Adventskalender – Tag 8

24 Tage

bis

zur Entscheidung

Tag 8

Ich sitze mit Paulus im Restaurant. Er gesteht mir gerade, dass er und Sarah sich etwas näher gekommen ist. Wie nah möchte ich nicht wissen. Jetzt fragt er mich gerade, ob wir nicht unsere Assistentin tauschen können und ich erstarre, als ich Florentine sehe. Sie sitzt da mit Samuel. Also doch. Florentine hatte sich gestern und heute Urlaub genommen, weil sie unbedingt etwas klären wollte. Ich schlage meine Hände vor das Gesicht.

„Jakob! Was ist los?“

„Da schau!“, sage ich und zeige in eine Richtung.

„Samuel und Florentine? Das gibt es nicht. Es nicht ihr Ernst, oder? Glaubst du sie hat doch etwas zu verbergen?“

„Nein, ich sagte doch, dass ich weiß, dass sie damit nichts zu tun hat. Aber jetzt kommen mir Zweifel. Langsam glaube ich, Samuel spielt mir sehr übel mit. Ich nehme an, Florentine steckt da auch mit drin. Mein Gefühl sagt, sie hat nichts damit zu tun, aber der der Verstand sagt es anderes. Ich muss mir kurz mal, Wasser ins Gesicht werfen. Bist du so gut und bestellst mir die 88 mit.“

„Jip, mache ich.“

Ich stehe auf und gehe in die Toiletten. Als ich dort ankomme, schmeiße ich mir Wasser ins Gesicht, um meine dummen Gedanken zu vertreiben. Anschließend gehe ich raus und höre plötzlich Stimmen. Ich stocke, die eine Stimme kenne ich und lausche dem Gespräch zu.

„Glaube mir doch Sarah. Zwischen mir und Samuel läufst nichts. Eine Frage spionierst du mir etwa nach.“

„Nein, das tue ich nicht. Ich wollte nur Unterlagen Paulus bringen und dann sehe ich dich mit Samuel. Sei froh, dass es Jakob nicht sieht.“

„Wie ist er auch da?“

„Ich habe ihn eben nicht gesehen. Vielleicht kommt er ja noch. Vorhin hatte Paulus zu mir gesagt, er würde sich mit Jakob treffen. Ich könnte die Unterlagen hier her bringen.“

„Okay“, erwidert Florentine.

„Also, was ist das für eine Sache mit Samuel?“

„Wie soll ich anfangen? Ich hoffe, du glaubst mir. Wie du weißt, stand ich auf Johannes. Der Abend war sehr speziell und darauf hat er mich links liegen gelassen. Du kannst dich doch bestimmt daran erinnern, dass er mir immer unterstellt hat, ich würde alles falsch machen. Und jetzt beschuldigt mich Jakob für etwas, was Samuel mir in die Schuhe schieben will. Ich muss Vertrauen zu Samuel aufbauen, damit er mir nicht auf die Schliche kommt. Jakob vertraut mir ja nicht. Also muss ich Beweise für meine Unschuld suchen.“

„Stopp“, unterbricht Sarah sie.

„Was?“

„Jakob vertraut dir total. Er wollte nur eine Bestätigung, dass er sich nicht in dir getäuscht hat. Und was machst du? Du flüchtest. Sieht das nicht wie ein Geständnis aus?“

„Hhm? Vielleicht hast du recht. Ich war so wütend.“

„Klar wäre ich auch. Aber so wie Jakob dich angesehen hat, vertraut er dir total. Vielleicht solltest du ihn in deinen Plan einweihen. Oder vielleicht mich, wenn du Jakob aus den Weg gehen willst.“

„Ich will Jakob gar nicht aus den Weg gehen. Er gibt mir das Gefühl, was ich bei Johannes vermisst habe. Immer wenn ich ihn in die Augen sehe, denke ich …..“

„Was meinst du damit?“

„Die Augen von Jakob erinnern mich an Johannes. So blickte er mich den Abend an. Dann erfahre ich am nächsten Tag von dir, dass er eine Verlobte hat und dann hat er mich wie Luft behandelt. Es war einfach Schikane.“

