Adventskalender – Tag 12

24 Tage

bis

zur Entscheidung

 

Tag 12

Heute bin ich zuhause. Es ist Wochenende. Ich wühle in meiner Tasche und finde den Brief. Ich habe mich schon zwei Tage davor gedrückt, ihn zu lesen. Gestern war ich so verwirrt als er mir die Frage stellte. Es war ein spontane Idee von mir gewesen ohne Sarah hinzufahren. Ich wollte sehen, wie er reagiert. Als ich gestern ankam, fragte mich Johannes gleich als erstes, ob ich den Brief erhalten hätte. Warum fragte er genau jetzt danach? Woher wusste Johannes, dass ich den Brief erhalten hatte? Hat er ihn mir schon vor einen Jahr gegeben und ich habe ihn unterbuttert? Weshalb findet Sarah ihn plötzlich? Ein Jahr lang hatte ich dieses Projekt am Wickel und da war kein Brief. Es ist alles sehr mysteriös.  Auf einmal tauchen und verschwinden Sachen. Ich habe das Gefühl in bin im Film Weihnachtswunder, wo immer wieder Überraschungen kommen. Wie oft habe ich Filme gesehen, wo Wunder zu Weihnachten passierten. Ich glaube, wenn jemand wüsste, dass ich es ein Jahr lang gemacht habe, würden sie mich als verrückt abstempeln. Wer sieht schon Weihnachtsfilme im Sommer an? Gibt es wirklich solche Wunder im wirklichen Leben oder nur im Film? Seit den Kuss vor zwei Jahren wünschte ich mir ein Weihnachtswunder. Es gab ein Problem und das hieß Judith. Letztes Jahr hatte ich sie nicht gesehen. Johannes hatte sogar den Weihnachtsgala ausgelassen und meine Freundin Sarah ist an seiner Stelle mitgegangen. Ich frage mich schon, was ist passiert, dass Sarah plötzlich eine andere Meinung von Paulus hatte. In der Firma war er auch sehr distanziert zu ihr, aber seit kurzen nicht mehr. Sie wirkten vertraut. Johannes war ja nach den Kuss auch sehr distanziert zu mir. Hatte er doch mehr Gefühle für mich, wie er vor einen Jahr zugab? Hatte er mich angelogen? Waren mehr Gefühle im Spiel als wie es schien?  Der Kuss von gestern sagte etwas anderes. Wie soll ich damit umgehen? Soll es wirklich wahr sein? Ich fasse es immer noch nicht, was gestern passiert war. Johannes küsste mich so, als ob er sich so sehr danach gesehnt hätte. Jetzt habe ich echt das Problem? Samuel war nie in die engere Wahl gekommen. Er hatte mich umworben. Ich war in Johannes verliebt, dann war er plötzlich weg und Jakob tauchte auf. Als er ins Büro trat, hatte ich das Gefühl, mein Seelenverwandter wäre gerade ins Zimmer getreten. Ich fühle das Gleiche wie ich für Johannes empfand. Verdammt, ich bin in einer Zwickmühle. Nach den Kuss war alles wieder so präsent. Ich dachte nicht an Jakob und wollte, dass der Traum nie aufhörte. Dann tauchte auf einmal Johannes Mutter auf und die Seifenblase meines Traumes zerplatzte. Kann es sein, dass ich zwei Männer liebe? Meine Gefühlswelt gerät ganz schön ins Wanken. Als ich den beiden Herren in die Augen sah, stellte ich fest, dass Jakob plötzlich die Augen von Johannes hatte, dir mir vorher bei Johannes auffielen. Als Jakob in den Raum trat, war etwas merkwürdig.  Fühle ich doch das Gleiche für ihn, was ich für Johannes empfinde? Spielt mein Gehirn Monopoly, wer gewinnt bekommt den Zuschlag? Oder Spiel des Lebens? Wo man an der Kirche plötzlich jemanden WILDFREMDES heiratet? Davor hatte es nie eine Begegnung mit einen  Partner stattgefunden.  Ein bisschen wie in der Hochzeitshow. Man kennt sich nicht, sondern heiratet jemanden, den man vorher noch nie gesehen hat. Ob das gut geht? Entweder schreibt man im Spiel eine Begegnung rein oder man lässt sich scheiden? Na gut, dann wäre der Schluss im Spiel auch blöd. Einsam im Haus zu leben. Irgendwie ist das Spiel auf die heile Welt ausgerichtet. Ich glaube, darüber hat sich nie einer Gedanken gemacht. Immer wenn wir es spielten, sagte ich, muss ich mit einen Partner zusammen leben, den ich gar nicht kenne? Jedes Mal erklärten mir meine Eltern, es ist nur ein Spiel. Mit Liebe spielt man nicht, oder doch? Verdammt! Gestern Nacht hat mein Kopfkino angefangen zu spinnen. War noch bis vor einen Tag Jakob die Hauptfigur in meinen Kopf, gesellt sich jetzt Johannes wieder dazu. Einmal liegt Jakob neben mir und in nächsten Moment Johannes. Als ob sie eine Person sind. Wie kann ich eine Entscheidung treffen, wenn ich für beide Männer Gefühle habe. Ob der Brief den ich der Hand halte, Licht in mein Gefühlschaos bringt. Vielleicht lebt Johannes auch in einer anderen Welt. Vielleicht denkt er, ich bin Judith. Oh shit, dann ist das alles ein Irrtum? Ich verrenne mich in etwas. Gestern nachdem ich bei Johannes war, traf ich Samuel. Der Hornochse verriet mir etwas. Eher er machte mir ein Geständnis. Ich fiel vom Glauben ab. Soll ich es Jakob oder Paulus verraten? Vertrauen sie mir dann noch etwas an? Denken sie womöglich wir haben gemeinsame Sache gemacht? Ich war ganz schön sauer und schrie ihn an. Dann spürte ich, dass mich jemand beobachtete. Als ich mich umdrehte, sah ich Jakob. Er war mir gefolgt. Also, hatte er kein Vertrauen zu mir. Typisch. Ich habe alles vergeigt. Die Vertrauensbasis ist von beiden Parteien gestört. Hat es mit unseren Gefühlen zu tun? Ist Jakob mir nur gefolgt, weil er dachte, ich würde Samuel lieben? Nahm er das an? Wenn ich recht bedenke, würde ich es auch annehmen. So oft wie er in letzter Zeit kommt. Jedenfalls fühle ich mich von Samuel benutzt, um seine  Ziele zu erreichen. Er rief mich den ganzen Tag an, aber ich drückte ihn weg. Meine Gedanken kreisten nur um Jakob und Johannes. Was erwartet  mich im Brief? Ich glaube ich lese ihn erstmal. Dann öffne ich den Umschlag und die Wörter tanzen. Verdammt, bin ich verrückt. Ich brauche mehrere Anläufe, um es genau zu entziffern. Ich überfliege die Zeilen.

