirklich nicht. Er hatte was im Auge.“ „Ja. Ja.“, sagt jemand im Hintergrund. Wir drehen uns zu der Stimme. „Tom. Du kannst es nicht lassen.“ „Lass es Bruder.“ „Dass ich dein Bruder?“, fragt Arne Tom. „Ja.“, sagt der Typ genervt. „Arne bringst du mir und Timo ein Bier.“ Jetzt drehe ich mich zu den anderen Typen. Er hat eine Freundin im Arm. „Timo. Was machst du denn hier?“, frage ich ihn. Mein Bruder sieht mich an. „Ich weiß. Aber mein Aufpasser ist mit dabei.“, erwidert er und zeigt auf den Engel. „Ihr beide kennt euch?“, fragt der Typ neben Timo. „Ja.“, antwortet mein Bruder. „Schon sehr lange, oder kleine…“ Ich unterbreche ihn. „Wage es nicht.“ „Timo. Pass auf sie auf. Wenn du Tobi siehst, sagst du mir Bescheid.“ „Arne. Sie kann schon auf sich selbst aufpassen.“, sagt der Typ neben Timo. Mein Bruder sieht erst mich und dann Arne an. „Ja. Mache ich. Der Typ soll mir bloß nicht in die Quere kommen. Was er mit meiner Kleinen gemacht hat, das geht gar nicht.“ Er sieht mich. Woher weiß Timo davon? Timo, seine Freundin und der Typ verschwinden. Tom sieht ihn argwöhnisch hinter her und schüttelt den Kopf. „Tobias, der alles vernascht was bei drei nicht auf den Beinen ist?“, fragt er uns. „Wie du kennst Tobi?“ „Flüchtig, wenn ihr den Typ meint, den ich meine. Dann ja. Unangenehmer Typ. Was hat er der dir angetan?“, will er von mir wissen. „Nicht der Rede wert.“ , gebe ihn als Antwort und verschwinde. Als ich mich umdrehe, redet er mit Arne. Oh nein.

Thomas

Ich blicke ihr hinterher. „Arne, wer ist sie?“ „Pst. Geheimnis“ „Du kannst es mir ruhig erzählen. Warum sagt Timo, meine kleine.“ „Tja. Sie sind verwandt und er passt auf sie auf.“ „Okay.“ Marlene steht hinter Arne. „Hallo Arne.“ „Marlene. Was machst du hier?“ „Sag bloß. Du kennst sie auch.“ „Wer ist der Typ Arne?“ „Keine Ahnung.“ Marlene beugt sich zu mir. „Wer bist du?“ „Dein Bruder.“ „Simon lasst den Quatsch. Kümmere dich lieber um Tom. Er braucht dich eher.“ „Lene verdammt.“ Meine Schwester erschreckt sich. „Thomas?“ „Ja. Aber PST. Simon ist auch hier. Lass dich nicht erwischen.“ Arne macht sich bemerkbar. Lenchen. Muss ich eifersüchtig werden?“ „Nein.“, erwidert sie. „Der Typ ist mit mir verwandt.“ „Verwandt?“ „Mein Bruder.“ „Dein Bruder? Hast du zwei Brüder?“ Sie nickt. „Leute klärt das untereinander. Ich muss was erledigen.“, teile ich den beiden mit. „Lass Ari in Ruhe?“ „Wer ist Ari?“ „Der Engel der neben dir stand. Soll ich dir was erzählen?“ „Ja. Was?“ „Sie ist wirklich ein Engel.“ Ich nicke und lasse die beiden in Ruhe. Ari. Hatte ich eben nicht auch auf den Bahnhof mit einer Ari gesprochen? Zufälle gibt es. Plötzlich sehe ich einen Mistelzweig und mein Engel steht darunter. Schnell hin. Das heißt, wenn es mein Engel ist. Ich stehe vor ihr und sehe ihr in die Augen. Es ist mein Engel. Unsere Blicke treffen sich. Dann hebe ich meine Hand. „Du hast was im Auge.“ „Was?“ „Das muss ich mir genauer ansehen.“ Daraufhin neige ich meinen Kopf und komme ihren Kopf immer näher. Abschließend lass ich meinen Blick auf ihre Lippen schweifen. Ziehe sie an mich ran und küsse sie. Erst zaghaft. Sie küsst mich auch und der Kuss wird intensiver. Jemand tippt mir auf die Schulter und sagt zu mir : „Es ist mein Part.“ Ich löse den Kuss und drehe mich um. „Was heißt dein Part?“ Der Typ sieht mich grimmig an. Tobias. Eindeutig. „Sorry, das ist meine Verlobte.“ Er grinst. „Was ist?“ „Deine Verlobte hat sich nach deinem Kuss verflüchtig.“ Ich drehe mich um. Ari ist verschwunden. Mein Bruder kommt auf mich zu. „Na. Alles klar bei euch?“ Ich nicke und Simon sieht Tobias an. „Wir beiden müssen reden Tobi. Lass endlich die Finger von unseren Frauen. So toll bist du wirklich nicht.“ Dann holt Tobias aus und schlägt meinen Bruder in den Bauch. Simon krümmt sich und ich will zurückschlagen. „Nicht. Er ist es nicht wert.“, ruft er zu mir. „Super. Mumm hat er nicht. Seine Verlobte hat sich auch verdünnisiert. Mein Bruder sieht mich verdutzt an. Ich hebe ihn hoch. „Deine Verlobte. Seit wann? Das ging aber schnell.“, flüstert er mir zu. „Lange Geschichte.“, erwidere ich. „Erzähle ich dir später.“

