Adventskalender – Tag 19

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 19

Was für ein Tag war das gestern. Ein total irrer Tag, würde ich sagen. Mein Vater rief mich an und ich fuhr hin. Der Johannes, der auf der Couch im Wintergarten lag, war plötzlich gesprächig geworden. Jackolus sagte immer, Jakob müsste kommen. Ich traf ein und ging gleich zu ihn.

„Was ist los Jackolus?“

Iva trat ein. Wieso ist sie hier? Mein Vater steht hinter mir und starrt auf Iva.

Sie bricht das Schweigen zwischen uns.

„Johannes und Jackolus müssen die Körper tauschen. Es ist wichtig.“

„Es geht doch?“, frage ich verwirrt.

„Nur heute geht es, Johannes!“

„Wieso nur heute“, will ich von Iva wissen.

„Weil es eine Konstellation in der Gleiche gibt, die es möglich macht.“

„Ich verstehe dich nicht Iva. Jackolus, was sagst du?“

„Sorry Alter. Ich bin nicht Jackolus sondern Jakob. Wir müssen jetzt unbedingt tauschen.“

„Jakob? Etwa der wo ich drin stecke?“, frage ich irritiert.

„Ja, du hast es richtig erkannt.“

„Warum gerade jetzt?“

„Sophie ist in Gefahr!“, teilt mir Iva mit.

„Ich lass euch allein. Ganz ehrlich, ich halte mich jetzt raus und gehe jetzt. In zwei Stunden muss ich bei meinen alten Schulfreund sein. Wir hatten uns durch Zufall getroffen und wie es der Zufall will, ist er Anwalt. Ich will eine Meinung von ihn. Sein Schwiegersohn würde mich vertreten, der heute anwesend ist. Warum er mich nicht vertritt, kann ich nicht genau sagen. Es wäre eine private Angelegenheit, die er regeln muss. Er meinte nur, seine Tochter müsste es ihn direkt beichten. Frage mich nicht, was da los ist. Ich ziehe mich um und unterhalte mich kurz mit Granny.“

Anschließend lässt mich Vater mit den anderen allein.

„Who is fuck is Sophie? Sorry, ich muss eigentlich heißt es ja Alice. Wer ist jetzt Sophie?“

Jakob gibt mir Unterlagen und sagt: „Wir  müssen tauschen, sonst kann ich meine Ehe nicht mehr retten. Verstehst du? Es gibt eine Regel, die besagt, wir können für einen Tag wieder wir selbst sein.“

„Warum heute?“

„Iva sagt, Sophie ist in Gefahr?“

„Wer ist zum Teufel ist Sophie?“, will ich erneut wissen.

Jetzt spricht Iva.

„Du kennst sie unter Florentine. Sie hat ihren zweiten Vornamen benutzt. Du weißt auch, wie sie richtig heißt. Ein Typ war am Tag deines Verschwindens bei Dir. Er wollte alles ans Licht bringen. Zum Beispiel die Geschichte mit Judith und auch Florentine wollte er schaden. Du wusstest auch, dass nie das eine Foto in der Zeitung erschien. Ein junger Anwalt hat es untersagt. Du bist auch hinter der ganzen Geschichte zu kommen. Es hängt so vieles daran. Moritz hat es bestätigt und du wolltest mit Paulus darüber reden. Viele Geheimisse hast du auf gedeckt und deshalb hattest du auch den Unfall. Alles sollte unter den Teppich gekehrt werden. Samuel wollte verhindern, dass du mit Florentine zusammen kamst. Damit herauskam, dass Sophie und du spontan was total Verrücktes gemacht habt. Er wollte sie, aber Sophie wollte ihn nicht. Verstehst Du jetzt? Sophie ist Florentine.“

„Warum hat sie das getan?“

„Lese bitte meine Unterlagen. Ich bin auch dahinter gekommen und wollte dich warnen. Kurz vorher war ich in dein Büro und Samuel meinte, du bist verschwunden. Und zu den Zeitpunkt warst du noch gar nicht verschwunden. Jedenfalls fuhr ich dir hinterher und kam an die Unfallstelle. Ich holte dich aus den Auto. Du murmelst immer, Sophie ist in Gefahr. Ich liebe sie. Am liebsten würde ich den Körper tauschen und ihr reinen Wein einschenken. Jedenfalls hat es die Hexe Irka gehört. Iva konnte es nicht verhindern. Irka hatte eine Rechnung mit Jackolus offen. Es war ihr Plan. Nur weil ich die Geschichte auch von Granny kam.“

