Erinnerungen und Neues Jahr

Neues Jahr, Neues Glück

Ich wünsche Euch allen ein schönes neues Jahr. Mögen all eure Träume in Erfüllung gehen. Wie jedes Jahr setzt man sich im alten Jahr neue Vorsätze fürs neue Jahr. Mancher hat vielleicht zu sich gesagt, 2022 wird mein Jahr. Ich muss sagen, dass sage ich mir seit 2018 immer wieder. Nächstes Jahr wird mein Jahr. Aber leider bis jetzt noch nicht eingetroffen. Was aber nicht ist, kann noch werden, oder? Ach wer weiß, was uns 2022 alles noch passiert. Werden wir wieder normal leben oder wird immer noch in der Krise so sitzen, wie wir es sind. Wir sind in Neue Jahr gegangen wie im letzten Jahr. Na gut, Silvester 20/21 war noch etwas krasser als dieses Jahr. Aber verstehen tue ich es nicht. Die Zahlen sind wesentlich höher als das Silvester/Neujahr davor. Gerne erinnere er ich mich an Silvester 2019/2020. Da war noch etwas Normalität drin, trotz dass man schon die Nachrichten aus China hörte. Ich weiß noch, wie wir Silvester 2019 darüber diskutiert hatten. Wir waren an den Tag aller der Meinung, dass schwappt zu rüber. 2019 haben wir in Peine bei Freunden gefeiert. Erst waren wir in Goslar und haben dann in Ruhe mit Freunden gefeiert. Da es in der Nähe des Harzes lag, haben wir entschieden Neujahr 2020 auf den Brocken zu fahren, da ja dort Schnee lag. Meine Tochter wollte unbedingt Schnee sehen, weil es bei uns Jahr nicht geschneit hatte. Die Enttäuschung war erst groß, dass in Wernigerode kein Schnee lag. Wir fuhren dann mit der alten Dampflok hoch zum Brocken. Je näher wir ihn kamen, lag Schnee auf den Boden. Irgendwann sagte meine Tochter zu mir: „Schau mal Mama, hier liegt Schnee.“ Für sie war es einfach schön. Ich sagte nur, dass ich es ja gelesen hätte. Jedenfalls war der Zug sehr voll. Was heute total unverstellbar ist. Wir haben einen schönen Tag auf den Brocken gehabt. Schnee und eine tolle Aussicht. Einfach genial. Am späten Nachmittag sahen wir sogar einen Rettungshubschrauber am Himmel, bevor wir mit den Zug nach Hause fuhren. Dann stiegen wir in den Zug ein und fuhren los. Es war total voll. Jedenfalls ging während der Fahrt die Sonne unter. Auch der berühmte Blick, wenn der Zug in die Kurve fuhr. Es war ein herrlicher Anblick. Diese Erinnerung an Silvester 2019 / Neujahr 2020 wird für uns immer in Gedächtnis bleiben. Auf den Rückweg hielten wir und sahen einen Pistenfahrzeug, der ein Verletzten runterfuhr. Als wir unten in Wernigerode ankamen, war es dunkel. Die Burg erstrahlte im Licht und es war ein perfekt. Ich glaube, von diesen Erlebnissen zerren wir alle. Schöne Momente, die man nie vergisst. Mit lieben Menschen Silvester feiern und einen schönes Neujahr erleben. Ein Jahr davor waren wir in einen Familieninsel auf Sylt. Wir hatten ein Weihnachtsangebot angenommen, was sie hatten. Es war einfach schön, wie man auch als Eltern dort verwöhnt wurde. Nicht nur die Kindern kamen auf ihre Kosten. Das Hotel hat auch an zwei weiteren Standorten ein Hotel. Es gab ein Frühstücksbuffet und am ein Abend ein Drei Gänge Menu. Meistens verbrachten meine Kinder im Schwimmbad. Sogar eine Massage hatten meine Tochter und ich uns gegönnt. Mein Kind sagte, nächstes Mal machen wir es auch wieder.  Die Kinder bekamen kleine Weihnachtsgeschenke. Mittlerweile läuft das Hotel unter einen anderen Namen. Damals hieß es noch Dorfhotel. Die Angestellten waren alle nett und zu vorkommen. Man konnte dort wunderbar entspannen. Geplant war vorletztes Jahr Ostern hinzufahren, da ich einen runden Geburtstag hatte und wir uns einfach verwöhnen lassen wollten. Leider ist daraus nichts geworden. Vier Wochen vorher hieß es plötzlich, die Inseln machen dicht. Das Verwöhn Wochenende und meine Sommerparty in Garten fielen letztes Jahr flach. Ich wollte mich doch nur entspannen. Es ist letztes und vorletztes Jahr viel passiert. Eine Konfirmation, wo die Pastorin nicht mal den Spruch komplett auf sagen konnte und nur mit und so weiter es beendet hat. Es gab eine Diskussionen in privaten Umfeld. Sie haben ja recht, es war scheiße. Nun ist es passiert und was können wir daran ändern? Ich kann nur noch den Kopf über die Pastorin schütteln, die es gemacht hat. Ein Unding, aber man es nicht ändern. Wir leben zwei Jahre in der Pandemie und wir haben uns alle verändert. Vieles wird bewusst, dass viele einzelne Dinge wichtiger sind. Schöne Momente mit Familie sind das A und  O in dieser Krise. Wir müssen alle zusammenhalten und nicht dagegen angehen. Gestern hatte ich ein Telefongespräch, die mir abgeraten hat zu Boostern oder meine Kinder impfen zu lassen. Ich akzeptiere ihre Meinung und rede nicht mehr gegen an. Ich stehe dazu, dass ich mich impfen lassen habe. Aber bei ihr habe ich es nicht vertreten, weil es mir einfach zu stressig ist. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Immer die ganzen Verschwörungstheorien. Ich habe auch gesagt, wir haben mit Ärzten darüber gesprochen, ob es sinnvoll ist. Und nicht nur mit einen Arzt. Wir haben auch Ärzte und Krankenschwester in Bekanntenkreis, die es befürworten. Also, warum soll ich Ihnen nicht glauben. Besonders weil sie sogar ihre Kinder, die unter 11 sind, impfen lassen. Wen soll ich vertrauen, wenn nicht sie. Gestern Abend unterhielt ich mich mit meinen Sohn und stellte erschreckend fest, dass er mein Fantasyroman, den für meine Kinder geschrieben habe, vertont und ins Netz stellt. Ich wusste ja, dass er meine Buch vertont, aber ich dachte für sich und nicht für You Tube. Es macht mich stolz, dass er nicht wie die meisten Kinder nur vor einer Spielekonsole sitzt. Fotografieren und seine eigene Musik macht er ja auch. Einmal hat You Tube gesagt, er hätte den covert, aber es war nicht so. Die Gruppe hat gleichzeitig die Idee gehabt. Es hört sich ähnlich an, aber ist nicht das Gleiche gewesen. Wir haben es dann aus den Netz genommen. Aber dass er meine Geschichte für You Tube vertont, hätte ich nie gedacht. Ich denke, er ist findet es gut, dass aus meiner Schreibtherapie ein Buch für sie entstanden sind. Und das sind jetzt vier Jahre her. Jedenfalls schauen wir mal was dieses Jahr auf uns zu kommt. Ich schaue mit Zuversicht ins Neue Jahr, dass es besser wird.