Liebe Florentine,

bitte verzeihe mir. Ich möchte dir das letzte Jahr gerne erklären. Entschuldige, ich habe so etwas noch nie gemacht. Ich muss es einfach tun. Du erinnerst dich bestimmt noch an unseren ersten Kuss. Oder auch nicht? Dann war es wohl ein grottenschlechter Kuss. Ich kann mich ganz gut erinnern. Seit du in unseren Unternehmen bist, schwirren meine Gedanken nur noch um Dich.

Verdammt, Johannes denkt, er ist ein schlechter Küsser. Hat mich gestern deshalb so geküsst? Es sind nur ein paar Zeilen, die mich zum Nachdenken bringt. Warum denkt er das? Klar kann ich mich an den Kuss erinnern und gehe zu dieser einen Kuss- Situation. Ich sagte zum meinen Kopf, dass darfst du nicht. Er ist liiert, aber mein Bauch entschied was anderes. Ich ließ es geschehen. So weg mit den Gedanken und weiterlesen.

Ich wollte Judith nicht verletzen. Aber dann kam der Abend, wo sie mich mit Samuel betrogen hat. Ich war stinksauer und wollte sie nie wiedersehen. Aber weil du einen Freund hattest, dachte ich mir, es wäre das Beste, wenn ich mit Judith die Fassade aufrecht erhalte. Ich wollte mich schützen und sie bewusst von der Gala ausgeladen, weil ich wusste, wie sie tickte. Mir war es recht, dass du mit mir den Ball besuchen solltest und wolltest. Besser konnte es nicht laufen. Ich konnte Zeit mit dir verbringen ohne dass jemand auf falsche Gedanken kam. Du hattest einen Freund und du dachtest, ich hätte eine Verlobte.

Nach super! Ich mache mir einen Kopf, weil er eine Verlobte hatte, die gar nicht mehr sein Leben bestimmte und er, weil ich einen Freund hatte. Tja, wir hätten eindeutig vorher reden müssen. Also, lese ich weiter.

