Wunder passieren immer wieder – 5 –

Ariane

„Michi. Was willst du trinken?“ Michaela antwortet mir mal wieder nicht. Natürlich muss ich mich wieder um Saskias amerikanische Freundin kümmern, wenn sie einen Typen aufreißt. Als ich protestiert hatte, meinte Nikki nur zu mir. Du hast doch eh kein Interesse an den Jungs. Jungs ist übertrieben. Es sind eher schon Männer. Tolle Freunde habe ich. Warum antwortet sie mir nicht. Sie versteht mich doch. Ihre Mutter ist doch Deutsche. „Nochmal. Was willst du trinken?“ Keine Antwort. „Jetzt sag schon. Der Typ hinter der Bar wartet nicht ewig.“ „Ich habe eben überlegt, ob ich antworten sollte. Jetzt tue ich es einfach mal. Wenn sie so nett sind, ,könnten sie mir ein Bier mitbestellen.“ Ich drehe mich um. „Du bist nicht Michi.“ „Nein. Dein Freund ist wohl verduftet.“ „Es ist nicht mein Freund.“ Warum antworte ich diesen ungehobelten Kerl eigentlich. „Ihr Verlobter oder sogar ihr Mann?“ „Nein. Und zweitens geht ihnen das gar nichts an.“ „Bestellen sie mir jetzt ein Bier.“ „Okay.“ Ich drehe mich zu Arne hin. „Arne. Bringst du mir ein Bier und einen Sekt.“ „Ari. Erst mal bin ich nicht der Typ, sondern Arne. Aber wenn du mich jetzt bittest.“ „Bitte Arne.“ Moment mal hat er mich Ari genannt. Ich beuge mich zu ihn und flüstere ihn zu. „Erkennst Du mich etwa? Woran?“ „Weil du eben hier mit Michi gestanden hast und für Saskia bist du zu groß. Also habe ich eins und eins zusammengezählt.“ „Ist Tobi da?“ „Ich habe ihn nicht gesehen. Und ich werde den Teufel tun und Tobias erzählen, dass ich dich gesehen habe. Der ist so ein…. Du weißt schon.“ „Danke. Aber du bist Tobias Freund.“ „Nicht mehr.“ „Wieso?“ „Meine Freundin hat mich mit ihn betrogen. Ich nehme an. Tobi hat dich auch betrogen.“ Ich nicke. Wir beiden haben geflüstert, damit keiner was mitbekommt. Jetzt redet Arne wieder normal. „Wollen wir nicht so sein. Ich bringe dir die Getränke. Willst du die Getränke alleine trinken oder soll ich dir Gesellschaft leisten.“ „Für ist mich ist der Sekt. Der Typ hinter mir wollte ein Bier.“ Arne sieht den Typ hinten an. „Dein Freund?“ „Nein. Den Typ kenne ich.“ „Darf ich mich vorstellen. Ich heiße Tom.“ Moment mal. Einen Tom bin ich heute schon einmal begegnet. Ich drehe mich zu ihn um und sehe ihn in die Augen. Verdammt. Der Typ hat die gleichen Augen. Aber er sieht ganz anders aus. Unsere Blicke verkeilen ist. Arne räuspert sich. Wir lösen unseren Blickkontakt. „Also. Du sagst, du kennst ihn nicht. Das sah eben total anders aus.“ „Arne. Ich kenne den Typ wirklich nicht. Er hatte was im Auge.“ „Ja. Ja.“, sagt jemand im Hintergrund. Wir drehen uns zu der Stimme. „Tom. Du kannst es nicht lassen.“ „Lass es Bruder.“ „Dass ich dein Bruder?“, fragt Arne Tom. „Ja.“, sagt der Typ genervt. „Arne bringst du mir und Timo ein Bier.“ Jetzt drehe ich mich zu den anderen Typen. Er hat eine Freundin im Arm. „Timo. Was machst du denn hier?“, frage ich ihn. Mein Bruder sieht mich an. „Ich weiß. Aber mein Aufpasser ist mit dabei.“, erwidert er und zeigt auf den Engel. „Ihr beide kennt euch?“, fragt der Typ neben Timo. „Ja.“, antwortet mein Bruder. „Schon sehr lange, oder kleine…“ Ich unterbreche ihn. „Wage es nicht.“ „Timo. Pass auf sie auf. Wenn du Tobi siehst, sagst du mir Bescheid.“ „Arne. Sie kann schon auf sich selbst aufpassen.“, sagt der Typ neben Timo. Mein Bruder sieht erst mich und dann Arne an. „Ja. Mache ich. Der Typ soll mir bloß nicht in die Quere kommen. Was er mit meiner Kleinen gemacht hat, das geht gar nicht.“ Er sieht mich. Woher weiß Timo davon? Timo, seine Freundin und der Typ verschwinden. Tom sieht ihn argwöhnisch hinter her und schüttelt den Kopf. „Tobias, der alles vernascht was bei drei nicht auf den Beinen ist?“, fragt er uns. „Wie du kennst Tobi?“ „Flüchtig, wenn ihr den Typ meint, den ich meine. Dann ja. Unangenehmer Typ. Was hat er der dir angetan?“, will er von mir wissen. „Nicht der Rede wert.“ , gebe ihn als Antwort und verschwinde. Als ich mich umdrehe, redet er mit Arne. Oh nein.