Ich wünsche Euch allen ein super tolles neues Jahr und bleibt vor allen gesund.

2022 – Ein neues Jahr beginnt

Jetzt scheint gerade die Sonne bei uns. Ein schöner Anfang statt dunkle Wolken am Himmel.

Vielleicht ist das ja ein guter Anfang und das Jahr wird schöner, als wie gedacht. Wenn schon das Jahr mit Sonnenstrahlen anfängt, dann kann es nur gut werden. Euch allen einen schönen ersten Tag im neuen Jahr.

Ich wünsche Euch ein gesundes neues Jahr.

Bleibt gesund.

Rückblick

Rückblick 2021

Man kann es von vielen Seiten sehen.  Wir gehen dieses Jahr ins Neue Jahr, wie wir anfangen sind. Manche würde auch sagen, so wir letztes Jahr reingegangen sind, gehen wir dieses Jahr genauso rein. Vieles hat sich verändert. Egal in welcher Hinsicht. Teilweise zum Guten und teilweise zum Schlechten. Wenn ich bedenke, dass die Preise im Energiebereich steigen, gehen mir einige Vorstellungen durch den Kopf. Höhere Energiekosten bedeuten auch das die Lebensmittel teurer werden. Strom, Heizung, Benzin usw. gehören auch dazu. Unser Leben wird durch die Krise immer teurer. Manch einer schlägt sich die Hände über den Kopf. Sie sagen, die vom Amt leben, bekommen mehr Geld. Aber was sollen die sagen, die täglich zur Arbeit gehen. Ihre Fahrtkosten steigen. Sei es mit den eigenen Auto, Bus oder Zug. Die Kosten wirken sich auch auf viele Dinge unseres täglichen Lebens aus. Unser Leben wird eindeutig teurer. Mieten, Baugrundstücke und Bauen werden irgendwann nicht mehr für den normalen Bürger bezahlbar sein. Sogar meine Kinder machen sich darüber Gedanken. Besonders wenn sie hören, wir die Kinder in der Krise anders behandelt werden. Für Kinder ist es nicht schlimm, sagen sie. Aber keiner weiß, wie der Körper der Kinder wirklich darauf reagiert. Wer weiß, ob sie die Kinder außer den seelischen Schaden auch körperliche Schäden davon bekommen. Es ist nicht nur Homeschooling was die Kinder zu schaffen machen, sogar die Angst vor den Virus. Sie sehen, wie die Erwachsenen sich einschränken und sie machen mit 50 Schülern in der Turnhalle Sport. Oder es gibt Lehrer, die die Maskenpflicht nicht ernst nehmen. Ich habe es selber mitbekommen. Mein Kind kam von der Schule und erzählte mir, dass der Lehrer meinte, sie könnten die Maske ruhig auf Halbmast lassen. Er tat es auch. Mein  Kind verstand die Welt nicht mehr und fragte mich, ob sie den Kurs wechseln könnte. Aber so einfach ist das nicht. Dann soll mir einer erzählen, wenn sie zur Schule gehen, bekommen sie keinen Schaden. Diese ganze Regeln passen nicht ins Weltbild. Ein Fall kenne ich und der ist wahr. Eine junge Frau arbeitet im Kindergarten. Eltern schicken ihre kranken Kinder mit Erkältung Symptomen hin. Sie geht zum Arzt, weil sie erkältet ist und der Arzt das auch sagt. Dann bekommt sie einen Anruf, es ist der Virus. Sie und ihr Stiefvater lassen sich testen, weil er auch Erkältungssymptome leidet. Ihre Mutter ist Schulbegleiterin, aber sie durfte sich nicht testen lassen, erst nachdem sie Symptome hatte. Jedenfalls hat sie die Familie und ihren Arbeitgeber bezüglich ihres Lebenspartner und Tochter in Kenntnis gesetzt. Sie bliebt zuhause. Die Familie des Kindes von der Schulbegleiterin taten es ihr klein. Nicht nur das Kind begab sich freiwillig in Quarantäne, sondern die ganze Familie. Die Familie meint, wenn einer in Quarantäne ist, müssten alle in Quarantäne sein, um das Virus nicht weiter zu verbreiten. Jedenfalls nach einer Woche teilte die Schulbegleitung mit, dass sie auch erkrankt ist. Die Schule rief an, wenn das Kind keine Symptome hat, könnte es kommen. Aber eine Stunde später rief das Gesundheitsamt an und versetze das Kind in Quarantäne, die sie eh schon seit einer Woche waren. Das nähere Umfeld wurde informiert. Es sind viele, die es nicht verstehen, wenn ein Familienmitglied in Quarantäne ist, warum nicht alle? Kann man so die Pandemie unterbrechen? Wäre das nicht eine Idee? Da ich zwei Kinder haben, höre ich immer wieder, dass Kinder erkranken. Das Problem mit vollen Bussen hat die Regierung auch nicht in den Griff bekommen. Wo soll da der Abstand gewährt werden? Warum schaffen sie nicht die Digitalisierung der Schulen? Firmen schaffen es doch auch. Es gibt so viele Sachen, die man nicht versteht, aber wir nehmen es hin. Teilweise verstehe ich auch die Gegner, wenn die Maßnahmen nicht wirklich plausibel sind z.B. Quarantäne. Wie soll man von einen kranken Kind sich absondern? Leidet er nicht unter der Situation, wenn die Mutter sagt, ich darf dich nicht in den Arm nehmen. Ich denke, Familie und Schule sind ein wesentlicher Faktor, den man genauer betrachten sollte. Da passt so einiges nicht. Ich glaube, die Angst ist mehr als schulische Problem. Durch Digitalisierung hätten wir die schulischen Probleme nicht. Man muss sich das Ganze anschauen und wo es kritisch in Familien ist, eine Lösung finden.  Aber die Schule muss offen bleiben. Die Familie hat es miterlebt und weiß, wie schnell es geht, dass sich das Virus verbreiten kann. Aber diese Möglichkeit zieht die Regierung nicht in Betracht.