Es war eben eine Distanz da. Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass dann der Abend so eine Wendung nehmen sollte. Ich brachte dich nach Hause und als wir uns gegenüber standen, war es vorbei mit meinen Vorsätzen. Dein Vanilleduft, den ich jeden Tag an dir rieche, setzte meinen Verstand aus. Ich musste dich einfach küssen. Verwirrt gingst du einen Schritt zurück und hast mich irritiert angestarrt. Dann entschuldigte ich mich bei dir und es gegenüber deinen Freund nicht fair wäre. Und dann teilst du mir mit, dass du gar keinen Freund hast.

Besser geht es nicht. Ich sage es ihn und Johannes nahm in den Moment auch noch das Telefon ab. Als ob es ihn recht wäre, gestört zu werden. Ich hoffe, es kommt jetzt die Erklärung, warum Johannes das Telefon entgegen nahm. Für mich war es unhöflich und lief ins Haus. Ich wollte nicht sein Liebesgeflüster mit anhören.

Ich wollte dir die Situation erklären und in dem Moment klingelte mein Handy. Verdammt, immer im falschen Moment und ich ging dran. Dabei wendete ich mich von dir ab. Judith war dran. Ich würgte sie ab und drehte mich wieder zu dir um. Du warst nicht mehr da.

Ich hätte auf seine Erklärung warten müssen. Verdammt, warum dachte ich etwas anderes?

Am nächsten Tag kam Judith ins Büro und tat so, als ob sie noch meine Verlobter wäre. Ich dachte nur, es kann doch nicht sein. Deine traurigen Augen sagten alles. Am liebsten hätte ich dich in den Arm genommen. Daran hat mich aber der Pakt mit Paulus gehindert. Wie gerne hätte ich dir die Wahrheit gesagt. Ein Jahr habe ich uns beide gequält. Ich bin so ein Sturkopf. Vielleicht habe ich mir auch die Gefühle nur zu dir eingebildet, aber jetzt muss es raus. Ich liebe dich schon lange, aber jetzt gebe ich es zu, weil ich einen Plan habe. Den kann ich nur umsetzen, wenn du mir vertraust. Paulus habe ich bereits darüber in Kenntnis gesetzt. Ich hoffe, Sarah und du spielt mit. Jedenfalls hoffe ich, dass ich mich nicht geirrt habe und du die gleichen Gefühle für mich hegst. Wenn nicht, dann vergisst diesen albernen Brief. Wirf ihn weg. Ich werde dann aus deinen Leben verschwinden. Florentine, wenn du mich auch liebst, werde ich an Weihnachten unsere Beziehung bekannt geben. Gib mir nur ein Zeichen, dann können wir in ein Neues Leben starten.

Dein Johannes

Verstehe ich das richtig? Johannes wollte mit mir darüber reden. Ich war traurig, weil ich mir was eingebildet hatte, was nicht durfte. Ja, ich kannte den Pakt. Hat Jakob deshalb den Pakt mit Paulus geändert? Liebt Paulus etwas Sarah? Es fällt mir wie Schuppen von den Augen. Die beiden sind ein Liebespaar. Deswegen sind sie plötzlich so vertraut. Johannes und ich! Können wir auch ein Paar werden. Meinte er im Brief, dass er letztes Jahr den Plan hatte uns umzusetzen? Hatte er deswegen die Weihnachtsgala geschwänzt, damit Sarah mit konnte. Hat Johannes wirklich geschrieben, dass er Weihnachten öffentlich zu mir bekennt? Ich lese noch mal die letzten Zeilen. Ja, er wollte es tun. Und noch was. Johannes hat es sich nicht eingebildet, was wir für einander fühlten. Meine Gefühle waren genauso echt wie seine zu mir. Warum sage ich, fühlten? Bin jetzt so in Zweifel, dass ich meine Gefühle nicht mehr gerade auslaufen? Ich muss mir die Frage jetzt stellen? Wen liebe ich Johannes oder Jakob? Kann ich Johannes sein Verhalten verzeihen? Ist die Liebe so groß zu ihn oder wähle ich Jakob? Verdammt meine Gefühlswelt trägt einen neuen Namen? Liebeschaos pur! Ich muss kichern. Wenn Johannes mich wirklich liebt, warum war er wieder wie Eis nach dem Kuss? Durch das Telefonklingeln werde ich wieder in die Realität geschleudert. Ich nehme an und Sarah ist dran.

„Moin“, sagt sie.

