Man trifft sich immer wieder im Leben Erfundene Geschichte / Kapitel 2

Zwei Wochen später

Samuel holt mich ab. Ich stehe an der Tür. Worauf habe ich bloß drauf eingelassen. Sam hat mich immer wieder dran erinnert. Ich sollte mein Versprechen halten. Warum tut man das eigentlich. Sams Vater Klaus fährt sein Auto auf unseren Hof. Ich gehe hin und begrüße alle. Es ist nicht nur Sam im Auto. Auch Enna und Joschi. Das absolute Traumpaar finde ich. Ich setze mich zu Enna und Joschi in den Wagen und schon fahren wir los. Als wir ankommen, steigen wir aus und gehen ins Hexenhaus. Warum immer die letzte Fete im Hexenhaus stattfindet, das weiß keiner genau. Es ist halt Tradition. Genau wie sich die ganzen Schulen absprechen, wie die Reihenfolge ist. Wer zuerst die Fete ausrichtet und wer die letzte Fete für das Schuljahr ausrichten darf. Es darf immer nur der Abschlussjahrgang ausrichten. Meine Güte, ganz schön viele Jugendliche die unter achtzehn sind. Joschi und Enna haben sich unters Volk gemischt. Plötzlich kommen uns zwei Leute auf und zu. „Hallo Sam. Hallo Henni. Ist doch richtig Henni?“ Ich nicke. Wer ist das nur? „Henni. Das sind Nick und Lilli.“ „Hallo.“, sage ich und sehe in Lillis Augen. Verdammt sie kommen mir bekannt vor. „Sam. Komme mal.“, sagt Lilli. Dann verschwinden die Beiden. Nick sieht hinterher. „Hast Du keine Angst, dass Sam deine Freundin verführt?“ „Mein Cousin macht das bestimmt nicht. Er wird mit Lilli nichts anfangen. Das wäre fatal. Mal was anderes. Wollen wir ein Bier trinken?“ „Ja klar. Warum ist das fatal?“ „Weil ich das nicht zulassen werde. Und zweitens, glaube ich, ist sie verknallt.“ „In Dich?“ „Nein. Sie liebt mich.“ „In wen ist sie verknallt.“ „Keine Ahnung. Ein Typ von einer Party.“ „Bist Du nicht eifersüchtig.“ „Ich? Wieso? Ich bin mit ihr verwandt.“ Ich nicke. Okay. Weiter frage ich nicht, sonst kommt er noch auf Gedanken, dass ich mich für Lilli interessiere. Kurze Zeit später stehen wir an der Bar. Ein Mädel kommt an. „Hallo Süßer. Alles gut bei Dir?“ „Ja Ellen. Darf ich Dir einen Freund von Sam vorstellen?“ „Hey. Ich bin Ellen.“ „Ich heiße Henni.“ „Nick. Kannst Du mal mitkommen?“ „Warum Ellen?“ „Basti braucht deine Hilfe. Sonst hätte ich Dich auch nicht angesprochen. Du hast mir ja zu verstehen gegeben.“ „Ellen schon gut. Ich komme gleich zu Euch.“ Dann geht Ellen weg. „Hast Du was mit ihr?“ „Mit Ellen?“, fragt er mich. „Ja.“ „Nein. Gott bewahre. Sie ist mit meiner Schwester in einer Klasse. Li hat ihr nur geholfen.“ „Li.“ „Ja, Sie heißt eigentlich Lillian. Ich nenne sie immer nur Li.“ „Okay.“ Dann geht Nick. Na toll. Jetzt bin ich hier und keiner ist da. Ich sehe auf die Tanzfläche und da tanzt Lilli.“ Sie sieht mich und kommt auf mich zu. „Na mein Prinz. Hast Du Lust mit mir zu tanzen.“ „Cinderella?“ „Ja. Ich habe Dich gleich erkannt. Du nicht?“ „Ganz ehrlich. Du warst super verkleidet. So hätte ich Dich nicht wiedererkannt. Wo ist eigentlich Sam?“ „Sam ist mit Enna weg.“ „Wie weg?“ „Sie wollten einen kleinen Sparziergang machen. Kommst Du mittanzen?“ „Lilli. Ich komme mittanzen. Deine Augen kamen mir bekannt vor. Die habe ich nicht vergessen.“ Lilli grinst und zieht mich auf die Tanzfläche. Wir tanzen, trinken was und unterhalten uns immer wieder mal mit Nick und Bille. Bille ist ein nettes Mädchen. Irgendwann wird es im Saal weniger. Sam ist noch nicht wiederaufgetaucht. Nick ist auch verschwunden. „Komm. Henni. Lass uns sparzieren gehen.“ „Wir und die Anderen?“ „Die werden bestimmt später wiederauftauchen. Ich muss mal hier raus.“ Dann gehen wir aus dem Hexenhaus und machen einen Sparziergang. Wie unterhalten uns über alles Mögliche. Irgendwann nehme ich ihre Hand. Sie sieht mich an und nickt. Dann stehen wir vor einer Hütte. „Was ist das für eine Hütte?“ „Die Hütte steht hier für Wanderer.