Ich halte mich an Regeln und versuche so gut mit meiner Familie dadurch zu kommen und gesund zu bleiben. Wie jeder von uns.

Silvester 2019 waren wir bei Freunden und hörten im Radio die Nachrichten. Wir sagten, wer glaubt daran, dass es vor Europa halt macht. Wenn man die Geschichte kennt, weiß das es schon immer möglich war. Neujahr 2020 Brocken. Wir sind in vollen Zügen gefahren, wo Schnee lag. Schönes Wetter. Keiner hat sich Gedanken gemacht, dass sich das ändern wird. Im Radio verfolgte ich die Nachrichten und kommentierte nur, dass es sich ändern wird. Meine Kollegen meinten, es wäre ja nicht so schlimm. Kurze Zeit später waren sie auch anderer Meinung. Fehler der Regierung war, die ganzen Feiern, die seit Anfang des Jahres 2020 stattfanden, einfach laufen lassen, trotz dass es schon Anzeichen dafür kamen. Jeder sagt, man konnte es nicht sehen, aber mir war es bewusst, unser Leben wird sich ändern. Ich habe zugehört, aber bin nicht in Panik gefallen, nur Schlüsse rausgezogen. Warum hat es die Regierung nicht gesehen? Ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der es kommen sehen hat. Und morgen haben wir schon wieder Silvester und es hat sich nicht groß was geändert. Wir sind in einer ähnlichen Situation wie letztes Jahr. Letztes Jahr waren wir in zweistelligen Bereich und jetzt in dreistelligen Bereich. Kommt man da nicht verarscht vor. Beim Einkaufen werden die Regeln auch nicht mehr so richtig beachtet. Wenn jemand keine Maske aufhat, wird nichts getan? Warum gibt es Regeln, wenn sie nicht eingehalten werden. Für mich gab es auch positive Momente. Über meinen Blog und über Instagram unterhielt ich mich plötzlich mit wildfremden Leuten, mit denen ich vor der Krise bestimmt nicht in Kontakt getreten wäre. Fotos stellten größtenteils den Kontakt her. Habt ihr auch Leute kennengelernt, die ihr vorher nie kanntet? Ich habe auch Personen aus meinen Leben geschmissen, die mir nicht gut taten. Erst in der Krise musste ich feststellen, dass sie falsch spielten. Traurig, aber wahr. Ich hoffe, mit den Leuten, den ich schreibe, sehen es genauso. Total fremd, aber immer nette Gespräche. Kennt ihr das auch? Hört sich verrückt an, aber irgendwie ist es schön mit anderen Leuten sich zu unterhalten. Manchmal kommt man von einen Thema ins andere. Sie kommen aus der ganzen Welt. Mittlerweile aus ganz Deutschland. Österreich und Schweiz. Aber nicht nur aus den Länder. Ich glaube, die digitale Welt hat vieles verändert.  Besonders weil man sich gegenseitig warnen kann, sind solche Kontakte wichtig, damit sein Bild nicht von einen Betrüger geklaut wird.  

Die Leute, die ich über diesen Weg kennengelernt habe, wenn es auch nicht persönlich ist, haben mir gezeigt, man steht nicht allein auf der Welt. Schön, dass es Euch gibt. Das musste mal erwähnt werden.

Ich habe Leute kennen gelernt, mit denen ich nur telefoniert hatte, die ich nicht persönlich nicht kenne, nur übers Telefon. Man kann sagen, es war Zufall. Z.B. Susanne und ich waren auf der gleichen Wellenlänge. Ich hoffe, du bist nicht böse, das ich dich erwähne. schön, dass wir uns kennen. Ich erinnere mich als du gesagt hast, du hättest mich anders vorgestellt hast. Erinnerst du dich? Manchmal kann man sich täuschen, wenn man die Stimme hört und feststellte, die Person sieht nicht so aus. Ich wollte nur sagen, egal wie man spricht oder aussieht, spielt keine Rolle.

Etwas Gutes muss ja die Krise haben, findet ich nicht auch? Mittlerweile schreibe ich mich ab und zu sogar mit einigen Radiosendern über Insta. Eigentlich wollte ich nur ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, weil sie immer so ernste Themen hatten. Hat sich irgendwie verselbstständig.

Ich wünsche Euch allen ein guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund. Wir werden das Jahr 2022 schon rocken. Vielleicht hat der eine Blogger recht, ich wäre zu gut für diese Welt. Vielleicht hat er recht. Meine Freunde sagen es auch immer und die kennen mich ja persönlich. Also irgendetwas muss ja dran sein. Auch einiger meinen Kollegen möchte ich sagen, schön das es euch gibt. Meiner Familie und Freunden wissen, dass ich es so meine. Schön, dass es Euch gibt.

An meine Freunde und Familie, die ich momentan selten sehe, irgendwann wird wieder alles anders. Mein runden Geburtstag, den ich letztes Jahr wegen der Krise nicht feiern konnte, den ich auch gern mit Euch gefeiert hätte, aber es sollte nicht sein. Ich hoffe, wenn wir wieder feiern können, kann ich ihn mal nachholen. Aber wann das ist, kann ich nicht sagen. Ihr fehlt mir. Mal einen schönen Grill- oder Pizzaabend. Ihr wisst, was ich meine. Das gemütliche Zusammensein, was jeder vermisst.