„Guten Morgen! Wann wolltest du mir das mit Paulus verraten?“

„Häh? Woher weißt du?“

„Ich habe meine Quellen“

„Gegenfrage, was ist mit Samuel? Hast du dich mit ihn getröstet als Johannes weg war? Oder läuft da was zwischen Jakob und dir?“

„Mit Samuel war nie was! Er hat mir gestern was verraten, aber das muss ich erst verdauen. Ich werde es dir erzählen, wenn ich genau weiß, was er meinte. Jedenfalls habe ihn gestern eine neue Abfuhr gegeben. Jakob erinnert mich an Johannes, aber er ist nicht Johannes. Ich weiß gar nicht, ob ich Johannes noch liebe. Verdammt es ist kompliziert.“

„Wie noch liebe? Ich dachte…“

„Was dachtest du?“

„Du hasst ihn. Von Liebe war nie die Gerede. Moment mal. Nach der Weihnachtsgalavor zwei Jahren warst du erst so happy und erzähltest mir, dass ihr Euch geküsst habt. Die Ernüchterung folgte ja prompt. Judith tauchte auf. Sag mal, ehrlich, hast du trotzdem noch Gefühle für ihn gehabt, so wie er dich behandelt hatte?“

„Ich muss zu geben ja. Nach den Kuss konnte es doch keine Lüge gewesen sein, was ich vorher schon gespürt hatte. Es war als ob wir angekommen wären, wo wir sein sollten. Du hast recht, Judith warf mich aus der Bahn, aber immer wenn ich in Johannes Augen sah, war da etwas Mitfühlendes und Aufrichtiges drin. Judith war seit dem Tag nur noch selten da. Früher war sie jeden Tag da.“

„So, so. Hast du mich ein Jahr belogen!?, stellt sie fest.

„Nicht direkt, eher Selbstschutz wenn ich mich getäuscht hätte.“

„Hast du?“

„Jein.“

„Was ist das für eine Aussage?“

„Also, ich habe mir vorgemacht, dass ich mich in ihn getäuscht hätte. Das wäre nichts. Ich versuchte es nach seinen Verschwinden. Aber jetzt stellt sich alles auf den Kopf. Habe ich ihn damals wirklich geliebt oder habe ich es mir alles  eingebildet? Jetzt noch der Brief und Jakob? Meine Gefühle fahren zurzeit ….“, stocke ich, weil mir bewusst wird, ich habe meine Verliebtheit zu Jakob geoutet. Verdammt.

„Was meinst du? Liebst du etwa Jakob?“

„Das wollte ich nicht sagen. Meine Gefühlswelt fährt momentan ganz schön Achterbahn. Bei Jakob habe ich die gleiche Gefühlsregung wie ich sie zu Johannes mal hatte. Johannes ist verändert, aber der Kuss gestern ließ alles wieder ….“

„Wie du hast Jakob geküsst?“

„Nein, Johannes. Meine Emotionen waren außer Rand und Band. Seit dem Brief ist bei mir das reinste Chaos?“

„Du meinst, den Brief, den ich dir geben hatte. Was stand drin? Oder hast du einen von Jakob bekommen?“

Gute Frage, war der Brief von Johannes oder von Jakob. Vielleicht will Jakob mich wieder mit Johannes zusammen bringen und weiß viel über mich, weil Johannes viel von mir preisgegeben hat? Oder ist der Brief wirklich von ihn und er war verschollen? Verflixt und zugenäht. Ist das ein Spiel? Wie im Spiel des Lebens? Man kennt seinen Partner nicht wirklich? Oh! Mann!

„Bist du noch dran?“

„Der Brief wurde mit Johannes unterschrieben. Warte mal!“

Ich krame eine Notiz von Jakob heraus. Okay, die Schrift ist es nicht, aber manche Buchstaben, könnten doch von ihn sein. Stimmt, Sarah ist noch dran.  Also gehe ich wieder zum Telefon.

„Ganz ehrlich, ich weiß es nicht.“

„Okay, lass uns zu Johannes hinfahren. Es war unser Plan.“

„Und Paulus?“

„Keine Ahnung, er wollte erst kommen und hat dann abgesagt. Er sagte, wir würden uns erst am Montag wieder sehen. Erreichen kann ich ihn nicht. Ich will jetzt nichts Fehlinterpretieren. Du verstehst was ich meine, oder? Ablenkung ist die beste Möglichkeit. Also, wollen wir zu Johannes? Es wäre eine Möglichkeit etwas zu klären. Findest du nicht auch?“

„Ja, du hast recht.“

Eine Stunde später steht Sarah vor der Tür. Wir fahren zu Johannes Eltern. Granny macht auf. Die Oma von Johannes sagt, ich sollte alleine gehen. Sarah und sie hätten noch ein Gespräch. Also, gehe ich in den Wintergarten. Johannes sitzt da und schaut aus den Fenster. Er dreht sich nicht mal um. Worauf starrt er denn? Gestern war er genauso. Also, setzte ich mich neben ihn. Johannes sieht mich. Wo sind die Augen von gestern? So strahlend, wie er mich gesehen hat. Ich nehme meine Hand und flüstere: „Johannes, wir müssen reden?“

Plötzlich durchfährt ein Blitz zwischen uns.