„Jetzt höre mir zu. Du willst es mir ja nicht glauben. An den Abend war plötzlich Magie ins Spiel. Er wollte dich bestimmt nicht verletzten. Ich denke, er kam mit der Situation nicht klar. Paulus meinte zu mir, dass ein Tag vor den Ball, er seine Verlobte mit einen Kerl im Bett erwischt hat und dann kamen noch die Gefühle, die er schon eine Weile für dich empfand. Ein Jahr hat er sich damit gequält und dann will er dir es gestehen….“

„Ich verstehe Bahnhof.“

„Verdammt, er war verrückt nach dir. Deswegen war er so scheiße zu dir. Er wollte vorerst keine Beziehung und hat dich quasi weggestoßen, aber eigentlich war es anders. Solche Gefühle hatte er wohl nie gehabt. Paulus wollten dann Assistentin Tausch machen, aber bevor sie es machen konnten, war plötzlich verschwunden.“

„Wie lange weißt du das?“

„Seit der Kutschfahrt. Wir haben uns noch ein bisschen unterhalten. Jakob weiß auch das du Johannes gemocht hat. Er will nicht, dass du dich in ihn verliebt. Sein Leben ist kompliziert. Paulus und er wollen rausfinden, was mit Johannes passiert ist. Sie müssen alles prüfen. Auch mich. Die Richtung geht richtig Samuel. Die beiden wissen nicht, wie weit er in die Sache mit verstrickt ist.“

„Sarah, ich muss dir was sagen. Als Johannes weg war, ging es mir schlecht. Dann tauchte Samuel auf. Nach kurzer Zeit erkannte ich, dass ich ihn nicht vertrauen konnte. Ich will einfach nur alles richtig machen.“

„Ja, ich verstehe dich schon. Du willst ihn eine Falle stellen.“

„Jip, weil ich auch das Gefühle habe, dass er mit den Verschwinden von Johannes zu tun hat.“

Jetzt fange ich mich an zur räuspern. Die beiden drehen sich zu mir um und erstarren.

„Bist du schon länger hier?“

„Nein“, lüge ich und ergänze, „ich will nur vorbei.“

Die beiden lassen mich vorbei und ich berühre Florentine leicht am Arm. Sie zuckt zusammen. Ich blicke in ihren Augen und dann beuge ich mich zu ihr. Leise flüstere ich ihr ins Ohr: „Glaube an das was du tust. Johannes ist ein toller Kerl, kann bloß schlecht aus seiner Haut. War er schon immer. Wenn er irgendwo noch ist, dann finde ihn und kläre es mit ihn.“

Plötzlich wendet sie sich zu mir und küsst mich. Ich bin irritiert und gehe einen Schritt zurück. Sarah sieht verwirrt aus.

„Du küsst wie…“, sagt sie und stockt.

„Wie wer?“

„Ach, schon gut. Ich wollte es nur testen. Es bleibt unter uns dreien“, teilt Florentine mit und geht.

„Was war das?“, will ich wissen.

„Ich glaube, dass wir doch alle. Paulus sagt immer, Johannes ist näher wie wir denken. Du siehst ihn verdammt ähnlich. Florentine hat es wohl jetzt auch endlich geschnallt.“

„Weiber“, sage ich und verschwinde. Als ich wieder am Platz bin, sind die beiden verschwunden.

„Wo sind Samuel und Florentine?“

„Keine Ahnung? Als sie eben an den Tisch kam, sagte sie etwas zu ihn. Und dann sind aufgestanden und gegangen.“

Dann kommt Sarah an den Tisch. Ich sehe zwischen den Beiden hin und her.

„Also, mein Segen habt ihr. Sarah du arbeitest jetzt für mich und Florentine für Paulus. Wir beiden werden Johannes finden. Meinst du nicht auch Sarah. Wir lassen Florentine außen vor. Ich wünsche euch einen schönen Abend.“

„Okay und dein Essen?“, will Paulus wissen.

„Wenn sie die 88 mag, dann ist es gut. Ich muss etwas im Netz suchen.“

Sarah sieht in die Speisekarte und meint : „Ja, esse ich. Dir noch einen schönen Abend.“

Nach den Worten verschwinde ich winkend. Ich muss unbedingt jemanden eine Frage stellen. Hoffentlich kann sie mir helfen.

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