Adventskalender – Tag 24

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 24

Warum passiert nichts? Verdammt. Ich küsse Jackolus im Körper von Johannes. Dann löse ich mich von ihn.

„Du hast den Brief gelesen?“

„Nein, ich bin aus freien Stücken hier, weil ich Johannes über alles liebe“, gestehe ich der Version von Johannes und setze noch hinzu: „Diesen Brief“, ich ziehe ihn aus der Tasche, „hat meine Entscheidung nicht beeinflusst.“

Plötzlich kniet der Typ vor mir. Was passiert jetzt?

„Ich frage dich heute nüchtern. Willst du den Rest meines Leben mit mir verbringen?“

Aus der Stimme höre ich, dass es Johannes ist. Ich ziehe ihn hoch und küsse ihn.

„Sophie, ich warte noch auf eine Antwort“, sagt er.

„Ja, ich will. War der Kuss nicht Antwort genug?“

Dann drehe ich mich um. Ich kenne nur Tina.

„Wer sind die?“

„Also darf ich vorstellen? Das sind Jan und Ina. Du kennst sie aus den Buch als Jackolus und Iva.“

Johannes geht weiter und stellt mir das nächste Paar vor.

„Die beiden sind Peter und Tina. Du kennst Peter als Piet.“

Wir drehen uns um.

„Wo ist Jakob?“

„Die beiden mussten los. Ihr Kind kommt. Ich glaube, das Kind hat so lange gewartet bis alles in richtigen Bahnen läuft. Ihr beiden war so beschäftigt. Du hast ihn den Weg in seinen Körper versperrt. Also tauschte Peter mit Jakob. Und plötzlich rannte Jakob los, als Sophie bestätigt hat, den Brief nicht gelesen hat. Dass sie aus freien Stücken zu dir kam.“

„Also, war ich die Rettung von uns?“, hake ich nach.

„Ja, anscheinend sagt Tina und gibt mir noch eine wichtige Auskunft: „Wir durften es dir nicht verraten.“

Auf einmal kniet Peter neben ihr.

„Was wird das?“, will sie wissen.

„Etwas was dein Bruder verboten hatte?“

Tina sieht fragend Jan an.

„Ich habe ihn verboten, sich dir zu nähern.“

„Wieso“, hakt Tina nach.

„Weil ich dachte, mein Freund wäre nicht gut für dich“, erwidert er ihr.

„Du hast deine Meinung verändert?“

„Ja, ich wollte nicht das mein bester Freund zwischen uns steht. Wenn es nicht mit uns klappen würde, dann wäre unsere Freundschaft zerstört. Ina hat gesagt, ihr müsst eure Erfahrungen machen. Peter und sie waren oft zusammen und haben darüber geredet. Ich war ein Vollpfosten und wollte es nicht sehen, wie vernarrt er in dich war. Mein Irrtum war, dass ich dachte, er würde meine Freundin lieben. Sie hat es oft gesagt und hätte nicht jemand Schicksal gespielt, dann hätten wir diese Erfahrung nicht machen können. Dass wir alle hineingezogen worden sind, gibt es nur eine Möglichkeit. Dich nennen wir Tinka und Peter ist ein guter Mensch. Als dann noch Samuel von der Sache Wind bekommen hatte, hat er Jakob darauf angesetzt.“

„Wieso?“, will ich wissen.

„Weil seine Freundin damals auch plötzlich spurlos verschwunden war. Er machte Johannes dafür verantwortlich.“

„War er das denn?“, hake ich bei Jan nach.

„Nein, er hatte nie etwas damit zu tun.“

Die Tür öffnet sich. Samuel sieht sich um.

„Ist sie nicht hier?“, fragt er in die Runde.

Ich gehe zu ihn.

„Manche Weihnachtswunder dauern etwas länger.“

Auf einmal wird die Tür aufgerissen. Wir drehen uns um. Da steht jemand, der mir ähnelt. Meine Freundin Lara, die vor fünf Jahren weggezogen war. Glaube ich zumindest. Samuel geht zu ihr und küsst sie. Lara ist verwirrt und sieht Peter an. Langsam begreift sie die Situation und rennt zu Ina.

„Du hast es geschafft?“

„Nicht ich Lala sondern Johannes. Wäre ihn nicht vor einiger Zeit in den Sinn gekommen, dass er im falschen Film sitzt und mich nicht ständig damit belästigt hätte, dann wären wir immer noch gefangen. Samuel hätte sich in jemand anders verliebt, aber er hielt an eurer Liebe fest. Das ist das Geheimnis. Die Liebe kann alles, besonders an Weihnachten passieren Wunder, womit keiner rechnet. Aber jetzt müssen wir noch in den Saal zurück. Johannes hat noch eine Ankündigung.“

Wir folgen Jan und Ina.

Im Saal wird getanzt. Jonathan kommt auf uns zu.

„Alles geklappt?“

„Ja, ich bin wieder der, der in bin.“

„Super, dann hoch mit Euch. Sarah und Paulus warten schon. Übrigens, ich denke, wir sollten Jakob unter die Arme greifen.“

„Da hast du recht“, erwidert Johannes und küsst mich. Moritz kommt auf mich uns zu. Im Arm hält er Judith.

„Johannes, warum hast du mir verschwiegen, dass du ihr Ex-Verlobter war.“

„Wäre das denn wichtig gewesen?“

„Für mich schon“, sagt er.

Dann setzen wir den Weg zur Bühne fort. Bevor wir die Treppen hinaufsteigen, dreht sich Johannes noch mal zu mir um.

„Bist du bereit?“

„Ja, bin.“

Wir gehen die Treppen hoch.

