Adventskalender – Tag 14

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 14

Ich wache auf. Wo bin ich? Dann bemerke ich, dass ich nackt bin. Verdammt, haben wir es getan? Aber wo ist Jakob? War die Sehnsucht zu Johannes so groß, dass ich mich auf Jakob eingelassen habe? Ich stehe auf. Es ist dunkel und ich erreiche den Lichtschalter. Ich drücke drauf und da sind meine Sachen. Schnell ziehe ich mich an. Dann rufe ich nach Jakob. Es kommt nichts zurück. Ich gehe ins Wohnzimmer und stolpere über etwas. Liegt da Jakob? Ich suche den Lichtschalter, aber das Licht funktioniert nicht. Als renne ich die Küche und hole mein Handy. Dann leuchte ich auf das, worüber ich gestolpert bin. Es ist Jakob. Dann sehe ich mich im Raum um. Was haben wir veranstaltet? Waren wir so wild? Verflixt und zugenäht. An gestern Abend kann ich mich nur bruchweise erinnern. Was haben wir nur gemacht? Ich beuge mich über ihn.

„Jakob?“

„Ja, wer sind sie?“

„Ich bin Florentine.“

„Entschuldige, ich bin ein bisschen benebelt“, gibt er mir als Antwort.

„Waren wir das?“

„Was?“

Ich leuchte im Zimmer rum.

„Nein, wir waren brav. Wir wollten es tun. Ich höre Geräusche und bin dann aufgestanden. An mehr kann ich mich nicht erinnern.“

„Okay“, lass mich mal sehen“, sage ich und will ihn einen Kuss geben. Er wendet sich ab.

„Wir sollten es nicht tun?“

„Wenn du wirklich Johannes bist, küsst mich. Wenn du Jakob bist, lass es. Eine totale verrückte Geschichte.“

Dann küsst Jakob mich.

„Nutzt du das jetzt aus?“

„Nein, du sagtest wörtlich, wenn ich Johannes bin, küsse mich. Dein Wort ist mir ein Befehl.“

„Mensch, Jakob. Du glaubst doch den Blödsinn nicht, den du mir erzählst, oder?“

„Doch!“

„Aber wie kommst das, dass du bei den Eltern einmal kalt und dann wieder total anders bin.“

„Keine Ahnung! Ich glaube, wir sind ein Puzzleteil vom Ganzen.“

Ich stehe auf und helfe ihn aufzustehen. Dann geht er zum Fenster, zieht die Jalousie hoch und ein bisschen Licht von draußen fällt ins Zimmer. Schwach, aber immerhin.

„Lass uns in die Küche gehen. Weißt du wie spät es ist?“

Mein Telefon zeigt kurz nach sieben an und teile ihn das mit.

„Geh du in die Küche. Kannst du uns ein Kaffee machen, Schatz.“

Verwirrt, dass er mir einen Kosenamen gibt, begebe ich mich in die Küche. Kurze Zeit später taucht Jakob voll angezogen hinter mir auf.

„Paulus kommt gleich. Wir sollen auf ihn warten. Hier stinkt es zum Himmel. Weshalb durchsucht jemand mein Wohnzimmer? Übrigens das Licht im Wohnzimmer geht wieder. Ich glaube nicht, dass die Sicherung so rausgesprungen ist. Als ich eben kurz noch mal im Wohnzimmer war, funktionierte es einwandfrei. Wenn müsste die Sicherung ja rausspringen, falls was kaputt ist. Aber es tut es nicht. Ich nehme an, jemand hat die Sicherung für das Wohnzimmer absichtlich rausgemacht.“

„Ist Paulus schon im Büro?“

„Ja, er wollte noch was erledigen. Paulus hatte sich nur gewundert, dass du noch nicht da warst. Sarah ist ja in meinen Auftrag unterwegs.“

Es klingelt an der Tür und Jakob geht hin.

„Moin Paulus!“

„Moin Jakob! Was ist passiert?“

„Keine Ahnung. Komm erstmal in die Küche. Florentine ist auch da.“

Ich höre Schritte und dann steht Paulus vor mir.

„Guten Morgen Florentine! Wolltest du nicht heute um sechs im Büro sein.“

„Schon, aber ich habe wohl verschlafen. Ist mir noch nie vorgekommen.“

„Kann ich nur bestätigen“, teilt uns Jakob mit.

„Hat Florentine bei dir übernachtet, Jakob?“

„Ja, wir hatten zu viel Wein getrunken. Sorry, wird nicht wieder vorkommen!“, entschuldigt er sich wie ein Schuljunge und ich muss kichern. Die Situation ist nicht zum Lachen, aber der dieser Satz hätte auch Johannes gesagt. Moment, lügt mich Jakob nicht an? Das ist totaler Irrsinn. So etwas gibt es nicht.

„Florentine! Frage an dich: Hast du was mitbekommen?“

Ich schüttle den Kopf, weil ich nicht weiß, was passiert war.

„Und du Jakob?“

„Florentine und ich wollten eine nette kleine Unterhaltung führen. Dann hörte ich Geräusche und bin dann im Wohnzimmer gegangen. Ich bin dann gestolpert und war erst mal ausgeknockt. Als ich zu mir sagen, roch ich etwas Eigenartiges und was dann passierte, weiß ich nicht. Auf einmal hörte ich die Stimme von Florentine und war total verwirrt. Nach und nach kam die Erinnerung wieder, warum Florentine da war. Jedenfalls habe ich dich dann angerufen und zeitgleich den Sicherungskasten gecheckt. Die Sicherung vom Wohnzimmer war  draußen. Jedenfalls habe ich sie ausprobiert und die Sicherung funktioniert noch einwandfrei. Es ist nichts kaputt von den technischen Dingen, aber das Wohnzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld.“

„Lass uns das mal ansehen“, teilt Paulus mit und zu mir wendet er sich zu, „Könntest du mir auch einen Kaffee machen. Am besten Extrastark.“

„Wird gemacht Boss.“

Dann verschwinden die Beiden und ich bereite ein Tasse für Paulus vor. Kurze Zeit später kommen die beiden wieder rein. Ich gebe Paulus die Tasse. Kopfschüttelnd setzt sich hin. Jakob sieht aus den Fenster.