“ Erst jetzt bemerke ich, dass wir ein Stück in den Wald gelaufen sind. Mir ist gar nicht bewusst gewesen, dass wir schon morgens haben. Vor einer halben Stunde ging die Sonne aus und wir sind immer weitergelaufen. „Hast Du Durst?“ „Ja.“ „Komm Henni. Getränke sind der Hütte und wir können uns weiterunterhalten.“ „Hast Du keine Angst vor mir?“ „Nein. Du wirst bestimmt nichts tun, was ich nicht will.“ „Bist Du sicher.“ „Ich vertraue Dir.“ Dann gehen wir zur Hütte. Sie holt den Schlüssel aus einem Kasten und schließt auf. „Darf ich bitten.“ Ich nicke. Wir gehen rein. „Wow. Gemütlich.“ „Finde ich auch. Setz Dich. Eigentlich wollte ich mit Freunden heute hier übernachten. Aber keiner eben mehr da. Darum habe ich gesagt, wir sollten einen Sparziergang machen. Ich dachte sie sind hier.“ „Sind sie nicht.“ „Ja.“ „Wollen wir zurück?“ „Nein. Wir trinken erstmal was.“ Sie gibt mir eine Flasche Sekt. Abwechselnd trinken wir aus der Flasche. Wir lachen. Sie kitzelt mich aus. „Na warte. Das kann ich auch.“ Ich stelle die Sektflasche auf die Erde und fange an sie zu kitzeln. „Gnade.“ „Keine Gnade. Was würdest Du mir geben, das ich aufhöre.“ „Was willst Du denn?“ „Einen Kuss.“ „Okay. Dann holt ihn Dir.“ Ich beuge mich zu ihr runter und küsse sie. Erst zärtlich und dann immer verlangender. Sie steigt darauf ein. Irgendwann können wir nicht mehr anders und ziehen uns aus. Als wir nackt gegenüberstehen, frage ich sie: „Willst Du das wirklich Cinderella?“ „Ja. Mein Prinz.“ Dann lieben wir uns auf dem Bärenfell und schlafen erschöpft ein. Irgendwann klopft es. „Verdammt Henni. Wach auf.“ „Lilli. Was ist los?“ „Die Anderen stehen vor der Tür. Wir hatten vorhin abgeschlossen.“ Shit. Stimmt. Bevor wir uns auszogen, haben wir die Tür abgeschlossen. Die Vorhänge waren schon zugezogen. Wir ziehen uns schnell an. Lilli sagt, ich sollte mich aufs Sofa legen. Die Anderen müssten nicht wissen was wir getan haben. Sie geht verschlafen zur Tür und macht auf. Samuel steht mit einer Frau vor der Tür. „Moin. Sag mal, weißt Du wo mein Freund ist.“ „Ja, er ist auf dem Sofa eingeschlafen. Kommt rein. Enna. Willst Du einen Kaffee und wo wart ihr?“ Enna grinst. „Alles klar.“, sagt jetzt Lilli. „Ich möchte auch einen Kaffee.“, sagt Sam. „Du auch Henni?“ „Ja, gerne.“ Ich habe so getan als ob ich geschlafen hätte und erst durch Sam geweckt wurde. Lilli war das total wichtig. „Was habt ihr gemacht?“ „Wir haben gequatscht.“, sage ich. Lilli nickt. Sam setzt sich neben mich. Lilli und Enna unterhalten sich bis die Kaffees fertig ist. Lilli und Enna bringen uns den Kaffee. Wir vier verabreden uns für übermorgen. Weil Lilli und Enna keine Zeit haben. Mir ist recht. Aber zu der Verabredung ist es nicht mehr gekommen, weil ich eher nach New York muss. Mein Vater hat es mir an den Tag gesagt als ich nach Hause kam. Leider kann ich Lilli nicht sagen, dass ich sie liebe. Ich glaube, dass ich sie liebe. Genau weiß ich das nicht. Kann man das nach zweimal überhaupt sagen. Es ist nur ein Gefühl. So ein Gefühl hatte ich vorher noch nie bei jemanden. Als ob Lilli das Gegenstück von mir ist. Wir verstehen uns super. Auch ohne Worte. Warum will sie nicht, das es andere wissen? Sie hat gesagt Sam darf es auf keinen Fall wissen. Liebt sie Sam und hat mich nur benutzt? Ich überlege. Eigentlich glaube ich das nicht. Die Gefühle waren echt. Wenn ich jetzt Sam vom Flughafen anrufe und nach ihr frage. Mist das geht nicht. Sam kann ich nicht nach Lilli fragen, sonst hakt er nach was passiert ist. Ich musste es Lilli versprechen. Verdammt. Warum darf er es nicht wissen? Jetzt ist es Lillis und mein Geheimnis. Fragen werde ich sie, wenn ich wieder da bin. Ich bin jetzt ein Jahr weg. Nächstes Jahr werde ich sie finden. Bestimmt. Dann frage ich sie warum Sam es nicht wissen darf. So ein Shit. Das ich weg muss. Mein Flug wird aufgerufen. Meine Eltern umarmen mich und ich steige in den Flieger.

Kategorien Mal etwas anders

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