 

 

 

Ein Jahr später…

Es hat sich viel verändert. Wir haben schon wieder Weihnachten. Wie schnell das Jahr vergangen ist. Vor einen Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich jetzt schon verheiratet bin. Johannes und ich haben im Frühjahr geheiratet. Seit drei Monaten weiß ich, dass ich schwanger bin. Mein Mann habe ich es nicht verraten. Er soll es heute Abend als Weihnachtsgeschenk bekommen. Ina und Jan haben zusammen ein Haus gebaut. Wir sehen uns oft. Tina und Peter sind auf Weltreise gegangen. Sie wollen alles nachholen, was sie in den letzten Jahren verpasst haben. Paulus und Sarah haben kurz nach uns geheiratet. Ihr Kind soll an Weihnachten kommen. Und Jakob? Wir haben noch Kontakt, aber sein Buch hat die Buchcharts gestürmt. Seine Familie tourt mit ihn von eine Ort zum anderen. Jakobs Frau habe ich nicht richtig kennengelernt. Sie hatte Depressionen, hat mal wohl manchmal nach der Geburt. Ich hoffe, es bleibt mir erspart. Jakob hat versprochen, wenn es ruhiger wird, werde ich sie kennenlernen.

„Na mein Schatz, kommst du? Unsere Eltern warten. Du weißt wie deine Eltern sind. Noah hat angerufen, sie kommen später. Ihr Sohn hat ihn mal wieder angespuckt und muss sich umziehen. Ich hoffe, es bleibt mir erspart.“

„Willst du keine Kinder?“

„Nein, das wollte ich nicht sagen. Nur ein Kind was seine Milch über mein Jackett verbreitet und du dann in Stress gerät.“

„Ich wollte es dir eigentlich erst später sagen?“

„Was?“

„Wir sind bald zu dritt?“

„Oh, wir bekommen einen Hund?“

Nach dieser Äußerung schmeiße ich ein Kissen nach ihn, was er geschickt auffängt. Dann kommt Johannes zu mir : „Schatz, ich freue mich auf unser Kind. Deine Mutter hatte so eine Andeutung gemacht. Ja und dann hatte ich dich beobachtet.“

„Meiner Mutter weiß nicht.“

„Sie hat gesagt, es wäre eine Ahnung. Eine Mutter spürt das. Ich habe immer gewartet, wann du es mir beichtest. Ich habe auch dein Buch gesehen?“

„Hast du?“

„Ja, das war eindeutig.“

„Warum hast du nichts gesagt?“

„Ich dachte, du wirst es mir erzählen, wenn du bereit bist. Ich glaube, es ist wie die meisten Wunder. Sie kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet.“

Adventskalender – Tag 23

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 23

Ich konnte es ihr gestern nicht sagen, dass Tina ein Schlüssel vom Rätsel ist. Laut Prophezeihung im Buch, darf ich nicht zu viel verraten. Sophie muss ihre eigene Entscheidung treffen. Ich darf sie nicht beeinflussen. Wie fange ich es bloß an? Soll ich sie anrufen oder eine Mitteilung schreiben? Mein Entschluss steht fest. Am besten rufe ich sie an. Ich wähle ihre Nummer, aber keiner geht ran. Dann versuche ich es bei Paulus. Mein Cousin sagte mir, dass er gestern zu ihr wollte. Paulus geht ran.

„Ja?“, klingt es verschlafen aus dem Hörer.

„War wohl eine lange Nacht gestern mit Sarah?“

„Wo denkst du hin. Deine Angebete hatte ein Problem mit dir und hat unsere Zweisamkeit gestört. Ich bin dann nach Moritz gefahren. Wir haben einen über den Durst getrunken.“

„Okay, ist Sophie denn bei Sarah?“

„Keine Ahnung. Ich war schon weg, als sie kam. Sophie hatte sich ja angekündigt. Wir hatten ja gesagt, ein Tag vor Heiligabend machen wir unsere Etage dicht. Es haben sich ja auch einige angeschlossen, weil heute abend die Big Fete startet.“

Daran hatte ich gar nicht mehr daran gedacht. Wir hatten alle Mitarbeiter eingeladen mit uns in den Heiligabend zu schlittern. Ob Sophie jetzt auch kommt oder bleibt sie zuhause. Ich muss sie erreichen.

„Stimmt, dann ruhe dich noch auf. Wir sehen uns später.“

„Ja, machen wir. Ich bin ja nicht blind“, erwidert Paulus und legt auf. Dann rufe ich bei Sarah an. Verschlafend meldet sie sich am Telefon.

„Ja, wer stört an meinen freien Tag.“

„Ich“, sage ich.

„Johannes?“

„Jip, du hast bestimmt Paulus erwartet, oder?“

„Ja, hatte ich.“

„Ist Florentine bei dir?“

„Warte mal, ich schau nach, ob sie noch da ist.“

Eine ganze Weile später meldet sich Sarah wieder am Hörer.

„Sorry, sie ist schon weg.“

„Mist!“

„Was wolltest du denn von ihr?“, will Sarah wissen.

„Ich will nur wissen, ob sie kommt.“

„Damit sie dein Glück mit Tina sieht“, unterbricht sie mich.

„Nein, Tina liebt Peter. Wie kommst du auf den Schwachsinn.“

„So wie du gestern mit Sophie geredet hast. Du hast ihr gesagt, dass du deine Verlobte nicht länger warten lassen will.“

Verdammt, sie hat es missverstanden. Ich muss es gerade biegen.

„Es ist ein Missverständnis. Ich meinte sie damit!“

„Wie jetzt, ihr seid verlobt?“

„Laut Video schon. Es gibt ein Video, was auf meinen Zweithandy ist. Es war für Judith gedacht. Sie sollte meine Nummer nicht wissen. Ich habe angeblich ihr das Video zugeschickt. Deswegen war sie im neuen Jahr da, um mich zu rede zu stellen. Judiith unterstellte mir, dass ich sie betrogen hätte. Ich war gestern abend mit Tina noch bei meine EX und sie zeigte mir das Video. Danach sind wir ins Büro gefahren und sind auf Sophie gestossen. Paulus hat mir übrigens verraten, dass er dich über ihre Identität informiert hat. Heute muss sie auf die Party kommen. Kurz nach mittag muss es passieren.“

„Was?“

„Das erzähle ich ihr dann.“

„Du sprichst in Rätseln“

„Bitte versuche sie dahin zu schleppen.“

„Bitte tue es.“

„Ich versuche mein Bestes. Kann es aber nicht versprechen“, erwidert Sarah und teilt mir mir, „Entschulidge, es hat an der Tür geklingelt. Wir sehen uns.“

„Ja“, sage ich und Sarah legt auf.

