Nehmen wir alles zu selbstverständlich

Sind wir eine Ellenbogengesellschaft? Nehmen wir alles als selbstverständlich? Ist die Wertschätzung nicht mehr da und durch die Krise wird es populär? Was ist danach?

Wir sind eindeutig eine Ellenbogengesellschaft. Man merkt es auch in der Krise.

Hauptsache, ich habe Recht und kann mir alles erlauben. Die Vorschriften und Regeln sind mir egal.

Ein Beispiel, wo bereits die Abstandsregeln galten.

Es war Freitag und ich war Einkaufen. Seit einigen Jahren gehe ich, wenn möglichst, einmal wöchentlich einkaufen. Jetzt sag einer, man kann doch jeden einkaufen gehen. Das habe ich auch jahrelang gemacht. Irgend wann war es mir zu blöd nach der Arbeit einkaufen zugehen. Es artete im Stress aus. Immer wenn ich einkaufen nach der Arbeit war, war die Schlange lang und ich brauchte ewig nach Hause. Also beschloss ich es auszuprobieren, einmal in der Woche ein zukaufen. Ich stellte fest, wenn ich einmal in der Woche einkaufe, brauche ich weniger Zeit und ist weniger Stress für mich. Aber das war nicht das Problem.

Also ich war einkaufen. Mein Wagen war voll. Hinter mir stand ein Mann und rückte mir trotz Abstandsregel immer näher. Ich versuchte den Anstand zu wahren. Ich fragte ihn dann, ob er vor könnte. Ich schaute zu den neben Kassen, die genauso voll waren, wie meine und hinter ihn. Meine Kinder waren zuhause. Meine Antwort war nein und ich müsste nach Hause, weil mein Kinder auf mich warteten. Jedenfalls liess er blöde Kommentare ab und als noch eine Kasse aufmache ging er hin und lästerte mit einer Frau, die vor mit stand, über mich. Blöde Sprüche kamen.

Folgende Gründe haben mich zu diesen Entschluss geführt. Ich muss dazu sagen, das ich vor der Krise mind. 3 vorgelassen habe und dann war Schluss. Ich musste halt eine Grenze ziehen. Ich hatte einmal sogar vier vorgelassen und als dann noch einer kam, habe ich nein gesagt. Aber dann wird auch schon blöd von der Seite angemacht. Lässt man viele vor, dann kann ich doch irgend wann einen Schlusstrich ziehen, oder wie seht ihr das? Man will ja auch mal nach Hause.

Meine Gründe waren

1. Er ist mir auf die Pelle gerückt

2. Dann noch blöd fragen, ob er vor kann.

3. Die Kasse neben mir, war nicht so lang. Er hätte auch da fragen können.

4. Hinter ihn standen noch vier Leute mit wenigen Teilen.

5. Wenn ich ihn vorgelassen hätte, hätte die hinter ihn auch gefragt.

6. Hätte ich alle vorgelassen, hätte ich Käsetheke gestanden und wenn ich Pech gehabt hätte, dann wäre wieder einer gekommen. Das wäre ein Teufelskreis geworden.

Jedenfalls ein Nein hat er nicht akzeptiert. Ich musste es begründen. Warum ich das begründet habe, weiss ich nicht. Ich hätte mich auf die Abstandsregeln berufen sollen.

Wenn ich vorgelassen hätte, dann hätte ich die Regeln nicht einhalten können.

Mich ärgerte das nur. Eine Kundin von einer Kasse hat den Daumen hoch gemacht. Und die Verkäuferin meinte zu mir, das wäre richtig. Sonst würde ich ja auch immer die Leute vorlassen.

Der Typ hat es als selbst verständlich angesehen.

Aber in vielen Sachen wird soviel als selbst verständlich angesehen. Z.B. die Wurst an der Wursttheke. Einmal hat jemand zu mir gesagt, ihre Kinder sind die einzigsten Kinder, die noch Danke sagen. Ich habe von meinen Eltern gelernt nicht alles als selbst verständlich anzusehen. Meinen Kinder bringe ich das auch bei. Man muss nicht am Muttertag nur Danke sagen sondern immer wieder. Wenn mein Kind was tut, dann sage ich Danke. Und meine Kinder sagen auch mal Danke, wenn ich für sie was mache. Man muss das von anderen sehen und wertschätzen.

Aber warum werden z.B. Die Verkäuferinnen oder die Krankenschwestern jetzt wert geschätzt und warum war das vor der Krise nicht so. Waren sie vorher nichts wert.

Ein Beispiel

Ich habe vor der Krise, immer zum vollen Euro beim Bäcker aufgerundet und gesagt für die Kaffeetasse. Heute sage ich im Scherz. Für die Krisenstab.

Von früher kenne ich noch, wenn man im Krankenhaus rausging, gab man etwas für die Kaffeetasse. Mach man das noch?

Aber sollte nicht nur in der Krise diese Menschen wertschätzen? Anerkennen was sie tun.

Ich denke, wir sollten es auch nach der Krise tun. Nicht nur jetzt. Jeder der was tut, sollte eine Anerkennung bekommen

DENKT MAL DARÜBER NACH.

NICHT DAS ES NUR EIN LAUER Sommerwind ist.

Danke für alle, die keine Anerkennung bekommen.

Danke für alle, die etwas tun, was unseren Alltag leichter macht.

Danke an alle, die eine Anerkennung verdienen und das nicht nur in der Krise.

Kategorien Mal etwas anders

5 Kommentare zu „Nehmen wir alles zu selbstverständlich

  1. Schön gedacht und geschrieben. Ich bin da allerdings etwas anders. Möglicherweise hätte ich ihn ins Gesicht gefragt, ob er Homosexuell ist. Als Frau wäre das anders gewesen. Hier wäre es schon zu einer sexuellen Nötigung gekommen. Wir frage ich hätte er sich noch im Laden befunden ?

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    1. Da muss man Feingefühl entwickeln. Er benahm sich so selbstsicher und auf Krawall gebürstet. So von der Art. Ich hatte keine Lust auf Wortgefecht.

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      1. Du kannst Dir allerdings auch nicht alles gefallen lassen. Gerade wenn es um die Nähe geht. Du hast Deine Leute und weißt wer Dich nähern darf.

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