„Oh, Florentine. Schön, dass du wieder da bist. Hast du meinen Brief gelesen? Ich wollte es dir schon so lange erklären, aber irgendwie stand ich zwischen zwei Stühlen. Wir verstanden uns gut. Es war eine tolle Freundschaft. Ich denke, ich habe alles zerstört“, teilt er mir traurig mit.

„Johannes, darf ich dir eine Frage stellen?“

„Ja?“

„Du hast geschrieben, als du mich das erste Mal gesehen hattest, warst du hin und weg. Stimmt das?“

„Ja! Erst dachte ich nur, Wow eine toller Kumpel. Aber es war mehr. Jede Nacht träumte ich von dir und Judith hat immer meine Träume zu Nichte gemacht. Ich und eine blöde Tippse, würde nie gut gehen.“

„Wie jetzt? Hat sie das zu dir gesagt?“

„Nein, nur im Traum. Ich will jetzt ehrlich zu dir sein. Früher habe ich dich und mich belogen. Immer wenn ich dich sah, fühlte ich mich besser. Ich wollte mir die Gefühle, die ich immer noch für dich empfinde, nicht eingestehen. Letztes Jahr wollte ich alles auf die Karte setzen. Aber es wurde verhindert. Ich spreche es jetzt laut aus.“

„Was willst laut herausposaunen?“

„Ich liebe dich ,seit dem ersten Moment, als sich unsere ersten Blicke trafen. Am besten nennst du mich Volltrottel vom Dienst.“

„Du liebst mich?“

„Ja, na klar. Liebst du mich auch?“

„Keine Ahnung. Ich dachte, ich liebe dich…“

„Oh, hast du einen Freund?“

„Nein.“

„Liebst du Samuel? Hast du ihn deswegen im Café angeschrien, weil er deine Liebe nicht erwidert hat?“

„Woher weißt du davon?“

„Von Jakob. Er sollte auf dich aufpassen, damit du dich nicht in etwas verrennst.“

„Du schickst mir jemanden….“

Den Satz kann ich nicht beenden, weil seine Lippen auf meinen Lieben.

„Eine wütende Frau soll man küssen, sagt mein Vater immer.“

Ich muss grinsen. Dann küssen wir uns erneut bis Sarah reinkommt.

„So, so! Du hast keine Gefühle für …“

Den Satz muss ich jetzt unterbrechen und löse mich von Johannes.

„Weißt du, ich versuche gerade das herauszufinden, wenn du verstehst.“

Danach will ich Johannes küssen und er ist plötzlich total kalt.

„Wir können gehen“, sage ich und stehe auf. Wende mich wieder zu Johannes und er starrt wieder aus den Fenster. Sarah nimmt mich an die Hand und murmelt, „Verrückte Welt.“ Dann kommt Jakob mit Paulus die Treppe runter. Guter Witz. Als sie uns sehen, erstarren sie. Jonathan kommt dazu.

„Habt ihr was gefunden, was Euch weiter helfen kann?“

Dann blickt er in unsere Richtung.

„OH, wir haben noch mehr Besuch. Wollt ihr mit uns brunchen? Paulus und Jakob hatte ich heute Morgen angerufen. Sie mussten Unterlagen von Johannes prüfen und habe sie auch spontan zum Brunchen eingeladen.“

Sarah nickt und geht zu Paulus rüber. Sie flüstert ihn was ins Ohr und er sieht seine Freundin irritiert an. Ist sie das überhaupt, stelle ich mir gerade die Frage. Oder ist nur eine kurze Phase. Ach Egal, aber der Gesichtsausdruck von Paulus gibt mir denken auf. Jakob sieht Paulus an. Dann beugt Paulus zu und teilt ihn leise etwas mit. Jetzt sieht Jakob mich an und grinst. Dann wendet er sich wieder zu Paulus und sagt etwas. Er nickt. Jetzt folgen wir Jonathan. Als wir im Esszimmer ankommen, setzen wir uns. Jakob grinst immer noch. Also doch, er hilft Johannes. Ich habe mich eindeutig verrannt. Gegen achtzehn Uhr muss ich feststellen, dass wir von Brunch über Kaffeetafel zum Abendessen gelangt sind. Es war richtig amüsant. Jakob sah mich die ganze Zeit an, als ob er mich was fragen wollte. Nach dem Abendessen verabschieden wir uns von allen.

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