Sophie muss kommen. Also schreibe ich einen Brief. Es ist mir auch scheißegal, ob ich Regeln verstosse. Ich bin verzweifelt.

 

Liebe Sophie!

Du musst heute abend kommen. Ich breche jetzt die Regeln, aber es ist mir sowas von egal. Tina liebt Peter. Ina liebt Jan, Jakob liebt seine Frau und ich? Ich liebe dich. Zwischen mir und Tina läuft nichts. Versprochen. Sie sollte mir nur helfen in der Umsetzung unseres Planes. Mit Verlobte meinte ich dich, nicht Tina. Wenn du nicht auf die Weihnachtsfeier kommst, dann treffen wir uns um 23.45 Uhr in Clubzimmer. Es ist wichtig. Eigentlich muss ich dir die Entscheidung selbst überlassen. Ich will es nicht mehr den Zufall überlassen. Du musst kommen. Versprich es.

Dein Verlobter Johannes

Ich habe ihr jetzt verraten, dass ich ihr Verlobter bin. Es sollen alle wissen, dass sie die Frau an meiner Seite ist und schon immer war. Judith ist noch alleine, aber sie kommt auch. Vielleicht findet sie jemand auf unsere Feier, der zu ihr passt. Jetzt fahre ich zu Sophies Wohnung und  schmeiße ihr den Brief in den Briefkasten. Noah kommt um die Ecke.

„Hallo Jakob! Meine Schwester ist nicht. Sie hat gesagt, sie ist noch bei Sarah.“

Sarah hat mich angelogen, schießt es mir durch den Kopf. Aber warum?

„Hallo Noah! Ich wollte ihr nur kurz eine Mitteilung in den Briefkasten werfen. Heute abend ist doch Weihnachtsfeier.“

„Ja, ich weiß. Ich komme auch. Meine Frau entschudigt sich. Sie ist bei ihren Eltern.“

„Du kommst alleine oder mit Sophie?“

„Ich erscheine alleine. Sophie wollte kommen, aber eben war sie sich noch nicht ganz schlüssig.“

„Fuck.“

„Du willst eure Verlobung bekanntgeben. Hat mir mein Vater verraten. Sophie hat nie was gesagt. Ich habe meine Schwester auch nicht gefragt, warum sie es mir verheimlicht hat.“

„Sophie weiss noch nichts von ihren Glück.“

„Wie? Du hast sie noch nicht gefragt?“

„Doch, aber da waren wir etwas angeheitert. Ich will sie später nochmal nüchtern fragen.“

Noah grübelt und gibt mir dann folgende Antwort.

„Lass mich das regeln. Ich versuche alles, dass sie da ist.“

„Kannst du mir sagen, wie spät es ist?“, frage ich ihn.

Er schaut auf die Uhr und teilt mir mit, dass es fünf vor zwölf ist. Es ist ironisch. Fünf vor zwölf sagt man auch, wenn es im letzten Moment ist. Wir lachen und verabschieden uns. Ich fahre zu meinen Eltern. Frederik, Tina und Frieda sind auch da.

„Und hast du Sophie erreicht?“

„Nein, Noah will mir helfen.“

Paulus betritt den Raum mit Samuel. Die Beiden sehen mich an und haben dann Blickkontakt. Wenn Blicke ….. , lieber nicht daran denken.

„Was macht Samuel hier?“, will mein Vater wissen.

„Ich muss Euch was geben. Vielleicht hilft es. Tut mir leid, dass ich dich im Verdacht hatte Johannes. Zuletzt hatte ich sogar Paulus in Verdacht. Jetzt weiß ich es besser“, gesteht uns Samuel.

„Was meinst du damit, Samuel?“, frage ich ihn.

„Mein Stiefbruder hat vor Jahren ein Buch geschrieben. Es handelt von eurer Familie. Er hatte Insiderwissen, die nur die Geschäftführung zur Verfügung stehen. Meine Stiefmutter bat mich um Mithilfe, weil sie ihren Mann helfen wollte. Kann sich noch jemand an Franz Mitter erinnern?“

„Ja, der war Prokurist bei uns und war der beste Freund Frederik.“

„Da ist der springende Punkt. Franz hat seinen Freund scharmlos ausgenutzt. Wir müssen alles bereinigen. Du musst“, er zeigt auf mich und sagt weiter, „die Geschichte richtig stellen.“

„Wie?“

Samuel erzählt mir, das ich eine halbe Stunde vor Glockenschlag alles hineingeschrieben haben muss. Also nehme ich das Buch und schreibe mit Tina, was das zeugt hält. Es muss klappen! Wir müssen wieder unser Leben haben und glücklich werden. Jeder von uns. Es ist Weihnachten und wir brauchen alle ein Weihnachtswunder. Etwas, was den Glauben an Weihnachten nichts anhaben kann. Ich schreibe meine Wünsche für alle rein. Für Tina wünsche ich mir, dass sie in Peter ihr Glück findet. Er dem richtigen Weg findet. Sie nickt mir zu. Es ist das, was sie sich wünscht. Ina und Jan sollen ihre Liebe genießen. Und ich ? Was wünsche ich mir. Es fallen mir so viele Sachen ein, aber es zählt nur ein. Es ist die wahre Liebe, die mich auf den richtigen Pfad führt. Kinder gehören auch dazu. Jakob wird Vater und das ist ein Grund, warum alles den richtigen Weg gehen muss. Und dann noch zu Franz Mitter. Er bekommt die gerechte Strafe. Samuel hat jemand kennengelernt und wünscht mir viel Glück für die Zukunft. Alles muss rein. Die Geschichte von uns wird ab heute nacht neu geschrieben. Es wird ein Weihnachtswunder.

 

Zwölf Stunden später:

Ich sehe auf die Uhr. Es ist fünf vor zwölf. Sophie ist noch nicht da.

„Ich glaube, Sophie kommt nicht“, äussert sich Tina. Iva steht neben ihr.

„Tina, wenn die Liebe stark genug ist, wird sie kommen.“

„Bist du sicher?“

„Ja.“

„Iva?“, fragt Tina.