„Paulus, ich möchte zu gerne wissen, was sie bei mir gesucht haben.“

„Ich auch, Jakob. Hat Johannes oder du Feinde?“

„Nicht das ich wüsste“, erwidert Jakob.

Plötzlich stürmt Jakob raus. Paulus sieht mich an und fragt verdattert: „Was war das denn?“

„Woher soll ich das wissen?“

Jetzt steht Jakob wieder in der Tür und gibt Paulus was in die Hand.

„Was soll ich mit den Stick?“

„Ich glaube, das hat mit den Stick zu tun. Leider bin ich nicht dazu gekommen ihn anzusehen. Mir fiel bloß eben ein, dass mir jemand gesagt hat, ich sollte es mir mal ansehen. Irgendwie hatte ich es immer zur Seite geschoben.“

„Du weißt nicht was darauf ist?“, fragt Paulus.

„Keinen blassen Schimmer. Möglich wäre es, dass sie danach gesucht haben.“

„War er denn im Wohnzimmer?“

„Nein, im Badezimmer.“

„Im Badezimmer?“, fragt Paulus ungläubig.

„Ja, ich hatte es ins Seifenfach gepackt. Frage mich nicht warum ich es gerade darein gelegt habe. Ich denke, ich hatte so eine Ahnung. Wer packt so etwas ins Badezimmer`“

„Du“, antworten Paulus und ich lachend.

„Florentine wartet hier und wir beide fahren ins Büro“, sagt Paulus und Jakob nickt.

„Ist dir das recht?“, hakt Jakob nach.

„Alles gut! Fahrt man. Ich halte die Stellung.“

„Eye, eye Chefin“, rufen beide im Chor und salutieren. Ich muss lachen.

„Ihr habt wohl einen Clown gefrühstückt“, gebe ich lachend bekannt.

Jakob blickt zu Paulus und erwidert dann: „Du hast es erfasst!“

Danach verschwinden die Beiden und lassen mich allein zurück. Kurze Zeit später kommt die Polizei und schildere den Fall. Die Polizei möchte unbedingt noch Jakob verhören. Ich sage ihnen, dass sie im Büro finden. Zu mir äußeren sie sich, dass ich noch nicht aufräumen sollte. Hätte ich eh nicht gemacht, oder vielleicht doch. Ach egal. Ich rufe mir ein Taxi und fahre ins Büro. Jakob und Paulus diskusstieren laut.

„Florentine hat nichts damit zu tun, glaubst doch nur du, Jakob.“

„Sie hat nichts damit zu tun. Die Beweise sind eindeutig. Momo.“

„Momo doch nicht.“

„Doch deine Ex-Freundin. Das ist nicht Florentine auf den Video.“

„Es ist auch nicht Momo.“

„Bist du dir da so sicher?“

„Jein.“

„Also hast du Zweifel.“

„Ja, die Frau auf den Video ist eine Mischung zwischen den Beiden.“

„Ich lege meine Hand ins Feuer.“

„Johannes, wenn man verliebt ist, glaubt man eh nicht die Wahrheit. Du hast eine rosarote Brille auf.“

Johannes ist auch da?

„Lieber Paulus, dann muss ich die jetzt sagen, du schwebst auf Wolke Nummer sieben.“

„Blödsinn! Sarah ist nur eine Affäre.“

„Eine Affäre? Weißt sie das auch?“

„Ich habe es ihr gesagt?“

„Wer es glaubt, wird selig“, kichert Jakob.

„Okay, ich gebe es zu. Eine Affäre ist es nicht mehr. Fuck, Johannes! Diese Frau geht mir nicht aus den Kopf.“

Jetzt klopfe ich an. Paulus ruft: „Herein.“

Ich trete ein. Johannes ist nicht da. Nur Jakob und Paulus. Bestimmt hatte ich mich verhört.

„Die Polizei möchte gerne noch mit Jakob reden. Sie melden sich bei Dir.“

„Okay“, sagt er.

Anschließend gehe ich an meinen Platz und gebe meine Projekte durch. Aus den Büro von Paulus höre ich nichts mehr. Den ganzen Tag sitzen die Beiden im Zimmer. Sarah ist heute nicht da. Was muss sie so dringend für Jakob erledigen. Gegen Abend verabschieden sich Paulus und Jakob. Dann ist es ruhig. Auf einmal höre ich Geräusche. Als ich aufblicke, steht Samuel vor mir.

„Hallo Fleur!“

„Sam was willst du?“

„Hat Jakob was gefunden?“

„Was soll er denn gefunden haben?“, hake ich nach.

„Einen Stick.“

„Ich weiß nicht, wovon du redest.“

Samuel kommt mir näher und sieht mich drohend an.

„Ich weiß, dass du es weißt.“

„Was?“

„Du weißt was auf den Stick ist.“

„Samuel, du sprichst in Rätseln. Ich weiß nur, dass auf den Stick wohl ein lustiges Video drauf ist, wenn du den Stick meinst.“

Ich verrate ihn garantiert nicht, dass meine beiden Chefs sich deswegen in der Wolle hatte.

„Okay, wir sehen uns.“

Dann verschwindet er. Ich packe meine Sachen und verdufte von hier so schnell wie ich kann. Noch so einen unheimliche Begegnung muss ich nicht haben.

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s