Thomas

Ich blicke ihr hinterher. „Arne, wer ist sie?“ „Pst. Geheimnis“ „Du kannst es mir ruhig erzählen. Warum sagt Timo, meine kleine.“ „Tja. Sie sind verwandt und er passt auf sie auf.“ „Okay.“ Marlene steht hinter Arne. „Hallo Arne.“ „Marlene. Was machst du hier?“ „Sag bloß. Du kennst sie auch.“ „Wer ist der Typ Arne?“ „Keine Ahnung.“ Marlene beugt sich zu mir. „Wer bist du?“ „Dein Bruder.“ „Simon lasst den Quatsch. Kümmere dich lieber um Tom. Er braucht dich eher.“ „Lene verdammt.“ Meine Schwester erschreckt sich. „Thomas?“ „Ja. Aber PST. Simon ist auch hier. Lass dich nicht erwischen.“ Arne macht sich bemerkbar. Lenchen. Muss ich eifersüchtig werden?“ „Nein.“, erwidert sie. „Der Typ ist mit mir verwandt.“ „Verwandt?“ „Mein Bruder.“ „Dein Bruder? Hast du zwei Brüder?“ Sie nickt. „Leute klärt das untereinander. Ich muss was erledigen.“, teile ich den beiden mit. „Lass Ari in Ruhe?“ „Wer ist Ari?“ „Der Engel der neben dir stand. Soll ich dir was erzählen?“ „Ja. Was?“ „Sie ist wirklich ein Engel.“ Ich nicke und lasse die beiden in Ruhe. Ari. Hatte ich eben nicht auch auf den Bahnhof mit einer Ari gesprochen? Zufälle gibt es. Plötzlich sehe ich einen Mistelzweig und mein Engel steht darunter. Schnell hin. Das heißt, wenn es mein Engel ist. Ich stehe vor ihr und sehe ihr in die Augen. Es ist mein Engel. Unsere Blicke treffen sich. Dann hebe ich meine Hand. „Du hast was im Auge.“ „Was?“ „Das muss ich mir genauer ansehen.“ Daraufhin neige ich meinen Kopf und komme ihren Kopf immer näher. Abschließend lass ich meinen Blick auf ihre Lippen schweifen. Ziehe sie an mich ran und küsse sie. Erst zaghaft. Sie küsst mich auch und der Kuss wird intensiver. Jemand tippt mir auf die Schulter und sagt zu mir : „Es ist mein Part.“ Ich löse den Kuss und drehe mich um. „Was heißt dein Part?“ Der Typ sieht mich grimmig an. Tobias. Eindeutig. „Sorry, das ist meine Verlobte.“ Er grinst. „Was ist?“ „Deine Verlobte hat sich nach deinem Kuss verflüchtig.“ Ich drehe mich um. Ari ist verschwunden. Mein Bruder kommt auf mich zu. „Na. Alles klar bei euch?“ Ich nicke und Simon sieht Tobias an. „Wir beiden müssen reden Tobi. Lass endlich die Finger von unseren Frauen. So toll bist du wirklich nicht.“ Dann holt Tobias aus und schlägt meinen Bruder in den Bauch. Simon krümmt sich und ich will zurückschlagen. „Nicht. Er ist es nicht wert.“, ruft er zu mir. „Super. Mumm hat er nicht. Seine Verlobte hat sich auch verdünnisiert. Mein Bruder sieht mich verdutzt an. Ich hebe ihn hoch. „Deine Verlobte. Seit wann? Das ging aber schnell.“, flüstert er mir zu. „Lange Geschichte.“, erwidere ich. „Erzähle ich dir später.“