„Jip“

„Wenn du wieder Ina wirst, dann lass uns von vorne anfangen.“

Die Tür geht auf. Es sieht wie Jackolus aus, aber es ist Jakob, gefolgt von einer schwangeren Frau. Das muss Jakobs Frau sein, nehme ich an. Sie stellt sich mir gegenüber. Ich darf ihr nichts verraten. Verdammt, wo bleibt sie. Es sind zwei Minuten bis zum Glockenschlag. Plötzlich wird die Tür aufgerissen.

„Bin ich zu spät?“

„Nein, bist du nicht“, äussert sich Tina.

„Stell dich zu Johannes hin.“

Sie schaut von Tina zu mir und dann zu meinen Körper Johannes. Sie geht auf ihn zu.

„So, es sind noch dreißig Sekunden. Wir wissen alle was zu tun ist.“

Die Frau gegenüber von mir sieht mich irritiert an. Tina muntert sie auf.

„Er weiß schon was er zu tun hat.“

Dann schlägt es Null Uhr. Wir küssen uns alle. Aber es passiert nichts. Haben wir etwa vergessen?

Adventskalender – Tag 22

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 22

Der heutige Tag kann eindeutig weg. Ich hatte von Paulus erfahren, dass sein Cousin sich vorgestern und gestern mit einer Tina getroffen hatte. Wer zum Teufel ist Tina? Hat Johannes mich jetzt verarscht und hat eine neue Freundin? Oder ist es die Frau von Jakob. Johannes war den ganzen Tag nicht im Büro. Ich mache heute etwas länger, damit ich morgen frei habe. Die Tür geht auf und Johannes kommt rein. Ihn folgt einer junge Dame. Sie sind so vertieft in ihrer Unterhaltung, dass sie mich nicht bemerken. Ich räuspere mich und Johannes wendet sich zu mir. Er erstarrt und erblasst. Sie sieht zwischen ihn und mir.

„Johannes?“, fragt die junge Frau.

„Ja“, erwidert er und langsam bekommt Johannes ein bisschen Farbe ins Gesicht.

„Ist sie das?“, will sie wissen.

Er nickt und stammelt etwas zu ihr, was ich nicht verstehe. Abergläubisch sieht sie mich an.

„Wer sind sie?“, frage ich die junge Dame.

„Ich bin Tina. Mich nenne sie Tinka. Du bist dann Sophie!? Ist das richtig?“

„Ja, aber allen nennen mich hier Florentine.“

„Okay?“, erwidert sie und Johannes hört unseren Wortgefecht zu.

„Johannes und sie sind….“

Tina unterbricht mich: „Nicht wie sie denken? Können wir uns duzen? Es wäre mir lieber.“

Dann tauchen Jonathan und ein älterer Herr hinter den Beiden auf.

„Moin, Florentine. Paulus noch da?“, fragt Jonathan unverblümt.

„Nein, er ist nicht da. Paulus wollte auch nicht wieder kommen“, setze ich ihn in Kenntnis.

„Okay. Warum bist du dann noch hier?“, fragt Jonathan.

„Ich wollte diesen Vorgang noch beenden, weil ich morgen frei habe.“

„Fleißig ist das Mädchen“, kommentiert der ältere Herr.

„Folgt mir! Wir haben noch einiges bis morgen zu berechnen“, misch sich jetzt Johannes ein.

„Ihr wisst, ich will meine Verlobung bekanntgeben“, sagt er und zwinkert mir zu.

Es wird mir hier eindeutig zu bunt. Schnell stehe ich auf und schmeiße meinen Stuhl dabei um. Dann renne ich in die Toilette. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür.

„Sophie, darf ich mit dir reden?“

„Was willst du? Du krallst dir…“ teile ich mit und sie unterbricht mich.

„Kannst du bitte raus kommen?“

„Nein, warum sollte ich?“

„Ich könnte es dir erklären?“

„Deine Erklärungen kannst du sonst wo hinstecken. Johannes und du? Dein Ernst?“

Irgendwie muss ich ihr das direkt sagen und trete aus der Toilette.

„Ich fasse es nicht. Mir gaukelt der Typ vor, dass er mich seit Jahren liebt und jetzt taucht er mit dir hier auf.“

„Es ist nicht so wie es ist.“

„Da kannst du mir einen von Pferd erzählen“, schleudere ich ihr an den Kopf.

Die junge Dame geht. Ich warte noch einen Augenblick und gehe wieder ins Büro. Zum Glück sind sie weg. Schnell tippe ich es zu Ende. Plötzlich teilt mir der PC mit, dass eine Mail eingegangen ist. Super von Johannes. Soll ich sie öffnen? Nein, das tue ich mir nicht an. Doch die Neugierde sieht und ich mache sie auf. Jetzt rudere ich wieder zurück und will sie gleich wieder schließen. Fuck, ich bekomme das Bild von den Beiden nicht aus den Kopf. Johannes soll es mir einfach erklären. Also lese ich sein E-Mail.

Liebe Sophie!

Bitte vertraue mir. Ich liebe dich. Es ist alles nicht so, wie es erscheint. Tina ist mir nur behilflich. Morgen sprechen wir uns. Jonathan und Frederik sind bei unseren Gespräch vorbei. Schmeiß das nicht weg, was wirklich zählt.

Dein Johannes.

Immer wieder lese ich die Zeilen und kann mir keinen Reim raus machen. Wie er sie angesehen hat und wie Johannes erstarrte als er feststellen musste, dass ich noch da war. Ich rufe Sarah an. Sie geht gleich dran.

„Hey Florentine! Was bewegt dich? Hast du ein Problem mit einen Projekt? Soll ich dir helfen?“

„Nein, nur wegen Johannes.“

„Was ist mit den?“

„Können wir uns treffen?“

„Warte mal, ich frage Paulus?“

„Ohne Paulus, bitte.“

„Das ist klar. Ich wollte nur fragen, ob er mich für zwei Stunden oder mehr entbehren kann.“

„Okay.“

Ich höre hin, aber Stimmen vernehme ich nicht. Kurze Zeit später höre ich wieder ihren Klang am Telefon.