Ariane

Nach dem Kuss renne ich los. Verdammt. Was macht Tobi hier? Der Kuss von dem Typen war super. Warum habe ich mich von ihn küssen lassen. Ach ja. Mistelzweig. Warum habe ich mich bloß für ein Foto unter den Mistelzweig gesellt. Michi. Verdammt noch mal. Sie meinte, ich stelle mich unter dem Mistelzweig und ruckzuck kommt jemand, der mich küsst. Ich wollte es nicht, aber den Spaß wollte ich den anderen nicht verderben. Dann tauchte Tobi hinter den Typ auf und als die beiden im Gespräch verwickelt waren, bin ich stiften gegangen. Nicole will mich aufhalten. „Bleib hier.“ Nein. Tobi ist da.“ Ich zeige auf ihn. „Echt das ist Tobias.“ „Ja. Schlechte Verkleidung. Dass konnte er noch nie. Dann gibt sie mir ihren Schlüssel: „Nimm das Gästezimmer. Nach Hause würde ich nicht fahren. Ganz ehrlich, das wollte ich von Anfang an nicht. Michi hat sich einfach einquartiert. Ich werde Saskia die Sache erklären. Michi kann auf dem Sofa pennen.“ „Danke.“ „Das mindeste was ich jetzt für dich tun kann. Übrigens. Wie küsst der Typ?“ „Ganz okay.“ „Ja. Ja. Ganz okay. Sah aber anders aus.“ Sie hat recht. Aber die Augen. Ich kenne sie irgendwo her. Dann öffne ich die Tür. „Bis später.“ Mein Bruder steht vor der Tür. „Gehst du schon?“ „Ja. Tobi ist da.“ „Alles klar.“ Dann verschwinde ich.

Am nächsten Tag wache ich auf. Michi liegt auf dem Sofa. Ich gehe in die Küche. Dort steht ein Typ mit Nikki. „Moin.“ „Moin, sagt der Typ. „Also. Du sagst meiner Freundin nichts.“ „Nein. Simon. Versprochen. Aber wann tust es dann?“ „Wenn ich alles organisiert habe. Meinst Du Timo hilft uns?“ Nicole sieht mich an. „Was meinst du Ari?“ „Tja. Glaube schon.“ „Du bist…“ Meine Freundin fährt ihn mit dem Spruch dazwischen. „Nein, das ist jemand anders. Vergiss es.“ Dann verabschiedet sich Simon von uns. Ich sehe Simon an. „Sag mal, kennen wir uns nicht?“, frage ich ihn. Er sieht mich an. „Nicht das ich wüsste. Woher denn?“ Simon geht zur Tür und weg ist er. „Woher kennst du Simon?“ „Ich weiß nicht, ich habe nur ein Gefühl.“ „Okay. Auch egal.“ „Hast du was mit ihn?“ „Nein. Meine Cousine ist mit ihn zusammen. Er will den nächsten Schritt wagen und ich soll ihn helfen. Gestern hat er schon deinen Bruder eingespannt. Typisch Simon.“ Simon. Der Name kommt mir bekannt vor. Nicole unterbricht meine Gedanken. „Kaffee?“ „Ja.“ „Wann willst du los?“ Ich sehe auf die Uhr. „Verdammt. Ich schaffe den Zug nicht mehr, wenn ich erst nach Hause fahre. Also muss ich mit den Klamotten los.“ „Blödsinn. Du bekommst von mir Sachen. Zum Glück haben wir die gleiche Größe.“ Meine Freundin gibt mir einen Kaffee und zieht mich in ihr Zimmer. Wir stehen vor ihren Kleiderschrank. Nicole zieht was raus. „Was meinst du? Ziehe es doch einmal an. Das wird bestimmt stehen?“ „Meinst du?“ Nikki nickt. Ich ziehe mir die Sachen an und stelle mich vor den Spiegel. „Wow. Die Kleidung steht dir viel besser als mir.“ Meine Freundin hat recht. Es sieht bombastisch aus. „Stimmt du hast recht, es sieht gut aus. Dir steht es doch auch.“ „Aber dir besser.“ „Wo rein packe ich es jetzt? Koffer habe ich ja auch nicht bei.“ „Hier nimmt den Rucksack. Ein kleines Bügeleisen ist vorne drin. Wann musst du da sein?“ „Morgen um acht. Ich übernachte da. Heute Nacht wollte ich nicht unterwegs sein. „Da hast du recht. Würde ich auch machen. Wann fährt dein Zug?“ Ich sehe auf die Uhr. „In einer Stunde.“ „Dann schnell. Zum Bahnhof ist auch noch eine halbe Stunde Fahrtzeit.“ „Stimmt.“ Ich schlüpfe in meine Sachen. Nicole packt den Rucksack. Kurze Zeit später bringt mich Nikki zum Bahnhof. „Du erzählst mir, wie es war.“ „Ja, mache ich.“ Ich umarme sie und steige dann in den Zug. Zeit zum Nachdenken.