„Wieso hast recherchiert?“

„Weil ich für mein Buch über deine Familie Informationen brauchte. Irgendwer erwähnte im Café, dass ihre Freundin lustigerweise Tinka heißt und unter den Namen Florentine bei euch arbeitet. Ihre Freundin wäre unglücklich verliebt. Das war wohl der letzte Zutat, die Irka brauchte, um alles zu verändern.“

„Ist das jetzt real?“

„Ja.“

„Wie tauschen wir jetzt?“

Iva spricht etwas aus und wie sind wieder in den Körper wo wir hingehören. Aber nur für heute.

Ich setze mich hin und lese die Unterlagen. Es sind auch Notizen von mir drin. Verdammt. Jetzt verstehe ich die Hintergründe. Michel ist so ein Arsch. Plötzlich bekam ich ein komisches Gefühl. Iva sieht mich an.

„Mein Bauchgefühl sagt, ich muss ins Büro.“

„Dann fahre jetzt.“

„Wo ist Jakob?“

„Seine Angelegenheit zu regeln.“

Nach dieser Information rase ich ins Büro. Wer ist der Typ, der Sophie festhält? Jetzt fällt mir wieder ein, warum ich zu Florentine, na gut, sie heißt Sophie wollte. Ihr sagen, es ist mir egal wäre, wer sie ist. Ich würde ihr beschützen, weil ich die Geschichte kenne. Michel ist ein Kumpel von einen alten Freund. Aber jetzt sehe ich sie. Durch die Wortfetzen kann es nur Michel sein. Ich stürze rein und geige ihn seine Meinung. Sophie und ich unterhalten uns kurz. Gerade will ich ihr sagen, dass ich sie liebe, aber ich komme nicht zu. Mein Vater ist dran und fragt mich, ob ich ihn seinen Freund fahren kann. Er wird dran gehindert. Jemand hätte sein Fahrzeug als gestohlen gemeldet. Also verabschiede ich mich und fahre dorthin. Als ich da bin, kläre ich es auf. Mein Vater hatte mal wieder keine Papiere mit und mir predigt er es jedes Mal. Ich fahre wieder ins Büro. Sophie ist weg. Mein Plan war, dass ich weiß, dass sie Sophie Florentine heißt und nicht Florentine ihr Rufname ist, macht die Angelegenheit verwirrend. Ich beschließe zu meiner Mutter zu fahren. Kurze Zeit später trifft mein Vater bei uns ein. Er berichtet uns, was er heraus gefunden hat. Dann bin ich in mein altes Zimmer gegangen. Heute Morgen wache ich wieder in meiner Wohnung auf. Es war ein verrückter Traum. Ich fahre zur Arbeit. Im Büro sitzt Florentine und Sarah.

„Florentine, können wir kurz reden?“

„Ja, aber Sarah macht doch deinen Kram.“

„Ist etwas persönliches.“

Sarah sieht mich irritiert an. Florentine folgt mir und schließt hinter mir die Tür.

„Was ist Jakob?“

„Sophie, wir müssen reden.“

Sie sieht mich geschockt an und fragt mich dann: „Sein wann weiß du es?“

„Länger wie du denkst.“

„Ja?“

Ich nicke.

„Warum verrätst du mich nicht?“

„Weil Johannes dich liebt und ich es nicht zulassen werde, dass dir jemand weh tut.“

„Mit wen rede ich jetzt? Mit Jakob oder Johannes?“

„Dreimal darfst du raten.“

„Dann sag mir, warum bist du gestern plötzlich in deinen Körper aufgetaucht?“

„Lass es mich bitte erklären.“

Sophie nickt. Ich muss mir den Namen einprägen. Normalerweise rede ich sie mit Florentine an. Dann fahre ich fort und erzähle ihr alles. Sie hört mir genau zu. Anschließend sieht Sophie verwirrt an. Also war es doch kein Traum. Ich beuge mich zu ihr und frage: „Es war gestern kein Traum, oder?“

„Nein, scheint nicht so. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie man Körper tauschen kann.“