Ariane

Nach dem Kuss renne ich los. Verdammt. Was macht Tobi hier? Der Kuss von dem Typen war super. Warum habe ich mich von ihn küssen lassen. Ach ja. Mistelzweig. Warum habe ich mich bloß für ein Foto unter den Mistelzweig gesellt. Michi. Verdammt noch mal. Sie meinte, ich stelle mich unter dem Mistelzweig und ruckzuck kommt jemand, der mich küsst. Ich wollte es nicht, aber den Spaß wollte ich den anderen nicht verderben. Dann tauchte Tobi hinter den Typ auf und als die beiden im Gespräch verwickelt waren, bin ich stiften gegangen. Nicole will mich aufhalten. „Bleib hier.“ Nein. Tobi ist da.“ Ich zeige auf ihn. „Echt das ist Tobias.“ „Ja. Schlechte Verkleidung. Dass konnte er noch nie. Dann gibt sie mir ihren Schlüssel: „Nimm das Gästezimmer. Nach Hause würde ich nicht fahren. Ganz ehrlich, das wollte ich von Anfang an nicht. Michi hat sich einfach einquartiert. Ich werde Saskia die Sache erklären. Michi kann auf dem Sofa pennen.“ „Danke.“ „Das mindeste was ich jetzt für dich tun kann. Übrigens. Wie küsst der Typ?“ „Ganz okay.“ „Ja. Ja. Ganz okay. Sah aber anders aus.“ Sie hat recht. Aber die Augen. Ich kenne sie irgendwo her. Dann öffne ich die Tür. „Bis später.“ Mein Bruder steht vor der Tür. „Gehst du schon?“ „Ja. Tobi ist da.“ „Alles klar.“ Dann verschwinde ich.

Am nächsten Tag wache ich auf. Michi liegt auf dem Sofa. Ich gehe in die Küche. Dort steht ein Typ mit Nikki. „Moin.“ „Moin, sagt der Typ. „Also. Du sagst meiner Freundin nichts.“ „Nein. Simon. Versprochen. Aber wann tust es dann?“ „Wenn ich alles organisiert habe. Meinst Du Timo hilft uns?“ Nicole sieht mich an. „Was meinst du Ari?“ „Tja. Glaube schon.“ „Du bist…“ Meine Freundin fährt ihn mit dem Spruch dazwischen. „Nein, das ist jemand anders. Vergiss es.“ Dann verabschiedet sich Simon von uns. Ich sehe Simon an. „Sag mal, kennen wir uns nicht?“, frage ich ihn. Er sieht mich an. „Nicht das ich wüsste. Woher denn?“ Simon geht zur Tür und weg ist er. „Woher kennst du Simon?“ „Ich weiß nicht, ich habe nur ein Gefühl.“ „Okay. Auch egal.“ „Hast du was mit ihn?“ „Nein. Meine Cousine ist mit ihn zusammen. Er will den nächsten Schritt wagen und ich soll ihn helfen. Gestern hat er schon deinen Bruder eingespannt. Typisch Simon.“ Simon. Der Name kommt mir bekannt vor. Nicole unterbricht meine Gedanken. „Kaffee?“ „Ja.“ „Wann willst du los?“ Ich sehe auf die Uhr. „Verdammt. Ich schaffe den Zug nicht mehr, wenn ich erst nach Hause fahre. Also muss ich mit den Klamotten los.“ „Blödsinn. Du bekommst von mir Sachen. Zum Glück haben wir die gleiche Größe.“ Meine Freundin gibt mir einen Kaffee und zieht mich in ihr Zimmer. Wir stehen vor ihren Kleiderschrank. Nicole zieht was raus. „Was meinst du? Ziehe es doch einmal an. Das wird bestimmt stehen?“ „Meinst du?“ Nikki nickt. Ich ziehe mir die Sachen an und stelle mich vor den Spiegel. „Wow. Die Kleidung steht dir viel besser als mir.“ Meine Freundin hat recht. Es sieht bombastisch aus. „Stimmt du hast recht, es sieht gut aus. Dir steht es doch auch.“ „Aber dir besser.“ „Wo rein packe ich es jetzt? Koffer habe ich ja auch nicht bei.“ „Hier nimmt den Rucksack. Ein kleines Bügeleisen ist vorne drin. Wann musst du da sein?“ „Morgen um acht. Ich übernachte da. Heute Nacht wollte ich nicht unterwegs sein. „Da hast du recht. Würde ich auch machen. Wann fährt dein Zug?“ Ich sehe auf die Uhr. „In einer Stunde.“ „Dann schnell. Zum Bahnhof ist auch noch eine halbe Stunde Fahrtzeit.“ „Stimmt.“ Ich schlüpfe in meine Sachen. Nicole packt den Rucksack. Kurze Zeit später bringt mich Nikki zum Bahnhof. „Du erzählst mir, wie es war.“ „Ja, mache ich.“ Ich umarme sie und steige dann in den Zug. Zeit zum Nachdenken.

Kategorien Mal etwas anders

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