Man trifft sich immer wieder im Leben Erfundene Geschichte / Kapitel 1

Vor zehn Jahren

„Mensch Henni. Komm mit.“ „Ach Sam. Ich habe überhaupt kein Bock. Unsere Abifete schön und gut. Aber von der Schule hört man nichts Gutes.“ Henning sieht Samuel an und denkt über die Situation nach. Ich kann Sam doch nicht sagen, dass ich auf unsere Fete ein tolles Mädel getroffen habe. Meine Cinderella. Sam würde es nicht verstehen. Für ihn sind alle Mädels toll. Man legt sich doch auf keine fest. Sam und ich sind jetzt bei achtzehn und haben früh unser Abi gemacht. Die meisten machen es mit neunzehn. Aber wir beide haben es abgerockt. Vielleicht sollte ich zu Sam Samuel sagen. Das hasst er wie die Pest. „Henning. Sag was.“ Verdammt. Er nennt mich Henning. Dann wird es ernst. „Was Samuel?“ „Wenn Du es nicht für Dich tust, dann tue es für mich. Ich habe keine Lust alleine dort hinzugehen.“ Alleine? Wie meint er das denn. Selma, Joschi und Elmar kommen auch mit. Er ist nicht alleine. „Du bist nicht alleine Sam. Unsere anderen Freunde kommen doch auch.“ „Ja. Aber ohne Dich ist es echt blöd. Du bist doch mein bester Freund.“ „Jetzt sag. Willst Du ein paar neue Mädels treffen.“ Samuel sieht mich an. „Nein. Nur eins.“ „Und wen?“ „Enna.“ „Wer ist Enna?“ „Enna ist die Freundin von meiner Cousine. Sie ist total nett. Durch meine Cousine habe ich einige Leute von der Schule kennengelernt. Die sind nicht so schlimm. Überzeuge Dich. Oder willst Du deiner Cinderella nachtrauern?“ Recht hat er. Cinderella hat mir ihren Namen nicht verraten. So schnell wie sie aufgetaucht ist, ist sie verschwunden. Blöd das wir einen Maskenball als Thema für unsere Abifete hatten. Ohne Verkleidung kam man nicht rein. Ich kann mich nur an Cinderellas wunderschöne Augen erinnern und an den Kuss. Cinderella werde ich höchstwahrscheinlich nicht wiedersehen. Sam habe ich nur erzählt, dass ich meine Traumfrau getroffen habe. Wer sie ist, habe ich leider nicht rausbekommen. „Du meinst, das würde mich auf andere Gedanken bringen.“ „Glaube schon Henni.“ „Sam. Dein Wort in Gottes Namen.“ „Du schon wieder. Einstein hatte bessere Sprüche drauf.“ „Ja, Einstein. Wo ist er überhaupt?“ „Jonathan ist in Italien. Warum haben wir unseren Freund eigentlich Einstein genannt?“ „Höchstwahrscheinlich, weil Jonathan auf alles eine Antwort wusste.“ Ich lachte. Sam hat Recht. Wenn ich mich an den ersten Schultag erinnere, hat Jonathan immer einen Spruch parat gehabt. Er hat sogar die Lehrer auf die Palme gebracht. Das ging die ganzen Jahre so. Jonathan unser Genie. „Denkst Du gerade an unseren ersten Schultag? Wo Einstein Herrn Huber eine gepfefferte Antwort gegeben hat.“ „Auch. Es ist komisch. An solche Sachen erinnert man sich gern zurück. Schade, dass Jonathans Eltern nach München gezogen sind. Das letzte Schuljahr ohne ihn war nicht der Bringer.“ „Henni. Du hast recht. Er hätte es garantiert zu einer der besten Jahre gemacht.“ „Warum ist in Italien?“ „Sprachreise.“ „Ende der Schulzeit.“ „Ja, er hat gesagt, er geht dort zur Schule für drei Monate. Prüfungen hat er vorher abgelegt und ist gleich danach gefahren. Tja. Internat hat auch Vorteile.“ „Ich hatte damals gedacht, er hätte einen Scherz gemacht. Seine Eltern ziehen nach München und er geht ins Internat.“ „Ganz ehrlich. Willst Du nach München? Hier in Norden ist doch wesentlich schöner. Wir haben Berge, Seen, Flüsse und das Meer.“ „Berge ist übertrieben. Kleine Erhebungen, aber als Berg kann man es wirklich nicht nennen. Flüsse und Seen haben sie auch in Bayern. Oder hast Du in der Schule nicht aufgepasst Sam.“ Samuel lachte. „Du hast Recht Henni. Ich denke, das Sprachinternat war die beste Lösung. Überleg mal. Jonathans Eltern reisen viel. In dem Internat haben sie noch einige andere Sprachen angeboten, die wir nicht haben. Einstein ist total sprachbegabt.“ „Da hast Du recht. Okay Sam. Wann geht es los?“ „Du kommst jetzt mit?“ „Ja, ich denke schon. Ich kann mir die Schule mal ansehen. Wehe. Die sind blöd. Dann schuldest Du mir was.“ „Ist klar. Wann geht es nach New York Henning?“ „Kurz nach dem Abschluss. Paps hat gesagt, eine Woche nach der Zeugnisübergabe.“ „Okay. Also. Eine Woche nach der Abifete. Dieses Jahr macht die Schule den Abschluss mit Feten. Ein Tag vorher gibt es Zeugnisse und am nächsten Tag lassen wir die Sau raus. Zum Glück sind wir diesmal nicht die letzten“ „Das waren wir letztes Jahr. Du kennst doch die Regel Sam. Man muss sich immer wieder neu anstellen.“ „Wie wahr. Also die Fete ist in zwei Wochen. Das heißt, ich hole Dich ab. Bevor Du es Dir wieder anders überlegst. Muss nur meiner Eltern überzeugen, dass sie uns hinbringen. Ich werde Ihnen sagen, wir fahren mit Taxi zurück.“ „Kläre das und wir fahren mit Taxi zurück.“ „Abgemacht.“ „Abgemacht Sam. Ich habe noch viel zu tun, bevor ich abfahre.“ „Bis morgen in der Schule. Du weißt nächste Woche ist Motto Woche.“ „Ich weiß.“ Dann drehe ich mich um und gehe. Sam wollte sich mit seinem Cousin treffen. Ich habe ihn erst einmal gesehen. Er ist ganz nett.

Kategorien Mal etwas anders

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