„Du spielst doch auch eine andere Rolle. Wenn ich mich recht erinnere, hast du dein Jura Studium als beste abgeschlossen.“

„Ja, ich weiß. Aber du? Du bist im anderen Körper. Irgendwas sträubt sich in mir, dass zu glauben.“

„Ich finde es auch verrückt, aber ich kann es nicht ändern. Wie du siehst haben wir jetzt jedenfalls was gemeinsam.“

„Was?“

„Wir sind nicht die, die wir sind!“

„Ja, du hast recht.“

„Was wollte mir denn gestern die Person Johannes sagen? Warum wollte er zu mir?“

Nach dieser Frage muss ich es tun und beuge mich zu ihr. Dann hauche ich ihr ins Ohr: „Kannst du dir das nicht denken?“

Ich gehe wieder auf meine Ausgangposition und halte mit ihr Blickkontakt. Sie wird rot. Das habe ich vermisst.

„Mich küssen?“

„Auch, aber nicht nur.“

Plötzlich wird die Tür aufgerissen und Paulus steht da. Er sieht zwischen mir und Sophie.

„Florentine?“

„Ja?“

„Bist du nicht für mich zuständig?“

Sophie will sich erheben.

„Paulus, wir mussten was persönliches regeln. Du hast bestimmt Verständnis dafür, das ich es nicht vor Sarah regle, oder?“

„Meinetwegen, wenn es sein muss?“

„Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“

„Florentine lässt du uns mal alleine?“

Sie nickt und geht.

„Was ist los, Paulus?“

„Wir sind alle Lügner?“

„Wieso?“

„Du hast es richtig gehört. Und tue nicht so, als wüsstest du es nicht.“

„Was meinst du?“

Paulus erzählt mir etwas, wo mir Ohren schlackern. Als er seine Geschichte beendet hat, nehme ich die Unterlagen, die ich meiner Tasche habe.

„Lese das und entscheide du. Ich wollte es dir schon vor einen Jahr geben. Aber wenn du Samuel mehr glaubst als mir, ist es dein Problem.“

Zum Glück hatte ich es kopiert. Ich wollte es Paulus erst heute Abend geben, aber es muss jetzt sein.

„Du entschuldigst mich bitte.“

„Wo willst du hin, Jakob?“

„Da wo mein Körper ist. Ich muss ihn was fragen. Viele Fragen und keine Antworten.“

„Ich hoffe, du findest die Antworten.“

„Das ist mein Plan. Und du?“

„Ja?“

„Du liest das und wir reden später.“

Dann geht Paulus und Sarah kommt rein.

„Sag mal, tickt er jetzt ganz aus? Mich behandelt Paulus seit gestern wie Luft.“

„Es wird sich wieder ändern. Vertraue mir.“

Sophie tritt ein.

„Florentine, bist du nicht Paulus Assistentin.“

„Ja, er hat mich nach Hause geschickt.“

„Wieso?“

„Keine Ahnung. Ich wollte von Jakob eine Erklärung haben.“

„Wisst ihr was? Machen wir Feierabend. Ihr beide kauft euch was Schickes für Heiligabend. Alle Welt soll wissen was wer wir sind.“

„Du wirst auch etwas eigenartig“, kommentiert Sarah.

Anschließend gehe ich an den beiden vorbei. Ich höre noch Sarah sagen: „Wir haben merkwürdige Chefs. Heiligabend bin ich meinen Eltern. Was Sophie antwortet, höre ich nicht mehr. Schnell fahre ich zu Granny. Meine Eltern sind heute nicht da. Sie öffnet mir die Tür. Jackolus steht in der Tür. Heute nicht mehr auf den Sofa?

„Hey Jackolus oder bist du Jakob?“, frage ich.

„Ich bin Jackolus. Das Iva diese Regel gefunden hat, ist grandios gewesen, findest du nicht auch?“

„Warum hilft uns Iva?“

„Ich bin so blöd?“, teilt er uns mit.