„Geht in Ordnung. Kommst du zu mir? Paulus fährt zu einen Freund.“

„Super, ich mache den Rechner aus und komme dann.“

Ich fahre den Rechner runter und höre auf einmal Lachen aus Johannes Büro. Schnell weg, denke ich und mache mich auf den Weg.

Eine halbe Stunde später stehe ich bei meiner Freundin und Kollegin vor der Haustür. Ich klingele und sie lässt mich rein. Als ich mich auf ihr Sofa pflanze laufen mir die Tränen übers Gesicht. Sarah kommt mit einer Tasse heißer Schokolade zu mir.

„Das hilft immer“, gibt sie bekannt.

„Danke.“

„Dafür nicht. Was ist passiert?“

Es sprudelt nur aus mir heraus. Unsere gemeinsame Nacht erwähne ich nicht. Was wir dort gemacht haben, geht keinen was an. Sarah hört mir geduldig zu und unterbricht mich nicht. Im Anschluss nimmt sie mich in den Arm und tröstet mich.

„Ich glaube Florentine, du interpretierst da zu viel rein. Paulus sagt immer, ihr beide seid das Traumpaar schlecht hin. Johannes liebt dich. Vertraue ihn.“

„Du auch noch?“

„Wie ich auch noch?“

„Wenn ich recht verstehe, verteidigst du ihn. Was würdest du denn sagen, wenn ich du das durch machst.“

„Erstens: Es ist meistens nie wie es scheint. Zweitens: Ich weiß, dass du Sophie heißt.“

„Moment! Du weißt wie ich heiße?“

„Ja, du heißt nicht Florentine Sophia, sondern Sophie Florentine.“

„Wie lange weißt du es?“

„Eine Weile“, murmelt sie und sieht mich nicht an.

„Was?“

„Samuel hat es mir verraten?“

„Samuel?“

„Ja und Paulus hat es bestätigt?“

„Was hast du mit Samuel zu tun?“, schreie ich aufgebracht.

„Sam, Moritz und ich kennen uns von damals. Wir waren in einer Clique. Ich wusste damals nicht, dass Paulus mit Moritz auch befreundet waren. Paulus war nie da. Sie sagten, er wäre ein viel beschäftigter Mann genauso wie Johannes.“

„Okay, weiter…“

„Ich fing kurz vor dir in der Firma an. Samuel hatte mir den Job besorgt. Eigentlich sollte ich Johannes um den Finger wickeln.“

„Was heißt das jetzt?“

„Also, Samuel wollte mich für seine Zwecke einspannen. Leider hat er nicht mit mir gerechnet. Ich dachte echt, der Scheißtyp hätte mir den Job besorgt und ich müsste den Deal eingehen. Kurze Zeit später sagte meine Freundin Irene, sie hätte für mich eine Bewerbung geschrieben. Wie sich heraus stellte für diesen Posten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen und fragte Paulus, ob Samuel für mich ein gutes Wort eingelegt hätte. Paulus verneinte. Meine Leistung hätte überzeugt. Mein Deal mit Samuel war hinfällig. Ich erzählte Paulus davon und er hörte zu. Ich dachte, er würde Nägel mit Köpfen machen und kurzen Prozess machen. In der Sache irrte ich mich. Die Erleichterung darüber war für mich das beste was mir passieren konnte. Paulus wollte wissen, ob ich es wirklich getan hätte. Da war ich ganz ehrlich zu ihn. Samuel wollte ich falsche Informationen zu schieben, damit er nicht merkte, dass ich mich nicht ausnutze. Daraufhin hat Paulus gesagt, wir verfolgen meinen Plan. Johannes war einverstanden. Glaube mir. Ich wollte nie für Samuel auskundschaften. Deshalb kann ich den Typ nicht leiden. Die Aussprache mit Paulus und Johannes brachte mir die Erkenntnis. Nicht alle Männer sind Schweine und nutzen einen aus.“

„Darf dich unterbrechen?“

„Ja klar.“

„Seit wann wusstest du, dass Paulus dich mehr mag, wie erlaubt war.“

„Als du auf der Bildfläche erschienen bist. Johannes sah dich so an. Da erst bemerkte ich, dass Paulus mich genauso ansah. Die beiden haben geschwiegen. Paulus war mit Linette zusammen und Johannes mit Judith. Die passten einfach nicht zusammen. Linette und Paulus mochten sich. Erst waren sie verliebt, aber dann waren sie nur aus Bequemlichkeit zusammen.“

„Sorry, wenn ich dich nochmal unterbreche.  Was war mit Johannes und Judith? Sie waren laut Zeitungen das absolute Traumpaar.“

„Nach außen schon. Sie haben sich nie wirklich geliebt. Es war eine Zweckverbindung, weil Johannes den Vater von Judith etwas versprochen hatte. Tja, als er dann sie mit Samuel im Bett erwischt hatte, war ihn klar. Durch diese Verbindung würde er nur unglücklich werden. Und dann warst dann noch du da. Er hat dich von ersten Tag vergöttert. Jonathan und Frederik hatten dann die Idee einen Riegel davor zu schieben. Sie wollten, dass die beiden zu den Wort standen, was sie gaben. Diese ganze Sache hat ihn belastet. Auch das du einen Freund hattest.“

„Du redest Wirrwarr.“

„Nein, Johannes hat dich vom ersten Moment geliebt.“

„Und Tina?“

„Das ist was ganz anderes. Ich darf es dir nicht verraten. Paulus hat mich zum Schweigen verdonnert. Du sollst dich frei entscheiden. Lass dich nicht von Gefühlen beeinflussen. Verstehst du? Wenn dir Johannes morgen eine Nachricht zukommen lässt, entscheide klug.“

„Du sprichst in Rätseln.“

„Vielleicht ist das so. Nur ein kleiner Tipp. Folge deinen Herzen.“

Anschließend köpfen wir noch zwei Sektflaschen. Ich lege mich auf Sofa und penne ein. Dann träume ich ein reines Wirrwarr. Tina und Johannes heiraten. Ich sehe zu und bin total traurig. Ich höre Sarah sagen, folge deinen Herzen. Am Altar blickt Johannes zu mir und rennt zu mir. Leise sagt er zu mir: „Ich liebe sie nicht, aber dich. Lass uns durchbrennen.“