„Johannes! Ich gehe schon in mein Bereich. Du kannst ja nachkommen.“

„Ja, Granny.“

Als meine Oma verschwunden ist, frage ich ihn: „Warum bist du so blöd?“

„Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass Iva es nur tut, weil sie mich lieb. Sie will dass ich zurückkomme. Iva will eine Mischung zwischen Jakob, Dir und mir. Ich weiß jetzt, dass sie recht hat. Böse zu sein, ist nicht wahre Jakob. Sorry, Jakob, wenn du mich hörst. Aber der Spruch geht so. Ich hoffe auch, dass Jakob seine Angelegenheiten geregelt hat.“

„Wenn nicht?“

„Tja, dann können wir am 24. Dezember nicht zurück. Unsere Frauen können uns nicht erlösen. Wir sind die Lösung. Wenn wir alles wieder in die richtige Richtung leiten, dann kann das Böse nicht siegen. Ich weiß auch, dass du und Piet Freunde geworden sind. Eins muss ich dir jetzt gestehen. Irka ist es ein Dorn ein Auge, weil Piet und ich damals öfters miteinander geredet haben. Es ist ein Fluch auf mir. Ich muss der Böse sein, aber der will ich nicht sein. Dieses alles hat mir gezeigt, dass es auch ein anderes Leben gibt. Wir sind im Buch gefangen und müssen herausgeschrieben werden. Jakob hat nur die alte Legende von deiner Granny aufgeschnappt. Für ihn war es eine Spinnerei. Er hat so viel geforscht. Deshalb gab es die Berichte.“

„Wie lange seit ihr im Buch?“

„Seit Iva und ich uns gestritten haben. Ich weiß gar nicht, wer wir wirklich sind. Es kommen nur Bruchstücke aus meinen Leben immer wieder in meinen Träumen. Ich erzählte es Piet. Er ist auch schon lange in diesen Buch und kann sich auch nicht erinnern. Wir wollen verhindern, dass Euch das auch passiert. Heiligabend geben Mittag wird sich das Schicksal entscheiden. Werde ich dann immer in deinen Körper sein und du in Jakobs? Wir wollen es beide nicht. Ich kann auch Sophie nicht küssen, deswegen nehme ich meine ganze Kraft zusammen und tausche mit dir. Du willst sie immer küssen, aber so funktioniert es nicht. Wir müssen einen Plan haben.“

Jemand räuspert sich. Wir drehen uns um. Meine Granny steht da.

„Also, ich hätte eine Idee. Aber ich brauche eure Hilfe. Folgt mir.“

„Wolltest du nicht auf mich warten?“, frage ich sie.

„Ja, aber dann dauerte es mir zu lange. Folgt mir.“

Dann setzen wir uns in Bewegung. Sie geht in die Küche und kocht einen Kaffee. Wir setzen uns um den Tisch. Iva kommt rein und hilft meiner Oma. Als der Kaffee durch gelaufen war, setzten sie sich hin. Iva sieht zu Jackolus rüber und sagt: „Ich hoffe, es wird bald eine Ende haben.“

„Was?“, will ich wissen.

„Das wir wieder wir sind. Eine Weissagung hat es vorhergesagt. Wenn jemand ein Jahr im Buch gefangen ist und merkt, er will das nicht, ist es eine Chance etwas zu verändern. Du hast dir gezweifelt. Ich bin zu jemand gegangen, der mir gesagt hat, wie ich dich wieder nach Hause schicken kann. Das du wieder der sein kannst, der du bist. Das Problem am ganzen ist, dass Sophie sich auch für jemand ausgibt, der sie nicht ist. Ihr müsst zu Euch stehen. Verstehst du? Ich muss jetzt herausfinden, wer wir beide sind.“

Meine Großmutter räuspert sich. Wir sehen alle zu ihr hin. Sie erzählt uns eine Geschichte. Sie hört sich fast wie unsere an und nimmt an, dass es sich immer wiederholt, wenn jemand das Buch liest. Vor Jakob gab es schon mal so einen Fall. Es war vor über zehn Jahren. Ein junges Paar verschwand und keiner weiß was mit denen passiert ist. Ihr Freund ist auf die Suche gegangen und kam auch nicht wieder zurück. Sie nimmt an, dass Iva, Jackolus und Piet das gleiche Schicksal ereilt ist, wie ihr. Auch ich teile dieses Geheimnis. Dann erklärt sie ihren Plan, so dass alle wieder dahin zurückkehren, wo sie her kamen. Meine Oma konnte nicht sagen, wie das Paar und ihr Freund heißen. Ich werde es herausfinden.

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